134(!) Anzeigen
Wieder Zwischenfälle bei Corona-Demos in Linz
- Das gefährliche Blockade-Manöver sorgte am Mittwoch für hitzige Debatten über Sinn und Methoden der Corona-Maßnahmengegner.
- Foto: Twitter.com/@FelixEypeltauer (Screenshot)
- hochgeladen von Andreas Baumgartner
Mehrere unangemeldete Autokorsos sorgte am Mittwoch für Aufregung in der Stadt. Die Polizei berichtet von zumindest 65 Anzeigen.
LINZ. In einem am Mittwoch geposteten Video auf Twitter ist zu sehen, wie zwei Fahrzeuglenker mit Warnblinkanlage im Schleichtempo Richtung Nibelungenbrücke rollen. Die Fahrer versuchen offensichtlich alle drei Fahrspuren Richtung Stadt zu blockieren. Als ein Postbus zum Überholen ansetzt, beschleunigt einer der Fahrer mit seinem SUV und schneidet dem Buslenker mit einem Bremsmanöver den Weg ab.
Autolenker werden angezeigt
Der "Autokorso" und das gefährliche Fahrmanöver sorgte im Netz für Unverständnis. "Abgrundtief asoziales Verhalten", schreibt ein Twitter-User. "Was genau wird damit bezweckt? Oder verstecken sich im Bus Echsenmenschen?", witzelt ein anderer User. Die Polizei gab gegenüber der BezirksRundSchau bekannt, dass die Autolenker angezeigt werden – es habe sich bei der Aktion um einen klaren Verstoß gegen die StVO gehandelt.
121 Anzeigen nach der StVO
Es war bei Weitem nicht der einzige derartige Vorfall in der Stadt am Mittwoch. Die Polizei insgesamt 134 Anzeigen wegen Verwaltungsübertretungen aus – davon allein 121 nach der StVO. Eine Anzeige erfolgte wegen Sachbeschädigung.
"Maximal 60 km/h auf der Autobahn"
Hintergrund der fragwürdigen Aktion dürfte ein Aufruf zum Warnstreik von Coronamaßnahmen-Gegner sein. Diese mobilisierten im Internet für en Mittwoch zum "Freiheits Konvoi". Auf einem Flugblatt wird dazu zur langsamen Fahrt "maximal 60 km/h Autobahn mit Warnblinkanlage nach Linz" Richtung Landhaus aufgerufen.
"Mutwillig aggressiv"
"Mutwillig aggressive Taten wie diese müssen allen zu denken geben, sich von unseriösen Vereinigungen wie der MFG oder dem Nonsens eines Herbert Kickl für deren politische Zwecke haben einspannen lassen", kommentiert NEOS-Landtagsabgeordneter Felix Eypeltauer den Vorfall gegenüber der BezirksRundschau. Der Politiker hatte das Video auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht.
150 Personen auf Demo in der City
Im Anschluss an den "Konvoi" zogen Coronamaßnahmen-Gegner am Mittwochnachmittag wieder durch die Innenstadt. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 150. Für den späten Nachmittag zog eine weitere Kundgebung "gegen Polizeigewalt" durch Urfahr. Die Demonstranten und Demonstrantinnen gingen dabei vom Biesenfeld bis zur Polizeiinspektion Dornach.
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