Amtshaus wird generalsaniert
Leopoldstädter Bezirksmuseum muss für drei Jahre schließen

Zwischen Frühjahr 2027 und 2029 soll das Amtshaus generalsaniert werden.  | Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
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Im Zuge der Generalsanierung des Amtshaus Leopoldstadt wird das Gebäude des Bezirksmuseums abgerissen. Nach Abschluss des millionenschweren Projekts erhält man zwar eine neue Unterkunft im Dachgeschoss, doch das wird frühestens 2029 fertig. Deshalb, und weil ein Ersatzstandort fehlt, bleibt das Museum geschlossen. Ausschreibungsunterlagen geben einen ersten Ausblick auf die Sanierungsmaßnahmen in der Karmelitergasse 9. 

WIEN/LEOPOLDSTADT. Das Amtshaus der Bezirksvorstehung Leopoldstadt ist nicht nur äußerlich, sondern auch im Inneren bereits in die Jahre gekommen. Seit Jahren werden deshalb etwa die Sitzungen der Bezirksvertretung in einer nahe gelegenen Schule in der Lessinggasse abgehalten, da der Festsaal in der Karmelitergasse 9 nicht mehr den Voraussetzungen entspricht. 

Bereits im Jahr 2021 zogen große Teile des Magistratischen Bezirksamts, welches etwa für die Änderung der Meldeadresse oder dem Passservice zuständig ist, in die Brigittenau. Derzeit findet sich neben der Bezirksvorstehung also quasi nur noch das Bezirksmuseum im denkmalgeschützten Haus, das bereits im Jahr 1906 errichtet wurde. 

Bezirksmuseum wird abgerissen

Nun soll der Standort generalsaniert werden, der Baustart dürfte im Frühjahr 2027 anstehen. Aus der Bezirksvorstehung heißt es, dass noch ein Planungsaudit durchgeführt werden muss, nähere Details werden bisher nicht genannt. Öffentliche Ausschreibungsunterlagen der MA 34 – Gebäudemanagement geben dafür erste Einblicke, in welche Richtung es gehen soll. 

Das Bezirksmuseum öffnet am 1. Juli vorerst ein letztes Mal.  | Foto: Bezirksmuseum/A. König
  • Das Bezirksmuseum öffnet am 1. Juli vorerst ein letztes Mal.
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So soll neben der Generalsanierung auch das Dachgeschoß ausgebaut und aufgestockt werden. Zudem wird ein "barrierefreier Hauptzugang über den neu geschaffenen rechten Innenhof" angekündigt. Dort steht aktuell noch das Bezirksmuseum Leopoldstadt, dessen Gebäude abgerissen wird. 

Kein Ersatzquartier gefunden

Ab dem Jahr 2029 – dann sollte die Sanierung des Amtshauses frühestens abgeschlossen sein – wird das Bezirksmuseum im neuen Dachgeschoß unterkommen. Bis es so weit ist, müsste das Museum mit seinen über 7.000 Ausstellungsstücken eigentlich umziehen, doch daraus wird nichts. 

"Es konnte kein Übergangsstandort gefunden werden, der sämtliche Rahmenbedingungen erfüllt", heißt es aus dem Büro von Bezirksvorsteher Alexander Niklolai (SPÖ). Mangels Ersatzquartier muss das Museum daher geschlossen bleiben, heißt es von einem der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Bezirksmuseums. 

Letzter Tag am 1. Juli

Alle Ausstellungsstücke sollen in einem Ersatzlager unterkommen, ein genauer Standort ist laut Museumsleiter Georg Fiedler noch nicht bekannt. Generell übernehme aber das Wien Museum die Absiedlung. Der letzte Öffnungstag wird am 1. Juli jedenfalls noch für ein großes Abschiedsfest mit "namhaften Gästen aus Politik und Kultur" gefeiert. Derzeit feilt man noch am Programm dafür. 

Der Leiter des Bezirksmuseums, Gerhard Friedler, muss mit etwa 7.000 Ausstellungsstücken umziehen. (Archiv) | Foto: Kathrin Klemm
  • Der Leiter des Bezirksmuseums, Gerhard Friedler, muss mit etwa 7.000 Ausstellungsstücken umziehen. (Archiv)
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Feststeht hingegen, dass am Mittwoch, 27. Mai, noch eine Lesung zum Buch "Der Praterstern. Ein Fixstern mit sieben Strahlen" von Matthias Marschick und Edgar Schütze" um 18.30 Uhr ansteht. Der Eintritt – wie immer beim Bezirksmuseum – ist kostenlos. Generell hat das Museum bis zum 1. Juli mittwochs zwischen 16 und 18.30 Uhr sowie sonntags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Ausgenommen ist der kommende Pfingstsonntag, am 24. Mai. Mehr Infos findet man online hier

Neuer Sitzungssaal

Zurück zum Amtshaus: Dieses wird laut Ausschreibungsunterlagen ebenfalls "komplett freigemacht". Abseits des neuen Zugangs soll die gesamte Gebäudehülle saniert und die Fenster mit Sonnenschutz versehen werden. Die Innenhöfe sowie die Fassade sollen begrünt werden. Ohne konkrete Verordnung ist auch von einer neuen Photovoltaikanlage zu lesen. 

Neben diesen Arbeiten stehen auch im Inneren einige Änderungen an: So soll ein neuer "Sitzungs- und Veranstaltungssaal gemäß den Vorgaben und nutzungsbedingten Anforderungen" der Bezirksvorstehung geschaffen werden. Außerdem wird für den Hauswart eine Wohnung errichtet, die Portiersloge versetzt und etwa barrierefreie Aufzüge samt akustischer Information und Brailleschrift installiert. 

Bauwerkskosten von 28 Millionen Euro

In der kurzen, zweiseitigen Projektbeschreibung wird betont, dass ein "besonderes Augenmerk auf die Neustrukturierung und Optimierung aller Geschosse sowie einer möglichst effizienten Nutzung des Dachgeschoßes unter Berücksichtigung der erhaltenswerten Substanz im Sinne des Denkmalschutzes" gelegt wird. Alle Bereiche des Gebäudes sollen ab 2029 zudem barrierefrei erreichbar sein. 

Zwischen Frühjahr 2027 und 2029 soll das Amtshaus generalsaniert werden.  | Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
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Aufgrund des frühen Planungsstands ist bisher auch noch nichts Konkretes zu den Kosten bekannt. Bezieht man sich erneut auf die Ausschreibungsunterlagen, liest man von "geschätzten Bauwerkskosten" von 28 Millionen Euro. Die "Begleitende Kontrolle" des gesamten Vorhabens wurde bereits für über 100.000 Euro an ein externes Baubüro vergeben. 

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Die Bauwerkskosten werden auf etwa 28 Millionen Euro geschätzt.  | Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
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