Giftige Insekten
Gefährliche Raupen breiten sich in Kärnten weiter aus
- Der Prozessionsspinner kommt in Kiefernarten vor.
- Foto: stock.adobe.com/Umit
- hochgeladen von Kerstin Pussnig
Ein Anstieg der Temperaturen in den Wintermonaten kann sich günstig auf die Ausbreitung eines für Mensch und Tier gefährlichen Insekts auswirken: den Prozessionsspinner. "Ursprünglich aus Italien kommend, breitete sich dieser Nachtfalter in den letzten Jahren über das Kanaltal auch in Kärnten aus. Er kommt aktuell im Stadtgebiet von Villach bis Hermagor vor", erklärt Christian Matitz, Landesforstdirektor von Kärnten.
LAVANTTAL. Seit ungefähr zehn Jahren gibt es den Prozessionsspinner in Kärnten. Prozessionsspinner (Thaumetopoeinae) sind Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner (Notodontidae). Es sind circa 100 Arten bekannt, die jeweils in verschiedenen Regionen angesiedelt sind und sich auf unterschiedliche Baumarten spezialisiert haben. In Kärnten ist seit 2016 der Pinienprozessionsspinner verbreitet. Der Prozessionsspinner baut in seine Gespinste in heimischen Kiefern Nester und legt dort 70 bis 100 Eier ab. Die Raupen schlüpfen im Jänner und Februar.
Gifthärchen an Raupen
Gefährlich sind nicht die erwachsenen Prozessionsspinner, sondern deren Raupen. Diese haben kleine Brennhaare mit Widerhaken und dem Gift Thaumetopoein. "Die Härchen des Prozessionsspinners sind so fein, dass man sie einatmet", erklärt Matitz. Vorsicht ist geboten, wenn Hunde bei Waldspaziergängen an heruntergefallenen Nestern oder Raupen schnüffeln. Das Einatmen kann zu schweren Lungenschäden führen. Kommt es zu Hautkontakt mit Raupen, führt das zu Hautausschlägen bei Mensch und Tier.
Meldung an Forstschutz
Die Larven des Prozessionsspinners steigen im Februar und März über den Baum auf den Boden. Sichtungen sollen dem Forstschutz gemeldet werden. Es gibt aber auch Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Insekten. Der Wollafter etwa legt auch Gespinste an, jedoch nicht in Kiefern, sondern auf Sträuchern. Und das geschehe auch erst später, im Mai oder Juni, weiß Matitz.
Ausbreitung bei Erwärmung
Eine Ausbreitung des Prozessionsspinners ins Lavanttal wird es nach Ansicht des Landesforstdirektors so schnell nicht geben. Allerdings könnte eine Erwärmung von vier bis fünf Grad dies beschleunigen: "Im Jänner und Februar, wenn die Raupen schlüpfen, muss es so warm sein, dass sie nicht erfrieren", so Matitz. Diese Bedingungen seien aktuell im Bereich des Dobratsch-Südabhangs ideal.
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