1.200 Anträge bereits online
Linzer Studenten entwickeln KI, die sichtbar macht, was im Gemeinderat passiert
- Emre Kaya (27) und Martin Gatzweiler (29) wollen die Entscheidungen im Linzer Gemeinderat transparent und einfach zugänglich machen.
- Foto: Kaya/privat
- hochgeladen von Silvia Gschwandtner
Zwei Linzer Studenten machen erstmals sichtbar, was im Linzer Gemeinderat passiert: Wer stellt Anträge, worüber wird diskutiert und was wird tatsächlich beschlossen? Bisher waren diese Informationen nur schwer zugänglich und versteckt in hunderten Seiten langen PDF-Protokollen. Auf der kostenlosen Plattform linz.politikdashboard.at finden Interessierte Filter- und Suchfunktionen und können per KI-Chat sogar Fragen stellen.
LINZ. "Wir sind selbst politisch sehr interessierte Menschen und haben trotzdem oft nicht wirklich durchgeblickt, was im Gemeinderat konkret passiert", sagt Emre Kaya, einer der beiden Entwickler der neuen KI-gestützten Plattform. Der 27-Jährige studiert aktuell KI an der Johannes Kepler Universität (JKU) und hat gemeinsam mit Wirtschaftsinformatiker Martin Gatzweiler (29) das linz.politikdashboard.at ins Leben gerufen. "Im Gemeinderat werden wichtige Entscheidungen für die Stadt getroffen, aber für viele Menschen bleiben diese Prozesse de facto unsichtbar - so wie auch für uns. Das wollten wir ändern und einen einfachen, niederschwelligen Zugang schaffen", so Kaya weiter.
KI-Chatbot beantwortet Fragen in Alltagssprache
Die Plattform macht mehr als 1.200 Anträge, 287 Anfragen und 3.400 Wortmeldungen aus der aktuellen Funktionsperiode des Linzer Gemeinderats strukturiert durchsuchbar. Kern der Plattform ist ein KI-gestützter Aufbereitungsprozess: Die offiziellen Protokolle werden automatisiert analysiert und in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt. Anträge, Wortmeldungen, Abstimmungen und beteiligte Personen werden erkannt, miteinander verknüpft und übersichtlich dargestellt. "Dadurch werden erstmals detaillierte Auswertungen und statistische Analysen möglich, die aus den reinen PDF-Dokumenten ohne KI praktisch nicht machbar gewesen wären", erläutert Kaya. Zudem gibt es einen KI-Chatbot, der Fragen in Alltagssprache beantwortet.
- Ihre Plattform macht mehr als 1.200 Anträge, 287 Anfragen und 3.400 Wortmeldungen aus der aktuellen Funktionsperiode des Linzer Gemeinderats mithilfe von KI strukturiert durchsuchbar.
- Foto: Kaya/privat
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Ab sofort kostenlos nutzbar
Ergänzt wird das Angebot durch Profile aller Gemeinderätinnen und -räte, deren Abstimmungsverhalten sowie interaktive Wahlergebnisse bis auf Sprengel-Ebene. Die beiden wollen zudem die Plattform laufend weiterentwickeln und künftig auch anderen österreichischen Städten und Gemeinden anzubieten. Die Plattform ist ab sofort kostenlos unter linz.politikdashboard.at verfügbar.
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