07.11.2016, 11:19 Uhr

Faszinierend inszenierter Email-Roman: „Gut gegen Nordwind“

Das Internet wird bei „Gut gegen Nordwind“ in der Arche Noe zum realen Raum, in dem sich Emmi Rothner (Laura Hammerle-Stainer) und Leo Like (Stefan Bric) begegnen. (Foto: Spielbichler)
KUFSTEIN (vsg). Mit dem E-Mail-Roman „Gut gegen Nordwind“ schuf der österreichische Autor Daniel Glattauer vor zehn Jahren ein „Kopf-Kino“, mit dem er die Bestsellerlisten eroberte. Doch kann man diese virtuelle Liebesgeschichte auch spannend auf eine Bühne bringen? Das Theater in der Arche Noe kann es, wie die gelungene Premiere am 5. November eindrucksvoll vor Augen führte. Laura Hammerle Stainer schlüpfte im Zwei-Personen-Stück unter der Regie von Caroline Mercedes Hochfelner in die Rolle von Emmi Rothner und Stefan Bric in die von Leo Like.
Mit einem genialen Regie-Einfall lässt Caroline Mercedes Hochfelner den virtuellen Raum der anonymen Datenwelt real werden und schafft damit einen Ring, in dem die beiden professionell agierenden Darsteller interagieren und damit auf der Bühne nicht nur in ihrer Fantasie in Beziehung treten. Als bei Leo Leike irrtümlich eine Weihnachtsglückwunsch-Massenmail im Posteingang landet, antwortet er der ihm umbekannten Emmi Rothner. Aus den zunächst noch recht belanglosen Antworten entwickeln beide gegenseitiges Interesse, wobei die elektronische Brieffreundschaft sich immer intimeren Details widmet – etwa der verflossenen Freundin Leos oder dem Familienleben der verheirateten Emmi. Jeder benützt den anderen – ob als Verarbeitungstherapie für die verflossene Freundin oder als Familien-Auszeit. Dabei wächst stetig das Interesse am Anderen.
„Ich bin für Sie wie Telefonsex – nur ohne Telefon und ohne Sex“, stellt Emmi fest und schlägt als erste ein Erkennungstreffen vor, bei dem die Beiden ihr Versteckspiel allerdings weiterführen. Jeder bastelt am Fantasiebild des Anderen, das mit der Zeit immer mächtiger wird. Würden die gegenseitigen Erwartungen im realen Leben erfüllt oder ist dadurch eine Beziehung im echten Leben von vorn herein zum Scheitern verurteilt? Sie gehen einen Schritt weiter – die Stimme hören, ein Date vereinbaren. Überraschend schaltet sich dann noch Emmis Ehemann in den Email-Verkehr ein, gesprochen von Helmuth A. Häusler aus dem Off. Für das Publikum bleibt „Gut gegen Nordwind“ bis zur letzten Minute spannend, denn jeder hofft auf ein Happy End...

Weitere Vorstellungen von „Gut gegen Nordwind“ sind am 13., 19., 21., 25. November, am 29. Dezember sowie am 6., 8., 12. und 15. Jänner 2017. Beginn in der Arche Noe, Südtirolerplatz 4 in Kufstein ist jeweils um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Kartenvorverkauf bei Ö-Ticket, im Hotel Gisela und bei der Stadtgemeinde Kufstein, Karteninfo unter 0650-6643654 sowie per e-mail info(at)archenoe.at .
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