Polizei bittet um Hilfe
Unbekannte zerstören wertvolle Fenster an Liesinger Kirche

Die Pfarre St. Nikolaus Inzersdorf wurde Ziel mutwilliger Zerstörung. Insgesamt fünf Fenster wurden von unbekannten Tätern eingeschlagen. (Archiv) | Foto: Alois Fischer
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  • Die Pfarre St. Nikolaus Inzersdorf wurde Ziel mutwilliger Zerstörung. Insgesamt fünf Fenster wurden von unbekannten Tätern eingeschlagen. (Archiv)
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Während der langen Nacht der Kirchen wurden mehrere wertvolle Glasfenster der Liesinger Pfarrkirche St. Nikolaus mutwillig beschädigt. Die Ermittlungen gegen unbekannte Täter laufen derzeit. 

WIEN/LIESING. "Das geknickte Schilfrohr zerbricht er nicht, den glimmenden Docht löscht er nicht aus." Dieser Bibelvers aus dem Buch des Propheten Jesaja bekommt in der Pfarrkirche St. Nikolaus in der Draschestraße 105 eine besondere Bedeutung: Ausgerechnet jenes Glasfenster, das an diese Stelle erinnert, wurde mutwillig beschädigt.

Während der Langen Nacht der Kirchen von 29. auf 30. Mai wurden mehrere von dem Wiener Künstler Anton Lehmden gestaltete Glasfenster der Pfarrkirche zerstört. Wie Pfarrprovisor Wolfgang Unterberger berichtet, wurde der Schaden am nächsten Morgen entdeckt. Besonders bezeichnend: Eines der mutmaßlichen Tatwerkzeuge, eine Eisenzange, blieb in dem Glasfenster stecken – genau an jener Stelle, die das geknickte Schilfrohr darstellt.

Die Fenster wurden von Anton Lehmder gestaltet. Er war ein bedeutender Vertreter der Wiener Kunstszene.  | Foto: Z.v.g.
  • Die Fenster wurden von Anton Lehmder gestaltet. Er war ein bedeutender Vertreter der Wiener Kunstszene.
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Die Reaktionen aus der Gemeinde sind eindeutig. "Wir waren ziemlich erschüttert", sagt Unterberger. Auch deshalb, weil die Fenster für die Kirche weitaus mehr als eine bloße Verglasung sind. Sie sind Teil des künstlerischen Gesamtkonzepts des Gebäudes. Lehmden gestaltete auch den "Kreuzweg", der den Leidensweg Jesu in 15 Bildern darstellt.

"Irreparabler Schaden"

"Das gesamte Ensemble wurde im Stil von Anton Lehmden gestaltet", sagt Unterberger. Das mache die Kirche und auch die beschädigten Fenster zu etwas ganz Besonderem. Der angerichtete Schaden ist schwer zu beziffern. "Aus künstlerischer Perspektive könnte man sagen: eigentlich irreparabel", betont der Pfarrprovisor. Ein erster Kostenvoranschlag für die Restaurierung liegt bereits vor: Sie könnte 15.000 Euro kosten.

Endgültig verloren sind die beschädigten Fenster aber nicht. Die Pfarre steht bereits mit einer Glasmalerin in Kontakt, die mit Lehmden zu seinen Lebzeiten zusammengearbeitet hat und seinen Stil gut kennt. Derzeit laufen die Gespräche über eine mögliche Sanierung.

Die Fenster sollen restauriert werden. Die Gespräche dazu laufen bereits. | Foto: Z.v.g.
  • Die Fenster sollen restauriert werden. Die Gespräche dazu laufen bereits.
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Lehmden war einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Der 1929 in der Slowakei geborene Künstler studierte nach dem Zweiten Weltkrieg an der Akademie der bildenden Künste Wien und unterrichtete dort später mehr als 25 Jahre lang selbst als Professor.

Ermittlungen laufen

Laut der Wiener Polizei liegen Anzeigen zu den fünf beschädigten Fenstern und der beschädigten Eingangstür vor. Derzeit werde gegen unbekannte Täterschaft ermittelt. Hinweise auf ein mögliches Motiv gibt es laut der Exekutive bislang nicht.

Ermittelt wird wegen des Verdachts der schweren Sachbeschädigung. Zeugenhinweise gebe es bisher ebenfalls keine. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Purkytgasse 1 unter der Telefonnummer 01/313 10 49 346 entgegen – auch anonym.

Wer die Pfarre bei der Restaurierung unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an die Pfarrkanzlei wenden: pfarre.inzersdorf@katholischekirche.at. Telefonisch ist die Glaubensgemeinschaft mittwochs von 9 bis 12 und freitags von 15 bis 18 Uhr erreichbar: 0664/886 32 680.

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