Erinnerung an eine dunkle Zeit
Neues Hexenzimmer auf Schloss Landeck

Christoph Wachter (Künstler und Vorstandsmitglied des Bezirksmuseumsvereins Landeck) mit Christian Rudig, dem Obmann des Bezirksmuseumsvereins Landeck im neuen Hexenzimmer auf Schloss Landeck.  | Foto: Elisabeth Zangerl
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  • Christoph Wachter (Künstler und Vorstandsmitglied des Bezirksmuseumsvereins Landeck) mit Christian Rudig, dem Obmann des Bezirksmuseumsvereins Landeck im neuen Hexenzimmer auf Schloss Landeck.
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Die Hexenverfolgungen markieren eines der finstersten Kapitel unserer Vergangenheit. 1633 traf es die Zammerin Christina Schainger – sie war die letzte Frau, die in Landeck als „Hexe“ verbrannt wurde. Das neue Hexenzimmer auf Schloss Landeck holt dieses und andere Schicksale nun eindrücklich ins Bewusstsein. Zentraler Blickfang ist ein großformatiges, fiktives Ölgemälde des Landecker Künstlers Christoph Wachter.
LANDECK. (lisi). Auf dem belebten Marktplatz herrscht buntes Treiben, doch der Blick einer jungen Frau, die eine Milchkanne in ihren Händen trägt, richtet sich unruhig auf den Scheiterhaufen, der als Modell vor dem großformatigen Ölgemälde steht. Ihr Gesichtsausdruck bleibt offen für Interpretationen.

„Vielleicht fragt sie sich: Bin ich die Nächste?“,

meint Christoph Wachter, Landecker Künstler und Vorstandsmitglied des Bezirksmuseumsvereins Landeck, der das eindrucksvolle Ölbild geschaffen hat.

So stellt sich der Landecker Künstler jenen Tag vor der Hinrichtung der letzten "Hexe" in Landeck im Jahr 1633 vor.  | Foto: Elisabeth Zangerl
  • So stellt sich der Landecker Künstler jenen Tag vor der Hinrichtung der letzten "Hexe" in Landeck im Jahr 1633 vor.
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Das Werk zeigt jenen Tag vor der Hinrichtung der letzten als „Hexe“ verurteilten Frau im Jahr 1633 in Landeck – so, wie ihn sich der Künstler vorstellt. Mit Beginn der Sommersaison wurde das Hexenzimmer als neue Dauerausstellung auf Schloss Landeck eröffnet. Es soll dieses finstere Kapitel der Geschichte eindrucksvoll vor Augen führen.

Foto: Elisabeth Zangerl

Entscheidung für analoge Variante

In den Räumlichkeiten von Schloss Landeck wurden einst Todesurteile gefällt.

„Insgesamt haben hier 22 Hexenprozesse stattgefunden“,

berichtet Christian Rudig, Obmann des Bezirksmuseumsvereins Landeck. Nachdem Vorstandsmitglied Christoph Wachter im Vorjahr das Stift St. Florian als Miniatur nachgebaut hatte, stand heuer die Neugestaltung des Hexenzimmers an. Dafür schuf er ein großformatiges Ölgemälde, an dem er von September 2025 bis Jänner 2026 ehrenamtlich arbeitete, sowie ein Modell eines Scheiterhaufens, wie er sich damals in der Urtl – nahe der heutigen Tabaktrafik – befand.

„Wir haben uns in Zeiten der Digitalisierung bewusst für eine analoge Variante entschieden“,

sagt Wachter.

Christoph Wachter: „Wir haben uns in Zeiten der Digitalisierung bewusst für eine analoge Variante entschieden.“  | Foto: Elisabeth Zangerl
  • Christoph Wachter: „Wir haben uns in Zeiten der Digitalisierung bewusst für eine analoge Variante entschieden.“
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Ergänzt wird das neue Hexenzimmer durch zahlreiche Infotafeln, die die historischen Schicksale erzählen.

Foto: Elisabeth Zangerl

Eine Zammerin

Die letzte im Jahr 1633 in Landeck verbrannte „Hexe“ war die Zammerin Christina Schainger. Dass jedoch – anders als oft angenommen – nicht ausschließlich Frauen hingerichtet wurden, stellt Christian Rudig klar:

„Über 50 Prozent der verurteilten Personen waren männlich.“

Schainger legte ihr Geständnis unter Folter ab - dadurch wurde ihr eine „Erleichterung“ bei der Vollstreckung gewährt. In ihrem Fall bedeutete das, dass man ihr ein Pulverfass um den Hals band, das explodierte – ein Tod, der sie vor der vermutlich noch qualvolleren Verbrennung bewahrte.

Foto: Elisabeth Zangerl

Auch warum sie verurteilt wurde, wissen Christian Rudig und Christoph Wachter:

„Ihr wurde unterstellt, mit dem Peterle, also dem Teufel, geflogen zu sein und nahe einer Zammer Alm ein Pulver verstreut zu haben, das Kühen Schaden zugefügt habe. Auch hieß es, sie hätte bei einem Bauern ein Pulver verstreut, der dann Läuse bekommen hätte.“

Christoph Wachter informierte weiters, dass 1775 die letzte Hexenverbrennung auf deutschem Boden stattgefunden hat (die letzte in Tirol im Jahr 1722). Die Dauerausstellung ist ebenso wie weitere Ausstellungsräumlichkeiten täglich von 10 bis 17 Uhr zu besichtigen. Im kommenden Jahr ist eine Einzelausstellung mit Werken von Christoph Wachter geplant.

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