Warum nimmt Österreich überhaupt an der Pisa-Studie teil und führt nicht eigene Studien durch?

In den letzten Tagen liest man laufend über Berichte, ob die Ergebnisse des bevorstehenden Pisa-Tests aufgrund der negativen Auswertungen der letzten Tests und der daraufhin nicht gravierenden Änderungen im österreichischen Bildungssystem wieder nicht positiv ausfallen werden.

Dazu stellt sich hier die Frage, warum Österreich überhaupt an der Pisa-Studie teilnimmt und nicht ihre eigenen Studien durchführt, um die Schwächen des Schulsystems aufzudecken? Stattdessen wird durch Bildungsexperten bereits vor Durchführung der Pisa-Tests über den schlechten Bildungsstandard der Kinder und Jugendlichen debattiert.

Dazu kann ich nur sagen, dass es auch vor der Durchführung der Pisa-Tests sogenannte „Risikoschüler“ gab. Man versuchte diesen lernschwachen Kindern durch oftmaliges Wiederholen der Rechenaufgaben und durch lautes Vorlesen einzelner Textpassagen in der Klasse dadurch unterstützend unter die Arme zu greifen. Die Schulen und die Lehrer dürfen sich nicht anhand der Ergebnisse dieser Tests herausreden, dass die Schüler schlecht sind. Es gibt meiner Meinung nach keine schlechten Schüler, sondern nur zu wenig qualifizierte Lehrer. Denn die Ausbildung der Lehrkräfte sowie das gesamte Schulsystem hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert: wurden die Lehrpersonen früher als Respekt- und Vorbildpersonen angesehen, so herrscht seitens der Schüler heutzutage keinerlei Willen zur Lernbereitschaft mehr.

Hier sollte von den zuständigen Verantwortlichen und Ministerien bereits in den Volksschulen wieder vermehrtes Augenmerk auf Lernbereitschaft und Lerndisziplin gesetzt werden. Durch einen gesamtgesellschaftlichen Wandlungsprozess hinsichtlich des spielerischen Aneignens der Lerndisziplin bereits im Volksschulalter, ist es denkbar, dass es wieder „cool“ oder „krass“ ist, der Beste in der Schule zu sein. Die besseren Schüler sollen spüren, dass sie gebraucht werden und die schlechteren Schüler sollen wieder dazu animiert werden, besser zu werden.

Ebenfalls sollten gezielte Maßnahmen hinsichtlich Verbesserung der Sprachqualität durch Sprachförderungen oder Kurse für Kinder aus Migrantenfamilien gesetzt werden, um einerseits einem Scheitern während des Bildungsweges entgegenzuwirken und andererseits das gesamte Bildungsniveau der österreichischen Schüler anzuheben. Erst nach Durchführung der Verbesserungsmaßnahmen sollte sich Österreich dazu entschließen, bei einem weiteren Pisa-Test teilzunehmen.

Autor:

Silvia Auer aus Landeck

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