Ein Jahr Bürgermeister Prammer
ÖVP, FPÖ und Linzplus kritisieren Linzer Stadtoberhaupt
- Dietmar Prammer bei der Angelobung als Bürgermeister durch Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) am 6. Februar 2025.
- Foto: Stadt Linz
- hochgeladen von Ingo Till
Ein Jahr nach Amtsantritt zog Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) vergangene Woche Bilanz und zeigte sich zufrieden mit seinen bisherigen Erfolgen – MeinBezirk berichtete. Anders sehen es ÖVP, FPÖ und Linzplus und sparen nicht mit Kritik am Linzer Stadtoberhaupt.
LINZ. Nach dem Rücktritt von Klaus Luger wurde Dietmar Prammer (SPÖ) – damals noch Stadtrat – von einem Tag auf den anderen geschäftsführender Bürgermeister und hatte kurz darauf eine Wahl zu schlagen, die er im Februar 2025für sich entscheiden konnte. Ein Jahr nach seinem offiziellen Amtsantritt zieht Prammer Bilanz und sieht sich auf einem guten Weg. Im zweiten Amtsjahr will er begonnene Projekte fortführen und weiterentwickeln. Weniger positiv bewerten indes andere Linzer Stadtparteien die vergangenen Monate.
Linzer VP kritisiert fehlenden Sparkurs
Die Linzer VP kritisiert vor allem die fatale finanzielle Lage der Stadt. "Die Leistung von Bürgermeister Prammer wird sich letztlich daran messen lassen, ob er die Budgetkonsolidierung zusammenbringt", so VP-Geschäftsführer Michael Obrovsky. Die VP vermisst in diesem Zuzsammenhang eine Kurskorrektur und Führungsverantwortung von Prammer. "Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, wie ernst jemand seine Rolle als Bürgermeister nimmt und ob er bereit ist, unpopuläre, aber notwendige Entscheidungen zu treffen", so Obrovsky. Laut VP seien die Schulden in Linz im letzten Jahr um rund hundert Millionen Euro gestiegen. Klare Sparmaßnahmen würden fehlen. "Sparen auf später zu vertagen, ist durchsichtig und nicht verantwortungsvoll", so Obrovsky.
FPÖ sieht "ein verlorenes Jahr für Linz"
"Ein Jahr Prammer war ein verlorenes Jahr für Linz", so FPÖ-Stadtrat Michael Raml. Der versprochene Neustart, notwendige Reformen und Fortschritt sei bisher ausgeblieben, die Stadt befinde sich im "Standby-Modus". Kritik übt Raml vorallem an der städtischen Zuwanderungs- und Integrationspolitik. "Linz wächst zu schnell, und ausschließlich durch Zuwanderung", findet Raml. Auch für die FPÖ brauche es in Linz dringend eine neue Finanzpolitik, um den Schuldenstand zu reduzieren und keine neuen Kredite, die in in "rot-grüne Prestigeprojekte, ohne jede Rücksicht auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Linzer Bevölkerung" fließen würden. Für die anstehende Wahl 2027 sieht Raml eine Chance "die jahrzehntelange Macht der SPÖ in Linz endlich zu brechen".
Linzplus fehlt Weitblick und Mut bei Stadtplanung
Auch Linzplus spart nicht mit Kritik an Prammer. Seit Lugers Abgang hätte sich laut Linzplus-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik in Linz nicht viel geändert. "Bei den Finanzen wird aus Angst vor den Wahlen im September 2027 weiter auf Schulden und Machterhalt statt Konsolidierung gesetzt", so Potocnik, "immer noch stehen Macht- und Klientelpolitik vor öffentlichem, städtischem Interesse." In der Stadtplanung vermisst Potocnik bei Prammer Weitblick: "Statt Verwaltung braucht Linz Esprit, Leadership, Originalität und Gestaltung."
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