Erinnerung an Landecker Standschützen

Bgm. Roland Wechner, Rudolf Juen, Hartwig Röck, Kurt Tschiderer und Gerhard Gstraunthaler erzählten über die Schicksale der Landecker Standschützen im Ersten Weltkrieg.
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  • Bgm. Roland Wechner, Rudolf Juen, Hartwig Röck, Kurt Tschiderer und Gerhard Gstraunthaler erzählten über die Schicksale der Landecker Standschützen im Ersten Weltkrieg.
  • hochgeladen von Dr. Johanna Tamerl

FLIRSCH (jota). Kriege sind schrecklich und grausam. Was die Menschen zu Kriegszeiten durchmachen müssen, ist oft nur schwer vorstellbar. Zur Erinnerung an die Landecker Standschützen im Ersten Weltkrieg werden derzeit beeindruckende Dokumente, Fotos und Bilder in Flirsch gezeigt. Viele Bilder stammen von den damaligen Standschützen Franz Handle aus Landeck und Wilhelm Nigg aus Grins. Die Ausstellung von Georg Zobl, Oswald Mederle und Rudolf Juen war bereits in Landeck zu sehen, jetzt liegt ein zusätzlicher Schwerpunkt der Dokumentation im Stanzertal.
Bei der Präsentation sprachen Bezirks- und Ortschronist Rudolf Juen, Bezirks-Chronist-Stv. Kurt Tschiderer, Bundesbildungsoffizier Hartwig Röck sowie Bildungsoffizier des Schützenbezirkes Landeck Gerhard Gstraunthaler über die Ereignisse von damals.
Das Landecker Bataillon, bestehend aus den drei Kompanien Landeck und Umgebung, Stanzertal und Paznaun, wurde im Mai 1915 einberufen und zählte insgesamt 728 Mann, davon 20 selbstgewählte Offiziere und 708 Schützen. "Das Besondere der Standschützen war, dass sie ihre Offiziere selber gewählt haben", erläuterte Juen, der auch ganz persönliche Bilder seinen eigenen Vorfahren zeigt.
"Die ganze Einheit bestand reduziert während des gesamten Krieges, im Frühjahr 1916 gab es nur mehr eine Kompanie", so Rudolf Juen, der seit 30 Jahren Informationen darüber sammelt. "Es ist unvorstellbar, welches Leid diese Menschen ertragen mussten", schilderte Juen die schrecklichen Ereignisse von damals. Krankheiten, Kälte, unmenschliche Behausungen und kriegerische Auseinandersetzungen dezimierten die Standschützen. "Das Leid und die vielen psychischen Störungen, unter denen viele litten, sind kaum dokumentiert!"
Männer unter 18 und über 42 Jahren wurden zu den Standschützen eingezogen. "Es waren jene, die in den damaligen Schießständen, die es in jeder Gemeinde verpflichtend gab, einrolliert, dh in die Rolle eingetragen, waren", erläuterte Kurt Tschiderer, der Rudolf Juen bei der Ausstellungsvorbereitung unterstützte. "Es war sozusagen das letzte Aufgebot." Das Bataillon Landeck war an der gesamten Südfront eingesetzt, ua auch in der so genannten Wolfsschlucht. Im Gedenkjahr fuhren viele Schützenkompanien und Gilden nach Italien, um der gefallenen, vermissten oder verwundeten Soldaten und der Heimkehrer zu gedenken.
Die sehenswerte Ausstellung kann jeweils am Samstag zwischen 19:00 und 21:00 Uhr, am Sonntag zwischen 10:00 und 12:00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung mit Rudolf Juen (0650/5595100) bis 8. April besucht werden. "Wir hoffen auf reges Interesse", so Juen.

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