06.07.2017, 21:03 Uhr

Ein Traum wird wahr

(Foto: Albert Spiss)
Kappl: St. Martins-Kirchlein |

Nach 5 Jahren Renovierungsarbeit erstrahlt die Kapelle und Filialkirche St. Martin in Ulmich/Nederle (Ortsteil von Kappl) in neuem Glanz und wurde vergangenen Sonntag wieder eingeweiht.

Zu Maria Heimsuchung feierte die Pfarre Kappl in der Kapelle St. Martin den Festgottesdienst, gestaltet vom Kirchenchor Kappl, mit Pfarrer Mag. Gerhard Haas, Diakon Herbert Scharler und Missionar Pater Hans Schmid aus See, sowie Diakon Karl Gatt aus Galtür. Pfarrer Gerhard Haas meinte lächelnd in seiner Festpredigt: „Für mich ist ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen. Heute wird die Kapelle als Filialkirche wieder eingeweiht. Euer Kirchlein ist somit ein Gotteshaus für die breitere Öffentlichkeit und es gehört euch nicht mehr ‚ganz‘ allein.“ 1750 wurde das Ansuchen der damaligen Bewohner für eine eigene Kaplanei abgelehnt.
Gefahr in Verzug - hieß es, als ein Fachmann vor 5 Jahren die Kapelle begutachtete und in desolatem Zustand vorfand. Obwohl erst 1992 das Dach neu gedeckt und der Glockenstuhl saniert wurde, entdeckte man hier die größten Schäden. Das große Gewicht der Glocken und statische Fehler führten zu Rissen und ein Verschieben des Glockenstuhls, sodass man das Läuten einstellte. Wasser drang in das Innere des Gebäudes ein und richtete großen Schaden an. Norbert Stark ließ es keine Ruhe und bekam auch das eine oder andere Zeichen, dass sofort gehandelt werden musste.
Mit Herzblut setzte er sich für eine Gesamtsanierung ein (geplante Kosten 350.000,-- mit Zufahrtsweg) und übernahm die Obmannschaft mit seinem Bauausschuss bis 2015. In dieser Zeit organisierte er, plante die Finanzierung und führte sämtliche Verhandlungen zur Förderung durch. Johann Jehle (PKR in Kappl) übernahm die Leitung mit großem Engagement bis zur Fertigstellung.
Ein großer Dank gebührt den heimischen Firmen und Künstlern, der Zimmerei Alois Thurner Zams (Glockenstuhl und Kreuz), den Restauratoren Manfred Mitterer, Gerhard Knabl, Jenny Zauser und Bauingenieur Siegfried Ebenbichler, der mit Rat und Tat für die Trockenlegung und Statik beistand, den zahlreichen Spendern, dem Land Tirol (LA Anton Mattle), der Gemeinde Kappl (BM Helmut Ladner) und dem Denkmalamt (Dr. Philipp Rampold). Ohne sie alle und das breite Interesse der Bevölkerung (mind. 2000 ehrenamtliche Arbeitsstunden) wäre dieses Projekt nicht umgesetzt worden.
Auch wenn der wichtigste Baustein und der schönste Schmuck der Kirchenbesucher selbst es ist, der Ruhe und Trost im Gotteshaus sucht, wird dies in besonderer Weise im Zusammenhalt und gemeinsamen Handeln offenkundig. Beim großartigen Straßenfest zur Wiedereinweihung war die Freude bei den etwa 400 Besuchern spürbar. Danke David Rudigier und seinem Team für die Organisation dieses krönenden Abschlusses sowie dem Jugendorchester, der MK Kappl und den 3 Buben Benjamin, Christoph und Jonas für die musikalische Umrahmung. Ein Dank an Gottlieb Jehle für die Hüpfburg, der Fam. Sailer Marco und Kurt für die zur Verfügung gestellten Gocarts zum Kinderprogramm und allen HelferInnen. Vergelt’s Gott allen Sponsoren (Getränke Grün, WMF Rudigier Franz, Sennerei Knoll), allen Gästen und Gönnern!
Kapelle und Filialkirche St. Martin Ulmich: erste Kapelle um 1670 aus Holz; 1742 wurde die Holzkapelle durch eine größere, gemauerte ersetzt (jetziger Bestand)
Das Kirchlein verfügt über 3 Altäre, zahlreiche Schätze aus dem 18. Jhd. (Bildhauer Johann Ladner Kappl u. Josef Klemens Imst), Deckenfresken vom Grinner Maler Alois Grissemann (1815), eine Empore! und nicht zuletzt hat Jenny Zauser aus Kappl bei der Restaurierung der Kreuzwegbilder alte Malereien auf Leinen entdeckt, die von einem einfachen Bilddruck verdeckt wurden.
Chronist Prof. Robert Klien
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