Verein Evita blickt auf zehn Jahre Gewaltschutz zurück

Evita-Geschäftsführerinnen Christine Wright-Kainer und Brigitte Winkler beraten Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt sind in Kufstein.
2Bilder
  • Evita-Geschäftsführerinnen Christine Wright-Kainer und Brigitte Winkler beraten Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt sind in Kufstein.
  • Foto: Fluckinger
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

Anlässlich der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ reflektiert die Frauen- und Mädchenberatungsstelle Evita über zehn Jahre Frauennotwohnungen in Kufstein.

KUFSTEIN (bfl). Es ist ein klares Zeichen gegen Gewalt – von 25. November bis 10. Dezember wird im Rahmen der Kampagne  „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam gemacht. So auch in Kufstein, wo in diesen Tagen als Zeichen dieser Aufmerksamkeit Fahnen in der Stadt wehen sollen. Gleichzeitig startet die in Kufstein ansässige Frauen- und Mädchenberatungsstelle Evita einen Rückblick auf zehn Jahre Frauennotwohnungen in der Festungsstadt.
Im Herbst 2008 eröffnete der Verein die erste dieser Wohnungen in Kufstein. Nach einer Erweiterung um eine zweite Wohnung im Jahr 2011 haben derzeit vier Frauen inklusive Kinder in den beiden Frauennotwohnungen Platz. Frauen, denen häusliche Gewalt widerfahren ist, können hier für einige Monate wieder Stabilität finden und sich neu orientieren – die Miete beträgt nur 190 Euro pro Monat. Zudem werden sie mindestens einmal in der Woche in beratender Form vom Verein Evita unterstützt.

Angebot wird genutzt

Die Übergangswohnungen stellen ein Angebot dar das in Kufstein schnell angenommen wurde und mittlerweile durchgehend genutzt wird. Seit der Eröffnung der ersten Notwohnung im Jahr 2008 konnte der Verein 18.479 Nächtigungen verzeichnen. Im Jahr 2017 nutzten insgesamt 16 Frauen und 15 Kinder mit 2.269 Nächtigungen die Übergangswohnungen von Evita.
Die Beratungsstelle des Vereins wird hauptsächlich von in Österreich geborenen Frauen angenommen. Das Angebot für die Frauennotwohnungen nutzen indes tendenziell vermehrt Frauen mit Migrationshintergrund. Dies ergibt sich allerdings auch aus deren Situation, da diese Frauen oft viel weniger familiäre Unterstützung sowie soziale "Ressourcen" haben.
Ein Großteil der Frauen kommt über die Jugendwohlfahrt, die ein Vernetzungspartner von Evita ist, zur Anlaufstelle nach Kufstein. Ein Teil kommt aber auch über die Polizei oder durch Mundpropaganda zu Evita.
Die Zeitspanne, in der die betroffenen Frauen die Notwohnungen nutzen können, hat sich in den letzten Jahren jedoch ausgedehnt. Dies ist auf eine veränderte Situation am Wohnungsmarkt in und rund um Kufstein zurückzuführen. "Frauen finden am privaten Markt derzeit nur sehr schwer eine Wohnung", sagt Evita Geschäftsführerin Christine Wright-Kainer im Gespräch mit den BEZIRKSBLÄTTERN. Eine Erleichterung gibt es hier bereits durch die Stadtgemeinde Kufstein, die die Frauen bei der Suche unterstützt.

Finanzierung durch Land und Stadt

Finanziert wird der Verein Evita und die Einrichtung durch das Land Tirol und die Stadt Kufstein. Das Land übernimmt mit rund 56.000 Euro jährlich die Basisfinanzierung, während die Stadt Kufstein die Räumlichkeiten für den Verein ohne Miete zur Verfügung stellt und diesen zusätzlich mit 10.000 Euro fördert. Der größte Anteil der anfallenden Kosten betrifft jene für die psychologische Beratung der Frauen.
Weitere Anlaufstellen für Frauen die als Opferschutzeinrichtungen geführt werden gibt es nur in Innsbruck und in Lienz. Das "Einzugsgebiet" für die Notwohnungen in Kufstein umfasst somit auch die Bezirke Kitzbühel und Schwaz.

Evita-Geschäftsführerinnen Christine Wright-Kainer und Brigitte Winkler beraten Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt sind in Kufstein.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen