08.03.2017, 08:30 Uhr

So verstehe ich mein Haustier

Renate Konar bringt Seppi mit "Touches" in Balance. (Foto: Talkner)

Nur wer sein Tier "lesen" kann, wird es verstehen. Schlüssel für gelungene Erziehung ist die Sozialisierung.

KLOSTERNUEBURG. Er wedelt mit der Rute, weil er sich freut, dass Herrchen nach Hause kommt. Wenn die Katze jedoch mit ihrem Schwanz schlägt, wird sie bald auch ihre Krallen ausfahren. Im zweiten Teil der Bezirksblätter-Serie "Mein bester Freund" zeigen wir Missverständnisse auf, versuchen das Haustier zu verstehen und geben einen Überblick über Erziehung und Bewegung. Dazu haben die Bezirksblätter Klosterneuburg mit einer "Tierflüsterin" gesprochen und sich in Hundeschulen umgesehen.

"Sein Tier lesen lernen"

Labrador Akira und Rauhaardackel Seppi begrüßen die Bezirksblätter aufgeregt in ihrem Domizil in Weidling. Frauchen Renate Konar ist "Tellington Practitioner" für Kleintiere. "Die Aufgabe von Tellington ist es, Tier und Mensch wieder in Balance zu bringen", erklärt sie. Dies erfolgt durch spezielle Berührungen, Touches genannt. "Beim Basis-Touch wird die Haut im eineinviertel Kreis verschoben, das wirkt auf die Zellen."
"Man muss den Hund lesen lernen", rät die Expertin: "Schwanzwedeln bedeutet nicht immer Hurra." Hohes und schnelles Wedeln ist ein Zeichen für Stress. Außerdem sind ein starrer Blick und zurückgezogene Lefzen Warnsignale. Besonders wichtig sei es sich Hunden seitlich zu nähern, die Stimmlage anzupassen und zu bedenken: "Auch der bravste Hund kann beißen."
Bei einer Katze lässt sich Gereiztheit auch an Ohren und Gesichtszügen erkennen. Käfigtiere sollten nicht durch den "Greifvogelgriff" gestresst werden.

Sozialisierung in Hundeschule

"Mit der 16. Woche schließt die Sozialisierung ab. Alles danach ist nicht fix auf der Festplatte eingespeichert", erklärt Katja Eigner die Bedeutung von Welpenkursen. In ihrer Hundeschule Artgerecht bemerkt die Klosterneuburgerin häufig den selben Fehler: Hundehalter lassen ihren Welpen an der Leine ziehen oder benutzen eine Flexileine. "So lernt der Hund recht schnell, dass er den Besitzer durch die Gegend ziehen kann. Bei einem 40 oder 50 Kilo Brocken ist das ein Problem."

"Menschen brauchen Hundeschule"

Auch Olivia Hofmann, Obfrau der Hundefreunde Klosterneuburg-Weidling rät schon bei Welpen kein Auge zuzudrücken, denn Verhaltensmuster werden beibehalten: "Wenn ein Welpe auf's Sofa springt ist das nicht dramatisch, bei einem 40 Kilo Hund mit dreckigen Pfoten stört uns das aber." Zudem verweist auch sie auf Bewegungsdrang, geistige Förderung und Sozialisierung: "Es ist nicht mehr wie früher am Land, dass der Hund alles kennenlernt. Wir müssen ihn in bestimmte Situationen bringen." Besonders geht es aber um uns: "Tiere brauchen die Hundeschule überhaupt nicht, Menschen brauchen sie schon."

Zur Sache:

Zum Welttierschutztag im vergangenen Oktober wurde die erste Hundeauslaufzone Klosterneuburgs realisiert. Seitdem dürfen Vierbeiner entlang des Weidlingbaches beim Pregarten ohne Leine laufen. Weitere Zonen sollen folgen.
Gemäß dem NÖ Hundehaltegesetz gilt im Ortsgebiet Leinen oder Maulkorbpflicht. Auf Grundlage dieses Gesetzes in Klosterneuburg beispielsweise auch auf dem Treppelweg. „Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential" sind mit Leine und Maulkorb zu führen.

Jahresvorrat an Tierfutter gewinnen

Senden Sie uns eine E-Mail mit dem Foto Ihres Haustieres an tier17@bezirksblaetter.at oder laden Sie es auf meinbezirk.at/tier17 hoch und gewinnen Sie einen Jahresvorrat an Tierfutter. Die Gewinne werden unter allen Einsendern verlost.

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