1,6 Millionen verkaufte Tonträger
Nach über 50 Jahren verabschiedet sich der "Alpenland Sepp" in die Pension

"Ich habe alles im Leben erreicht!" blickt der gebürtige Angerberger Sepp Silberberger, besser bekannt als "Alpenland Sepp", auf seine über 50-jährige Musikkarriere zurück.
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  • "Ich habe alles im Leben erreicht!" blickt der gebürtige Angerberger Sepp Silberberger, besser bekannt als "Alpenland Sepp", auf seine über 50-jährige Musikkarriere zurück.
  • Foto: Haun
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BEZIRK (flo). "Ich habe alles im Leben erreicht", blickt Sepp Silberberger zurück. Der gebürtige Angerberger, der als "Alpenland Sepp" durchaus internationale Musikgeschichte geschrieben hat, stand über 50 Jahre lang äußerst erfolgreich auf der Bühne.

In seinem Heimatort wird er bis heute "Schönsöller Sepp" genannt, da er im Ortsteil Schönsöll aufwuchs und laut eigenen Worten, obwohl er schon lange in der Schweiz lebt, mit Stolz Angerberger ist. "Die Musik hat mich als kleiner Bub schon immer sehr fasziniert und mit ungefähr zehn Jahren hab ich mir selber das Akkordeon spielen beigebracht um Lieder begleiten zu können", erinnert sich Silberberger. Mit einigen Schulkollegen, darunter auch dem Angerberger Urgestein Jakob Gschwentner, besser bekannt als "Achleit Joggä", gründete er seine erste Band, die hauptsächlich Oberkrainer-Stücke und bekannte Titel dieser Zeit interpretierte. Auch der Musikkapelle Angerberg/Mariastein trat Silberberger bei, wodurch deren Kapellmeister Walter Ertl damals auf das Talent aufmerksam wurde und ihn fortan förderte. Schließlich rief der leidenschaftliche Musiker gemeinsam mit Sepp Osl, vulgo "Pfarringer Seppä" aus Angerberg, Hans Mussner aus Wörgl, Josef Ellinger Senior aus Kundl und Hans Hausberger aus Wörgl die "Dorfspatzen" ins Leben. Zu dieser Zeit spielten die etwa 16-jährigen Burschen wöchentlich beim Tiroler Abend in Westendorf und Sepp erinnert sich noch gut an ein Ereignis dieser Zeit: "Einmal sind wir die ganze Nacht in Westendorf geblieben und erst am nächsten Tag in der Früh heimgekommen. Da musste ich dann jeden heimbegleiten, da sie Angst vor dem Ärger hatten den sie daheim bekommen würden!"
Nach den "Dorfspatzen" spielte Silberberger fünf Jahre lang beim "Edelweiß Sextett" aus Schwoich zu dem auch Akkordeonist Peter Furtner aus Wörgl und Gitarrist Rudi Margreiter aus der Niederau gehörten, die zu Silberbergers engsten Wegbegleitern wurden. Schließlich folgte eine Fusion mit den "Tonsteinermusikanten" zu welchen auch Klarinettist Hans Mittner aus Brixlegg gehörte. Unter dem Namen "Alpenland Quintett" wurden Silberberger und seine Freunde Peter Furtner, Rudi Margreiter, Hans Mittner und Jack Gründler schließlich Profimusikanten. In den ersten Jahren gab es einige Wechsel und so verließ Mittner nach rund einem halben Jahr die Gruppe und wurde im Jänner 1967 durch Klarinettist Sepp Oberhofer aus Ellmau ersetzt. Nachdem der ursprüngliche Trompeter Jack Gründler aus Kössen ebenfalls die Gruppe verließ und auch sein Nachfolger Mario aus Slowenien nicht lange dabei war konnte mit Hans Fritz aus Schwendt ein herausragender Musiker gefunden werden. Nachdem auch Gitarrist Rudi Margreiter nach einigen Jahren das Quintett verließ um im Duo als "Vreni und Rudi" aufzutreten konnte mit dem Schweizer Gitarrist Werner Wikart, welcher mit seiner einzigartigen tiefen Stimme bei "Alpenland Quintett" Klassikern wie "Kimm umma auf die Sunnseitn" restlos begeisterte ein herausragender Ersatz gefunden werden. "Besonders Peter Furtner und Hans Fritz waren unglaublich geniale Musiker", lobt Silberberger das Talent seiner langjährigen Musikkameraden. "Wir haben das Trompetensolo "Silberfäden" hundete Male gespielt und ich hatte doch jedes Mal Gänsehaut", erinnert sich Sepp gern an die schöne Zeit. "Jede Musikgruppe bemüht sich besonders eine Goldene Schallplatte zu bekommen und unsere erste Goldene im Jahre 1982 für das Stück "Guten Morgen" war natürlich ein Highlight für uns!" erklärt Silberberger.

Überreicht wurde dem "Alpenland Quintett" ihre erste Goldene Schallplatte in der Wörgler Schulaula und auch der legendäre Sänger Hias aus der Steiermark und die "Sulmtaler Dirndln" waren bei den Feierlichkeiten dabei. Damals mussten übrigens noch 25.000 Tonträger verkauft werden um eine Goldauszeichnung zu erreichten, heutzutage reichen ungefähr 7000.

"Hätten damals 7000 für eine Goldene gereicht hätten wir bestimmt über 50 daheim!"

scherzt Sepp und fügt hinzu dass das "Alpenland Quintett" über 1,6 Millionen Tonträger verkaufte wofür sie mit zwei Diamanternen sowie vier Platinen und 21 goldenen Schallplatten ausgezeichnet wurden.

Unterwegs war das Quintett im gesamten europäisch sprachigem Raum und besonders in der Schweiz waren sie sehr beliebt. Jährlich war das "Alpenland Quintett" bei 30 bis 40 Fernsehsendungen mit dabei und nahm insgesamt an weit mehr als 300 Sendungen teil. "Wir haben aber nie wegen einer Fernsehsendung eine Veranstaltung abgesagt!" erklärt Silberberger stolz. In ihrer 25-jährigen Karriere nahm die Gruppe 38 Tonträger auf, welche natürlich auch unzählige Male im Radio gespielt wurden.
Nach 25 erfolgreichen Jahren beendete das "Alpenland Quintett" schließlich im Februar 2000 seine Karriere, doch der "Alpenland Sepp" dachte nicht ans aufhören. "Zu dieser Zeit habe ich mit dem Akkordeonisten Rudi Exenberger und dem Gitarristen Franz Pischler zwei geniale Musiker gefunden", betont Sepp, der mit ihnen unter dem Namen "Alpenland Sepp & Co." im Trio weiterspielte. Ein wichtiger Bestandteil in den Gruppen vom "Alpenland Sepp" waren seit jeher Show, Sketche und einzigartige Parodien und so schrieb Sepp allein für die Trio Besetzung über 40 Show Stücke. Auch im Trio nahmen sie nochmals neun Tonträger auf und im Verlauf seiner Karriere komponierte Silberberger neben unzähligen Showeinlagen mehr als 200 Stücke.

Große Abschiedstournee

Derzeit befinden sich "Alpenland Sepp & Co." auf Abschiedstournee und am 4. und 5. Mai 2019 geben sie im Rahmen des 15. Alpenland Musikfestivals im schweizerischen Bürglen vor über 5000 Gästen ihr großes Abschiedskonzert. Neben zahlreichen weiteren Größen aus der Volksmusikszene spielt auch das "Alpenland Quintett" mit Baritonist Sepp Silberberger, Gitarrist Werner Wikart, Klarinettist Sepp Oberhofer und Trompeter Hans Fritz nochmal auf. Anstelle des leider bereits verstorbenen Akkordeonisten Peter Furtner spielt Rudi Exenberger das Akkordeon. Weiters mit dabei ist auch das legendäre "Grenzland Sextett" aus Kössen, welches auch seit über zehn Jahren nicht mehr gemeinsam in Erscheinung tritt. Als großes Finale werden alle teilnehmenden Gruppen gemeinsam "Dem Land Tirol die Treue" spielen und sich damit von ihren Fans verabschieden.

Eine musikalische Pension gibt es für Silberberger aber nicht. "Ich werde immer Musikant bleiben", verrät er seine Zukunftsplanung. Allerdings wolle er nur mehr im ganz kleinen Rahmen mit seinem Akkordeon und seiner Gitarre als Alleinunterhalter aufspielen. "Große Open Air Auftritte sind für mich gestorben, das will ich nicht mehr machen", erklärt Sepp. Seine Fanwanderung zum Gasthof Höhlenstein in Angerberg mit seinen treuesten Fans wie sie auch am 29. August stattfand, will er allerdings auch weiterhin machen. "Erst wenn ich zu Fuß nicht mehr auf den Höhlenstein raufkomme höre ich damit auf, denn mit dem Auto rauf zu fahren reizt mich nicht, da kann ich dann auch unten bleiben", schmunzelt der Musiker. Auch mit seinen Enkelkindern werde er mehr Zeit verbringen und viel mit seinen Hunden spatzieren gehen. Mit seiner Tochter Jasmin hat Silberberger, der nun seit langem in der Schweiz lebt, ein erfolgreiches Management, das er auch weiterhin betreiben wird und auch als Moderator wird er ebenfalls weiterhin auftreten. Während Gitarrist Franz Pischler noch in zahlreichen Gruppen weiterspielt, beendet Akkordeonist Rudi Exenberger seine Karriere endgültig.

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