04.10.2017, 12:44 Uhr

Studie: Ab dem neunten Jahr "rechnet" sich ein Flüchtling – ökonomisch gesehen

Junge Asylwerber im Deutschkurs. Wenn die Flüchtlinge neun Jahre in Österreich bleiben, "zahlen sie sich aus" – volkswirtschaftlich betrachtet. Das sagt eine neue Studie. (Foto: BFI)
OÖ. Im Auftrag des oberösterreichischen Integrationslandesrats Rudi Anschober (Grüne) hat die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsforschung (GAWI) die wirtschaftlichen Effekte des Flüchtlingszuzugs in Oberösterreich erhoben.

Das Resultat: Ab dem fünften Jahr ihres Aufenthaltes übersteigt bei den Asylbewerber und Asylberechtigten die jährliche Summe an abgeführten Abgaben (SV- Beiträge, Lohnnebenkosten, Steuern) die jährliche Summe an erhaltenen Transfers (Grundsicherung, Bedarfsorientierte Mindestsicherung, Arbeitslosengeld).

Jene, die sich mindestens neun Jahre im Land befinden, haben während ihres Aufenthaltes kumuliert (zusammengerechenet) mehr an Abgaben abgeführt als an Transfers erhalten. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer einer Asylbewerberin/ Asylberechtigten beträgt jedoch lediglich 3,64 Jahre, sodass Asylbewerber/Asylberechtigte im Schnitt insgesamt um 2.300 Euro mehr an Transfers erhalten, als sie an Abgaben abführen.

90 Millionen Euro Konjunkturspritze für OÖ

Gleichzeitig führten die Konsumausgaben der Asylbewerberinnen/Asylberechtigtenvon 2005 bis 2016 zu einem zusätzlichen jährlichen Bruttoregionalprodukt in Oberösterreich von 90 Millionen Euro und einer zusätzlichen Beschäftigung von 1.180 Jahres-Vollzeitäquivalenten. Die damit verbundenen fiskalischen Rückflüsse sind höher als die Transfers, die die Asylbewerberinnen/Asylberechtigten netto (d.h. nach Abzug ihrer abgeführten Abgaben) vom Staat erhalten, heißt es in der Studie.

Anschober fordert schnelleren Arbeitsmarktzugang

Landesrat Anschober erneuert auf Basis dieser Studie seine Forderung nach einem rascheren Zugang der Asylwerber zum österreichischen Arbeitsmarkt: "Ein schnellerer Zugang zum Erwerbsarbeitsmarkt für Asylbewerbende in der Grundsicherung hätte zur Folge, dass das Transferaufkommen sinkt und gleichzeitig das Abgabenaufkommen steigt. Ein schnellerer Zugang zum Erwerbsarbeitsmarkt hätte zur Folge, dass insbesondere das Aufkommen an Sozialversicherungsbeiträgen und Lohnnebenkosten steigt", so Anschober.
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