Norbert Hofer: Tempo 140 auf der Autobahn

Manfred Uttner sieht die Idee des Verkehrsministers Hofer eher zwiegespalten.
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  • hochgeladen von Marion Pertschy

KLOSTERNEUBURG (mp). Vor knapp fünf Wochen übergab Ex-Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) sein Amt an Norbert Hofer (FPÖ). Neben dem Testbetrieb, das Rechtsabbiegen bei roter Ampel und freier Straße zu erlauben, überlegt dieser, das Tempolimit auf Autobahnen von 130 auf 140 Stundenkilometer zu erhöhen. Die Bezirksblätter sind die Autobahnstrecke A22 von Wien nach Tulln am Nachmittag bei regem Verkehr mit 130 km/h abgefahren und haben gezählt, wie oft Raser überholen - Das Ergebnis: 19 Mal.

Erhöhte Schadstoffbelastung

„Wir versuchen einfach Maßnahmen zu setzen den Verkehr flüssiger zu gestalten, das aber verantwortungsvoll und vorsichtig. Deshalb auch dieser Testbetrieb mit 140 km/h," so Hofer. Klosterneuburgs Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer hält diese Änderungs-Idee für "absurd". "Allein was da für Geld reinfließt um das alles umzuändern. Wenn schon, geht das in die falsche Richtung, bedenkt man die erhöhten CO₂-Emissionen und die geringere Verkehrssicherheit", meint er. Diese Meinung vertritt auch Leichtfried gegenüber der APA. Die Geschwindigkeitserhöhung wären demnach "der falsche Weg" und "eine Gefahr für die Klimaziele", übt er Kritik an seinem Nachfolger, denn Berechnungen der TU Graz zufolge würde die Erhöhung auf Tempo 140 bei PKWs den Schadstoffausstoß von Stickoxiden um 21 Prozent sowie die Feinstaubemissionen um 20 Prozent gegenüber Tempo 130 steigern und somit die Schadstoffbelastung deutlich erhöhen. Möglich wäre die Tempoerhöhung jedoch laut ASFINAG.

"Keinerlei Auswirkung"

"Auf näher zu definierenden Streckenabschnitten wäre es technisch und baulich möglich 140 km/h zu fahren", so deren Sprecherin. Auch auf die Abnutzung des Autobahnbelags gäbe es laut ihr "keinerlei Auswirkungen, da die Erhöhung nur Pkw betreffen würde." Im Falle einer Gesetzesänderung "ist neben der Anzeige der verordneten Höchstgeschwindigkeit auch eine variable Anzeige notwendig.
Das deshalb, um die schlechter Witterung und hohem Verkehrsaufkommen die erlaubte Höchstgeschwindigkeit entsprechend reduzieren zu können", erklärt sie. Nur eben auf solchen Strecken mit Verkehrsbeeinflussungsanlagen und variablen Verkehrszeichen könne es die Tempoerhöhung überhaupt geben, eine flächendeckende Freigabe sei ohnehin nicht angedacht, hieß es aus dem Büro des Verkehrsministers, und sowieso nur, wenn "zum Beispiel bestes Wetter wäre, die Spuren frei sind, wenig Verkehr", so Hofer.

Zwiegespaltene Meinung

Der Weidlinger Manfred Uttner, hält sich meist an die Geschwindigkeitsbeschränkung und steht dem Thema zwiegespalten gegenüber. "Grundsätzlich reichen 130 km/h auf der Autobahn, aber ich hätte auch nichts dagegen ein bisschen schneller fahren zu dürfen", ist er der Meinung und auch Chefinspektor Michael Scharf der Polizeidirektion Klosterneuburg nimmt an, dass es zumindest aus der Sicht der Polizei kaum einen Unterschied machen würde, denn "in der Exekutive wird sich nichts ändern".



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