"Pancho"
Leopoldstädter Restaurant ist wegen Energierechnung insolvent
- Das mexikanische Restaurant "Pancho" steht kurz vor einem Insolvenzverfahren. (Archiv)
- Foto: Pancho/David Ploberger
- hochgeladen von Kathrin Klemm
Die "Pancho GmbH" beantragte am Mittwoch, 3. Dezember, ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Als Auslöser für die Zahlungsschwierigkeiten nennt man eine Nachzahlung eines Energielieferanten, welche man nicht begleichen könne. Auch die Veranstaltungsgastronomie für Kinder mit dem Namen "Rumpelkiste" ist von der Insolvenz betroffen.
WIEN/LEOPOLDSTADT. Das mexikanische Restaurant "Pancho" ist besonders für den "längsten Brunch" der Stadt bekannt. So kann man den "legendären lateinamerikanischen Sonntagsbrunch" zwischen 11 und 18 Uhr genießen, wie es auf der hauseigenen Website heißt. Jetzt könnte damit aber bald Schluss sein, denn am Handelsgericht Wien musste man ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragen.
Das vermeldet der Kreditorenverband 1870 in einer Aussendung. Demnach würden die Schulden des "Pancho" rund 530.000 Euro betragen, insgesamt seien elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Zahlungsschwierigkeiten betroffen. Der KSV 1870 rechne zeitnah mit einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens.
Nachzahlung und Pandemie
Als Ursache für die Pleite nennt das "Pancho" selbst eine Nachforderung eines Energielieferanten, welche man nicht mehr begleichen könnte. Dies dürfte laut Tanja Schartel vom KSV 1870 nur der Auslöser sein. So waren auch – wie bei so vielen Insolvenzen in der Gastro – die Einbußen durch die Covid-19-Pandemie im Gespräch.
Das "Pancho" plant jedenfalls eine Sanierung ohne Eigenverwaltung, wobei den Gläubigern eine Quote von 20 Prozent angeboten wird, welche innerhalb von zwei Jahren zahlbar ist. „Der noch zu bestellende Insolvenzverwalter wird nun zu prüfen haben, ob die Sanierungsbestrebungen tatsächlich aufrechterhalten werden können“, heißt es vom KSV1870. Laut dem Gläubigerschutzverband Creditrefrom sind etwa 30 Gläubiger betroffen.
Auch "Leos Rumpelkiste" steckt mit drin
Konkret geht es bei dem Verfahren um die "Pancho GmbH," welche nicht nur das Restaurant in der Blumauergasse 1a beinhaltet, sondern auch die "Rumpelkiste" – eine Veranstaltungsgastronomie für Kinder. Diese sei laut Schartel zwar eine "klar abgetrennte Organisationseinheit", jedoch sei auch sie von der Pleite betroffen.
- Auch "Leos Rumpelkiste" ist von den Zahlungsschwierigkeiten betroffen. (Archiv)
- Foto: Leos Rumpelkiste
- hochgeladen von Kathrin Klemm
Das "Pancho" und die "Rumpelkiste" befinden sich an derselben Adresse. Die Frage, welcher Bereich für die hohe Nachzahlung zuständig ist, stellt sich daher nicht. Das Restaurant war für MeinBezirk bisher telefonisch nicht erreichbar. Creditreform gibt in seiner Aussendung dafür einen Ausblick, wie es mit dem Unternehmen weitergehen könnte.
So müsse das "derzeitige gastronomische Angebot" einer kritischen Prüfung unterzogen werden, ebenso die Raumaufteilung. "Es soll das ganze Ambiente etwas einladender gestaltet, Einsparungspotenziale ausgenützt werden", so Günther Moser von Creditreform.
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