Tödliche Messerattacke
Amoklauf in Linz – ein Toter, ein Schwerverletzter
- Die tödliche Attacke ereignete sich gegen 17.45 Uhr in der Bismarckstraße.
- Foto: FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMMAYR
- hochgeladen von Laura Schmid
Ein 34-jähriger Mann hat am Samstagabend in der Linzer Innenstadt einen Mann getötet und einen weiteren schwer verletzt. Die Tat ereignete sich gegen 17.45 Uhr in der Bismarckstraße. Nach dem mutmaßlichen Mörder wurde bereits gefahndet – er kündigte einen Amoklauf an.
LINZ. Laut Polizei hatte der 34-jährige Kroate aus Linz zunächst einen Autofahrer beschimpft. Drei zufällig anwesende Passanten – junge Afghanen – wiesen ihn daraufhin zurecht und begaben sich laut Polizei in einen nahegelegenen Friseursalon. Als die Männer diesen wieder verließen, soll der mutmaßliche Täter ihnen gefolgt sein und einem von ihnen plötzlich mit einem Messer in den Hals gestochen haben. Das 24-jährige Opfer überlebte schwer verletzt und wurde ins Krankenhaus eingeliefert.
Opfer stürzte auf Flucht
Die beiden anderen Männer versuchten zu flüchten. Einer von ihnen stürzte jedoch. Der Angreifer soll dem 26-Jährigen zuerst mit den Füßen gegen den Kopf getreten und ihn daraufhin in den Oberkörper gestochen haben. Der Mann starb kurz nach seiner Einlieferung ins Spital ind en Verletzungen.
Der 34-jährige mutmaßliche Täter war nach der Tat geflüchtet, der Afghane, ein 21-Jähriger, verfolgte ihn jedoch. Wenig später konnte die Polizei den Tatverdächtigen festnehmen.
Amoklauf angekündigt
Nach Angaben der Polizei hatte der Verdächtige bereits am Nachmittag gegenüber seiner Ehefrau angekündigt, einen Amoklauf zu begehen, fremde Menschen zu töten und anschließend sich selbst das Leben zu nehmen. Die Frau verständigte sofort die Polizei. Nach dem Mann wurde daraufhin bereits den ganzen Tag über gefahndet.
Prammer (SPÖ): Dank an couragierte Ersthelfer
„Ein solcher Vorfall macht uns alle betroffen. Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen des Opfers. ihnen gilt mein tiefes Mitgefühl“, so Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ). „Mein besonderer Dank gilt den couragierten Ersthelfer*innen, die sofort reagiert haben, um zu helfen. Ebenso danke ich den Einsatzkräften der Polizei und allen weiteren Beteiligten für ihr rasches und professionelles Handeln.“ Der Bürgermeister betont, dass solche tragischen Ereignisse zeigen, wie wichtig Zusammenhalt und Zivilcourage in unserer Gesellschaft sind. „Gerade in schwierigen Situationen zeigt sich, wie wertvoll Menschen sind, die nicht wegschauen, sondern Verantwortung übernehmen und helfen.“
Hajart (ÖVP): "Abrüstung der Worte"
Mit großer Bestürzung reagiert auch Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) auf den tragischen Amoklauf in Linz. „Mein tiefstes Mitgefühl gilt der Familie und den Angehörigen des verstorbenen Opfers", so Hajart. Dem zweiten Opfer wünscht der Vizebürgermeister eine rasche und vollständige Genesung. Auch er dankt den Ersthelfern sowie der Exekutive.
Der Vorfall zeige, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit Sprache in der politischen und gesellschaftlichen Debatte ist. „Wenn ein Täter bei einer solchen Tat offensichtlich ‚Scheiß Moslems‘ schreit, dann müssen wir uns auch als Gesellschaft fragen, welchen Ton wir in öffentlichen Diskussionen anschlagen.“ Es sei notwendig, bestehende Probleme in der Integration klar zu benennen und offen zu diskutieren. „Aber das darf niemals in einer Weise geschehen, die Menschen gegeneinander aufbringt oder Hass schürt. Gerade in der Politik braucht es eine Abrüstung der Worte und mehr Verantwortung im Umgang miteinander.“
Raml (FPÖ) erwartet "vollumfängliche Aufklärung"
Auch Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) meldete sich zur Tat zu Wort und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. "Ich erwarte mir eine vollumfängliche Aufklärung der Tat, aber auch der Hintergründe und des Milieus des Täters", so Raml in einer Aussendung. Da sich die Tat auf der südlichen Landstraße ereignete, weist Raml gleichzeitig auf die "negative Entwicklung" dieses Straßenzugs hin. Viele Menschen würden dort "eine offen sichtbare Überfremdung der Stadt wahrnehmen". Gegen ein allgemeines Messerverbot spricht sich Raml hingegen aus. Das sei "Symbolpolitik, die nicht weiterhelfe".
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