13.02.2018, 11:00 Uhr

Land optimiert Hochwasserschutz-Projekt im Unteren Unterinntal

Das Projekt im Unteren Unterinntal zählt zu den österreichweit bedeutendsten Hochwasserschutzprojekten. (Foto: Land Tirol)

Finale Planungsarbeiten an weiterer Optimierung der Hochwasserschutzmaßnahmen sind im Gange.

BEZIRK (red). Die Arbeiten am Hochwasserschutzprojekt für das Untere Unterinntal zum Schutz von 160 Hektar Bauland und 2.200 Gebäuden laufen nach wie vor auf Hochtouren, wie das Land Tirol in einer Aussendung mitteilt. "Derzeit finden die finalen Planungsarbeiten für die weitere Optimierung der Hochwasserschutzmaßnahmen, insbesondere in den drei Retentionsräumen statt“, informiert Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft. Das Ergebnis wird in den nächsten zwei bis drei Monaten vorliegen.

Treffen mit Eigentümern und Gemeinden

Seit dem Vorliegen der Regionalstudie für den Hochwasserschutz im Unterinntal sowie dem Planungsstart für den Abschnitt zwischen Brixlegg und Angath im Jahr 2016 ist viel passiert. In acht so genannten Planungstreffs wurden die Vertreter der Gemeinden Brixlegg, Kramsach, Rattenberg, Radfeld, Breitenbach, Kundl, Wörgl, Angath sowie der Grundeigentümer bislang eingehend über das Projekt und den jeweils aktuellen Planungsstand informiert.
Die Abteilung Bodenordnung hat auf Basis des seit Ende 2016 vorliegenden Projekts mit allen Grundeigentümern in den drei geplanten Retentionsräumen Kramsach/Voldöpp, Radfeld/Kundl und Angath Einzelgespräche geführt. Die Ergebnisse der agrarischen Grundlagenerhebung fließen nun in die finale Planung für das Generelle Projekt ein.
Außerdem haben fünf Treffen zur Vorbereitung des zu gründenden Wasserverbandes bestehend aus den acht betroffenen Gemeinden und den Infrastrukturträgern ÖBB, ASFINAG, TIWAG und Landesstraßenverwaltung stattgefunden. Die Infrastrukturträger und sämtliche Gemeinden bis auf Radfeld, Kundl und Angath haben ihre grundsätzliche Zustimmung zum Projekt und zum Wasserverband bereits gegeben. Der Wasserverband ist künftig der Bauherr für die Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen.
"Wir sind kurz vor dem Durchbruch", sagt LA Alois Margreiter hinsichtlich des Zustandekommens des Wasserverbandes. Nach vielen Einzelgesprächen sei man nun in den Verhandlungen mit den Grundeigentümern einen entscheidenden Schritt voran gekommen. Das bisherige bremsende Element war, dass die Grundeigentümer die Flächen zur Bewirtschaftung benötigen. Das Land Tirol will nun Flächen von nicht aktiven Landwirten aufkaufen und diese Flächen den Grundeigentümern zur Verfügung stellen.
"Es gibt nur noch bei drei Gemeinden Änderungswünsche in der Detailplanung", sagt Margreiter. Die machbaren Wünsche würden derzeit aktiv eingearbeitet und sollen in zwei bis drei Wochen den Gemeinderäten wieder vorgestellt werden. Es gebe auch zwei bis drei nicht machbare Wünsche, die Margreiter als "politische Spekulation" bezeichnet.
"Letztendlich hat der Bürgermeister Verantwortung, wenn er zum Ausdruck bringt, mich interessiert der Hochwasserschutz nicht. Dann wird der Bürgermeister ein Verantwortlichkeitsproblem haben", so Margreiter.

Umfassende Begleitarbeiten

Parallel zu den Planungen und Informationsveranstaltungen zum Hochwasserschutz im Unteren Unterinntal hat das Land Tirol in den vergangenen drei Jahren eine Reihe von Grundlagenarbeiten wie Untergrunderkunden durchgeführt und rechtliche Fragen zu den Genehmigungsverfahren geklärt. In einer eigenen Studie wurden die Möglichkeiten für die Retention in alpinen Lagen untersucht. Vereinbart wurde auch der Finanzierungsanteil durch den Bund. Um die finanzielle Belastung der Gemeinden weiter zu reduzieren, hat auch das Land Tirol einen erheblichen Finanzierungsbeitrag beschlossen.
In Summe 18 Kilometer Mauern und Dämme sowie drei Retentionsräume zum Rückhalt des durch die Schutzmaßnahmen aus dem Siedlungsgebiet verdrängten Wassers sieht das Hochwasserschutzprojekt für das Untere Unterinntal vor. 8,5 Millionen m3 Wasser, das entspricht 8,5 Milliarden Liter, sollen bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis aus dem besiedelten Gebiet zwischen Brixlegg und Angath ferngehalten werden.
Das Projekt im Unteren Unterinntal zählt zu den österreichweit bedeutendsten Hochwasserschutzprojekten in einem dicht besiedelten Zentralraum und stößt auch in den Nachbarbundesländern auf hohes Interesse.

Alles Infos auf: www.hochwasserschutz-unterinntal.at
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