Gefährlicher Einsatz im Lavanttal
Durchtrennte Oberleitung sorgt für gesperrte Bahnstrecke
- Feuerwehren wurden zu einem Einsatz am bahngleis alarmiert.
- Foto: Feuerwehr Maria Rojach
- hochgeladen von Evelyn Wanz
Ein Lkw hat im Lavanttal eine Oberleitung der ÖBB-Lavanttalbahn durchtrennt – eine Situation, die lebensgefährlich werden kann. Die alarmierten Feuerwehren sicherten den Gefahrenbereich sofort ab und warnen eindringlich vor beschädigten Stromleitungen.
LAVANTTAL. Ein Zwischenfall an einem Bahnübergang im Lavanttal hätte am Mittwochvormittag dramatische Folgen haben können. Ein Lkw hat eine Oberleitung der ÖBB-Lavanttalbahn auf rund 800 Metern heruntergerissen. Verletzt wurde niemand, dennoch warnt die Feuerwehr eindringlich vor der Lebensgefahr, die von beschädigten Stromleitungen ausgeht.
Kran riss Oberleitung ab
Nach Angaben der Polizei war ein 44-jähriger Mann aus dem Bezirk Wolfsberg gegen 9.30 Uhr mit einem Lkw samt Kranaufbau und einem Tiefladeanhänger auf der L144 von Mettersdorf in Richtung Messensach unterwegs. Im Bereich der Bahnstrecke dürfte der nicht vollständig eingefahrene Kran des Fahrzeugs an der Oberleitung der Eisenbahnanlage hängen geblieben sein und diese auf einer Länge von rund 800 Metern zu Boden gerissen haben.
Keine Verletzten
Vermutlich durch einen Kurzschluss sind die gesamte Elektronik sowie der Motor des Lkw ausgefallen. Der Lenker hat das Fahrzeug laut Polizei noch rund 50 Meter nach dem Bahnübergang zum Stillstand bringen und unverletzt verlassen können.
Sofortige Absicherung
Aufgrund der Gefahr, die von einer möglicherweise noch unter Spannung stehenden Oberleitung ausgeht, sei der Gleisbereich umgehend abgesichert worden. Die Einsatzkräfte haben die Unfallstelle bis zum Eintreffen der zuständigen Einsatzleiter der ÖBB gesichert. Nach Angaben der Feuerwehr wurde bei dem Vorfall niemand verletzt.
Bahnverkehr eingestellt
Durch die beschädigte Oberleitung musste der Bahnverkehr zwischen Wolfsberg und St. Paul im Lavanttal eingestellt werden. Zwei Personenzüge konnten ihre Fahrt nicht fortsetzen. Insgesamt 13 Fahrgäste wurden laut Polizei von den Feuerwehren aus den Zügen evakuiert. Verletzt wurde dabei niemand. Die ÖBB richteten einen Schienenersatzverkehr ein. Die Sperre des Bahnverkehrs soll voraussichtlich bis zum 2. Juli andauern.
Straße gesperrt
Auch die L144 musste im Bereich des Bahnübergangs für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Eine örtliche Umleitung wurde von der Straßenmeisterei Lavamünd eingerichtet. Am Lkw entstand laut Polizei vermutlich Totalschaden. Wie hoch der Schaden an der Oberleitung ist, war vorerst noch nicht bekannt.
Feuerwehr warnt vor Lebensgefahr
Die Freiwillige Feuerwehr Maria Rojach weist in diesem Zusammenhang auf die Gefahren beschädigter Oberleitungen hin. Demnach muss eine Leitung nicht einmal berührt werden, um in Lebensgefahr zu geraten. Durch die hohe Spannung kann es zu einem sogenannten Spannungsüberschlag (Lichtbogen) kommen.
Sicherheitsabstand halten
Die Feuerwehr appelliert daher, bei beschädigten Oberleitungen stets einen großen Sicherheitsabstand einzuhalten und den Gefahrenbereich keinesfalls zu betreten, bis die ÖBB die Leitung freigegeben und geerdet hat. Zudem erinnert sie daran, dass elektrischer Strom weder sichtbar noch hör- oder riechbar ist und deshalb keinesfalls unterschätzt werden darf.
Einsatzkräfte vor Ort
Im Einsatz standen neben den Beamten der Polizeiinspektionen St. Andrä und Wolfsberg, die Freiwilligen Feuerwehren Jakling, St. Andrä, Kollnitz und Maria Rojach sowie die Straßenmeisterei Lavamünd.
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