Protestaktion gegen A26
Straßenblockade sorgte für Megastau im Linzer Stadtzentrum

- Die Aktivistengruppe Extinction Rebellion protestierte gegen den A26-Bau.
- Foto: Extinction Rebellion
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Heute Morgen um 8 Uhr haben rund 25 Aktivisten von Extinction Rebellion (XR) an der Unteren Donaulände eine Straßenblockade errichtet. Ein großes Banner mit der Aufschrift "Mehr Stau durch A26-Bau" wurde auf der Fußgängerbrücke befestigt, im Frühverkehr bildete sich dadurch ein schnell wachsender Stau. Die Protestaktion wurde mittlerweile von der Polizei wieder aufgelöst.
LINZ. Mit der Blockade möchte XR Oberösterreich auf die Verkehrsproblematik sowie die ökologischen und finanziellen Konsequenzen hinweisen, die mit dem Bau der A26 verbunden sind. Nach der Fertigstellung der Donautalbrücke richtet sich der Fokus der Aktivistengruppe auf den umstrittenen Freinbergtunnel. Aktivistin Maria erklärt die Hintergründe der Aktion: "Hier wird zwar aktuell kurzzeitig Stau ausgelöst – aber würde die A26 gebaut, wäre der Verkehr in den meisten Straßen deutlich mehr, teilweise sogar verdoppelt." Zudem verursache der Bau der Autobahn einen Anstieg der Treibhausgasemissionen, Kosten von mindestens einer Milliarde Euro für den Steuerzahler sowie die Zerstörung großer Teile des Naherholungsgebiets Freinberg und Froschberg.

- Foto: Extinction Rebellion
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Kritik an Linzer Gemeinderat
Extinction Rebellion kritisiert zudem die "Ignoranz der Politik", insbesondere den Linzer Gemeinderat und Bürgermeister Dietmar Prammer, der die von mehr als 7.000 Linzern unterzeichnete Bürgerinitative "Ja! zum Grüngürtel" ablehnte. Mirko Javurek von den Scientists for Future OÖ betont: "In Zeiten von Klimakrise und Budgetkürzungen ein solches Projekt voranzutreiben, steht sämtlichen Grundsätzen für eine nachhaltige, zukunftstaugliche Entwicklung von Linz entgegen."
FPÖ: "Kein Freibrief für Chaos und Gefährdung"
Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) reagiert mit Unverständnis auf die Protestaktion: "Diese Form der Proteste ist unerträglich und darf nicht länger hingenommen werden. Wer Straßen blockiert, sich von Brücken abseilt und dadurch den Verkehr lahmlegt, gefährdet die Sicherheit und belastet die Wirtschaft. Diese Form von Protest überschreitet jede rote Linie der Demokratie. Durch mutwillig verursachte Staus werden potenziell auch Rettungsautos und Feuerwehrautos aufgehalten und ihre Einsätze verzögert – das kann im Ernstfall lebensgefährlich sein. Klimaprotest kann kein Freibrief für Chaos sein. Ich fordere daher von der Bundesregierung endlich einen eigenen Straftatbestand, der die Gefährdung der Gesellschaft durch solche radikalen Aktionen entsprechend abbildet."
Aktion nach 40 Minuten aufgelöst
Laut Pressestelle der Landespolizeidirektion OÖ lösten die Exekutivbeamten die Protestaktion um 8.40 Uhr behördlich auf. Um 9.20 Uhr wurde der Verkehr wieder freigegeben. Die Protestaktion verlief völlig gewaltfrei.
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