Expertin aus Kärnten im Gespräch
Typische Fehler im Umgang mit Autisten

Michaela Fellner-Novak aus dem Lavanttal ist zertifizierte Autistentrainerin. | Foto: Privat
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Menschen mit Autismus nehmen die Welt anders wahr: Sie verarbeiten Reize, Kommunikation und soziale Situationen auf ihre eigene Weise. Eine, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt, ist Michaela Fellner-Novak aus dem Lavanttal.

LAVANTTAL. Seit rund 20 Jahren ist Michaela Fellner-Novak im Bereich der sozialen Arbeit tätig. Nebenbei arbeitet sie selbstständig in der Autismus-Spektrum-Begleitung und im Training. "Die Begleitung dieser Zielgruppe hat mich besonders fasziniert, weil sie eine klare, strukturierte und gleichzeitig sehr individuelle Arbeitsweise erfordert", sagt sie. In ihrer Praxis in St. Georgen im Lavanttal setzt sie auf individuelle Unterstützung und verbindet autismusspezifische Methoden mit traumasensiblen, beratenden und systemischen Ansätzen. "Ich möchte den Menschen mehr Lebensqualität ermöglichen", unterstreicht die 50-Jährige. 

Autismus ist keine Krankheit

Die zertifizierte Autistentrainerin betont: "Autismus ist eine neurologische Entwicklungsvariante." Bei Betroffenen zeigen sich individuelle Unterschiede in der Wahrnehmung und Verarbeitung von Reizen, Kommunikation und sozialen Situationen.

"Wiederholte Überforderung, Missverständnisse oder belastende Lebenserfahrungen können häufig zu traumatischen Belastungen führen", erklärt sie.

Sie arbeitet mit Kindern und jungen Erwachsenen bis 20 Jahren. | Foto: Privat
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Wenn Anforderungen steigen

Gerade für Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum können die steigenden sozialen, schulischen und organisatorischen Anforderungen im Alltag herausfordernd sein. Häufig begleitet von Unsicherheiten, Ängsten, Missverständnissen, schwankendem Selbstwert und Rückzugstendenzen. Fellner-Novak weiß: "Um diese Entwicklungsphase gut bewältigen zu können, brauchen Kinder und Jugendliche viel Verständnis, stabile Strukturen, klare Kommunikation sowie Unterstützung im sozialen sowie emotionalen Bereich."

Unterschiedliche Arbeitsweisen

Während bei jüngeren Kindern spielerische, strukturierende und systemische Förderung im Vordergrund steht, arbeitet die Lavanttalerin mit Jugendlichen zielorientiert und auf Augenhöhe an Identitätsbildung, Selbstständigkeit, sozialer Orientierung und persönlicher Weiterentwicklung.

Kinder lernen spielerisch wichtige Basisfähigkeiten. | Foto: Privat
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Größte Fehler im Umgang mit Autisten

Im Umgang mit Menschen im Autismus-Spektrum kommt es häufig zu Fehlern wie dem Ignorieren oder Abwerten von Besonderheiten, fehlender Struktur im Alltag, unklarer Kommunikation (z. B. Sarkasmus), Ungeduld sowie einem Fokus auf Defizite, wodurch oft Anpassungsdruck, auch "Masking" genannt, entsteht. Entscheidend ist ein verständnisvoller Umgang mit klaren Abläufen, ruhiger Kommunikation, der Förderung individueller Stärken sowie dem Vermeiden von Überreizung und dem Schaffen von Rückzugsmöglichkeiten. 

"Schwierigkeiten im Umgang entstehen oft, wenn autistische Besonderheiten nicht ausreichend verstanden werden – meist nicht absichtlich, sondern aus Unsicherheit oder fehlendem Wissen über Autismus", informiert die Expertin.

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