08.11.2016, 16:28 Uhr

"Als Koch ist man gefragt"

Ein Koch braucht Kreativität & Fachwissen. (Foto: Minerva Studio/Fotolia)

Ein Wirt über die Vorzüge und Veränderungen der Gastronomie

BEZIRK (gasc). Reinhard Anibas führt seit acht Jahren mit seiner Frau Eva das Gasthaus "Rieder Wirt". In dessen Küche beschäftigen sie neben zwei Köchen und einer Köchin auch drei Kochlehrlinge – zwei Burschen und ein Mädchen.
Es ist Anibas wichtig, dass seine Köche ihren Beruf gelernt haben. "So kennen sie dann auch die richtigen Arbeitsschritte, Materialien, Lebensmittel und Fachausdrücke", sagt er.
Zum Berufsprofil des Kochlehrlings gehört nicht nur das Vor- und Zubereiten verschiedenster Speisen, sondern auch die Ermittlung von Kosten oder die richtige Pflege von Küchengeräten und -ausstattung.

Zeiten ändern sich

Der Gastronom Anibas erinnert sich noch gut an seine eigene Lehrzeit und beschreibt sie als "lustig, interessant und vielseitig, aber auch hart."
Doch so manches hat sich seitdem geändert: "Die Arbeitszeiten sind kürzer geworden und technische Geräte erleichtern heute die Arbeit – der Computer hat auch in der Küche Einzug gehalten", sagt er. "Jedoch gibt es leider nur mehr wenige interessierte Lehrlinge".
Dabei habe das Koch-Dasein so viele schöne Seiten: "Als Koch kann man seine Kreativität ausleben und beim Gast nicht nur den Urbedarf 'Hunger' befriedigen, sondern ihn auch verzaubern", schwärmt der Wirt. Außerdem gebe es enorme Aufstiegschancen – manche der besten Köche seien mittlerweile Fernsehstars – und damit steigende Verdienstmöglichkeiten. Dazu sei man als Koch sehr gefragt: "Wenn man will, kann man auf der ganzen Welt arbeiten", so Anibas."Beim Kochen bekommt man sofort Feedback: Entweder es schmeckt, oder es schmeckt nicht."

Schule oder Lehre?

Im Bezirk Ried gibt es aktuell 62 Lehrlinge in den Ausbildungsberufen Gastronomiefachmann/-frau, Koch/Köchin und Restaurantfachmann/-frau. Rund zwei Drittel davon sind weiblich. Der Restaurantfachmann ist im Service tätig, der Koch in der Küche – die Lehre dauert je drei Jahre. Wer sich entscheidet, beides im Gastronomiefachmann zu vereinen, verlängert die Lehrzeit um ein Jahr. Die Berufsschule wird geblockt in Altmünster absolviert, während dieser Zeit wohnen die Lehrlinge im Internat. Die Lehrlingsentschädigung liegt bei allen drei Berufen je nach Lehrjahr zwischen 645 und 936 Euro.
Alternativ dazu kann eine gastronomische Ausbildung in einer Tourismusschule absolviert werden. Das Einstiegsgehalt reicht danach bei einem Koch von 1390 bis 1540 Euro, beim Restaurantfachmann von 1420 bis 1580 Euro.

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