Corona-Krise
Ärzte warnen vor vollen Intensivstationen und reduzierten Leistungen

Die drei Mediziner appellieren an die Bevölkerung, die sozialen Kontakte zu reduzieren, um die Gesundheitsversorgung aufrechterhalten zu können.
  • Die drei Mediziner appellieren an die Bevölkerung, die sozialen Kontakte zu reduzieren, um die Gesundheitsversorgung aufrechterhalten zu können.
  • Foto: BRS/Diabl
  • hochgeladen von Christian Diabl

Angesichts der drastisch steigenden Erkrankungszahlen könnten die Auslastungsgrenze auf den Intensivstationen schon bald erreicht sein. Mit einem Maßnahmenpaket wollen oö. Spitäler die Versorgung möglichst lange aufrechterhalten. Ohne die Mithilfe der Bevölkerung wird es aber nicht gehen, warnen Mediziner. 

LINZ. Mit einem eindringlichen Appell haben sich führende Mediziner am Dienstag an die Bevölkerung gewandt. "Wir können die Pandemie nicht stoppen", sagt Bernd Lamprecht, Lungenfacharzt am Kepler Universitätsklinikum. "Was uns aber gelingen muss, ist die Kurve abzuflachen", so Lamprecht. Hintergrund sind die stark steigenden Infektions- und Erkrankungszahlen. Am Dienstag, 27. Oktober, wurden in oö. Spitälern 332 Patienten mit Covid-19 betreut, 30 davon intensivmedizinisch. Diese Zahlen haben sich in den letzten zwei Wochen verdreifacht. Insgesamt gibt es in Oberösterreich 243 Intensivbetten. "Wenn man die stationären Aufnahmen der letzten Tage hochrechnet, so ist jetzt schon klar, dass alleine aus diesen rund 120 Aufnahmen auf den Intensivstationen folgen werden", rechnet Jens Meier, Intensivmediziner am Kepler Universitätsklinikum vor.


Volle Stationen schon zu Allerheiligen?

Steigt die Kurve der Infektionen weiter so stark an, könnte bereits in ein oder zwei Wochen die Auslastungsgrenze auf den Intensivstationen erreicht sein, möglicherweise schon zu Allerheiligen. Das liegt vor allem an der langen Aufenthaltsdauer von Corona-Patienten und dem hohen Betreuungsaufwand. Für deren Behandlung auf der Intensivstation braucht es 50 Prozent mehr Personal. Betten oder Beatmungsgeräte seien nicht das Problem, sondern die Mitarbeitet. Es fehlen schlicht Fachkräfte und die können auch nicht einfach angelernt werden, so Meier.


Das sind die Maßnahmen

Um die stationäre und ambulante Versorgung abseits von Corona so lange wie möglich aufrechterhalten zu können, haben die oö. Spitäler eine Reihe von Maßnahmen ausgearbeitet.

  • Gleichmäßige Verteilung von Covid-19 Patienten auf alle Spitäler
  • Errichtung von Covid-Stationen und Isolierbereichen
  • Aufschiebung von nicht sofort notwendigen Operationen
  • Gemeinsames Intensivbettenmanagement

Die Akutversorgung für Schlaganfall- und Herzinfarkt-Patienten ist immer möglich und es gilt der dringende Appell an alle, in so einem Fall unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zu den vordringlichen Versorgungsbereichen zählt auch die gesamte Onkologie. "Unsere Zielsetzung ist es, sowohl in der Diagnostik als auch in sämtlichen Therapieformen, wie Chirurgie, Onkologie und Strahlentherapie, weiterhin voll leistungsfähig zu bleiben", sagt Holger Rumpold, Onkologe vom Ordensklinikum Linz.


"Bitte reduziere Sie Ihre Sozialkontakte"

In anderen Bereichen wird es jedoch zu einer "drastischen Leistungsanpassung" kommen müssen. Letztlich hängt die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung von der Entwicklung der Infektionszahlen ab. "Bitte reduzieren Sie Ihre Sozialkontakte, gehen Sie in Ihrem privaten Umfeld keine Risiken ein, die einen Spitalsaufenthalt zur Folge haben, wie zum Beispiel gefährliche Gartenarbeiten oder Extremsport", appellieren die drei Ärzte. Zudem gelten die immer wieder kommunizierten Regeln: Halten Sie Abstand, tragen Sie die Masken und waschen Sie regelmäßig die Hände. Wenn Sie Symptome haben, bleiben Sie bitte zu Hause und wenden Sie sich an 1450. "Damit tragen Sie aktiv dazu bei, dass unsere Spitäler nicht kollabieren und wir die medizinische Versorgung aufrechterhalten können", so die drei Experten Lamprecht, Meier und Rumpold.

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