Psychologin Jasmin Buchbauer
Wenn die Seele Hilfe braucht
- Psychische Gesundheit braucht Aufmerksamkeit: Wer Belastungen früh erkennt, kann rechtzeitig gegensteuern. (Symbolfoto)
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Klinische und Gesundheitspsychologin Jasmin Buchbauer aus Wolfsberg über psychische Belastungen, Resilienz und den Weg zur Hilfe.
WOLFSBERG. Angst, depressive Verstimmungen, Erschöpfung und Burnout zählen zu den häufigsten Gründen, warum Menschen Unterstützung bei der Klinischen und Gesundheitspsychologin Jasmin Buchbauer suchen. Zunehmend beobachtet sie auch Einsamkeit: "Sie betrifft längst nicht mehr nur ältere Menschen, sondern auch junge Leute – trotz oder gerade wegen der ständigen digitalen Vernetzung."
Warnsignale ernst nehmen
Nicht jede schwierige Phase bedeutet gleich eine psychische Erkrankung. Dennoch gibt es Hinweise, die aufmerksam machen sollten: sozialer Rückzug, anhaltende Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Schlaf- oder Essveränderungen sowie der Verlust von Freude an Dingen, die früher wichtig waren. "Wichtiger als das einzelne Symptom ist die Veränderung selbst: Verhält sich jemand über Wochen spürbar anders als sonst, lohnt es sich, genauer hinzuschauen", erklärt Buchbauer. Wer merkt, dass es einem Mitmenschen nicht gut geht, sollte das Thema vorsichtig ansprechen. "Es geht nicht darum, das Problem sofort zu lösen, sondern da zu sein und der Person das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein." Auch praktische Unterstützung, etwa gemeinsam eine Beratungsstelle zu suchen, könne helfen.
- Psychologin Jasmin Buchbauer über psychische Belastungen, Warnsignale und die Bedeutung rechtzeitiger Unterstützung.
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Hilfe suchen ist Stärke
Familie und Freunde geben Halt, ersetzen aber keine professionelle Hilfe. Besonders wenn Belastungen den Alltag stark beeinträchtigen, lange anhalten oder Suizidgedanken auftreten, ist fachliche Hilfe wichtig. "Bei Suizidgedanken gilt das ohne Wenn und Aber", betont Jasmin Buchbauer. Auch Angebote wie "Erste Hilfe für die Seele" von pro mente oder "Psychische Erste Hilfe" des Roten Kreuzes leisten laut der Expertin einen wichtigen Beitrag: "Diese Kurse können dabei helfen, psychische Belastungen früh zu erkennen und Unsicherheiten im Umgang damit abzubauen." Für die eigene psychische Gesundheit empfiehlt die Klinische und Gesundheitspsychologin vor allem Folgendes: "Beziehungen pflegen, schlafen, sich bewegen, sich bewusst Erholung gönnen und die eigenen Warnsignale ernst nehmen."
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