27.11.2017, 17:44 Uhr

Nach Glyphosat-Verlängerung: Anschober spricht von "ganz großer Enttäuschung"

LR Rudolf Anschober sieht Glyphosat-Verlängerung als große Enttäuschung. (Foto: BRS)

Umwelt-Landesrat Rudolf Anschober ist besorgt, nachdem das "wahrscheinlich krebserregende" Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat um fünf Jahre verlängert wurde.

OÖ. Die EU-Kommission hat über die Zulassung von Glyphosat, einem Unkrautvernichtungsmittel, abgestimmt und im Zuge dessen eine Verlängerung um fünf Jahre beschlossen. Dies sorgt bei Umwelt- und Konsumentschutz-Landesrat Rudolf Anschober für Kopfschütteln.

„Mit der heutigen Mehrheitsentscheidung der Mitgliedstaaten im Ausschuss ist die Verlängerung für das als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestufte Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat um weitere 5 Jahre offiziell, damit haben sich EU-Kommission und Ländervertreter für die Interessen der Agrarlobby und gegen die Gesundheit der EU-Bürger und unsere Umwelt gestellt. Das ist fahrlässig – uns, aber v.a. unseren nächsten Generationen gegenüber“, kritisiert Anschober.

Glyphosat-Verlängerung wurde hinausgezögert

Die Abstimmung über eine Zulassungsverlängerung um zehn bis 15 Jahre wurde zuletzt häufig verschoben. Durch die nun bestimmten fünf Jahre entsteht wohl eine Übergangsfrist.

„Österreich wurde nach Appell der Landesumweltreferent und schließlich durch einen Beschluss im Nationalrat für ein Nein zu Glyphosat zu einer Gegenstimme gebunden. Das entspricht auch den Interessen der Bürger, so hatten weit über 1,3 Millionen EU-Bürger im Zuge einer Bürgerinitiative gegen Glyphosat gestimmt. Frankreich hat zuletzt einen eigenen Ausstiegsplan präsentiert. Es liegt nun an dem zukünftigen Umweltminister, ebenso einen österreichischen Weg zu gehen und die Ausbringung von Glyphosat schrittweise zu stoppen. Viele der österreichischen Gemeinden arbeiten schon glyphosatfrei, sie sind unsere Vorreiter und beweisen tagtäglich, dass es auch ohne Umweltgifte geht“, fuhr er fort.

Die internationale Krebsforschungsagentur der WHO, IARC, stufte Glyphosat bereits 2015 als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" ein.  Zudem gefährdet es auch die Lebensräume der Insekten und Tiere. 
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.