Peter Pfeifenberger, Polizist
"Fingerspitzengefühl, darauf kommt es an"

Peter Pfeifenberger, Polizist im Lungau. Der Postenkommandant in Mauterndorf ist dort auch der "Gemeinsam.Sicher"-Sicherheitsbeauftragte.
  • Peter Pfeifenberger, Polizist im Lungau. Der Postenkommandant in Mauterndorf ist dort auch der "Gemeinsam.Sicher"-Sicherheitsbeauftragte.
  • Foto: Peter J. Wieland
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"Strafen ist leicht, aber wir wollen lieber helfen", sagt Polizist Peter Pfeifenberger. Wir sprachen mit dem Postenkommandanten der Polizeiinspektion Mauterndorf, die auch Obertauern betreut, über "Gemeinsam.sicher", ein Aktion der Exekutive in Österreich.

LUNGAU. Drei Polizeiinspektionen gibt es im Lungau: in St. Michael, in Mauterndorf und in Tamsweg, wo auch das Bezirkskommando der Polizei im Lungau stationiert ist. "Gemeinsam.sicher" ist eine Aktion der Exekutive in ganz Österreich; sie soll den professionellen Sicherheitsdialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Gemeinden und Polizei fördern und koordinieren. In allen drei Polizeidienststellen des Lungaus gibt es dazu einen eigens dafür zuständigen Beamten als Sicherheitsbeauftragten. Einer der davon ist Peter Pfeifenberger, der Postenkommandant der Polizeiinspektion Mauterndorf, die übrigens auch Obertauern, wo der Schwerpunkt ja vor allem in den Wintermonaten liegt, betreut.

In Ihren Worten und bitte ganz einfach erklärt: Worum geht es bei "Gemeinsam.Sicher"? Erklären Sie bitte ganz kurz den Sinn dahinter?
PETER PFEIFENBERGER:
"Es geht darum, die Beziehung zu den Bürgern zu stärken, Kontakt aufzubauen, zu suchen und zu halten und das Sicherheitsgefühl zu heben. Wir wollen vermitteln und zeigen, dass die Polizei sich den Problemen der Bevölkerung annimmt, wobei es in den meisten Fällen um Angelegenheiten geht, die man sonst nicht zur Anzeige bringt. Uns ist ganz wichtig: Die Menschen dürfen bei uns anrufen, auch wenn es nur um vermeintliche Kleinigkeiten zu gehen scheint oder vielleicht tatsächlich auch geht. Das sollen die Menschen aber wissen: sie dürfen bei uns jederzeit anrufen, wir haben ein Ohr für ihre Sorgen und Anliegen. Das haben wir schon immer getan, durch das Projekt wird es intensiviert."

Wie viele Polizisten im Lungau sind Sicherheitsbeauftragte und wie kann man mit ihnen in Kontakt treten?
PFEIFENBERGER:
"Grundsätzlich gibt es in jeder Dienststelle einen zuständigen Beamten. Dieser kümmert sich als Hauptverantwortlicher um das Thema rund um die Initiative 'Gemeinsam.Sicher', aber es kann auch jeder andere Kollege beziehungsweise jede Kollegin in der Sache aktiv werden und einschreiten.
Bürgerinnen und Bürger erreichen uns, indem sie Polizeidienststelle kontaktieren und dort den Sicherheitsbeauftragten verlangen. In der Praxis schaut es so aus: Im Lungau sind es meistens die Kommanden, mit denen die Leute reden wollen – das zeigt die Erfahrung. Daher sind in unseren Dienststellen auch meisten die Kommandanten die Sicherheitsbeauftragten."

Was macht ein Sicherheitsbeauftragter über den normalen Aufgabenbereich eines Polizeibeamten hinaus; haben sie da ein greifbaren Beispiel?
PFEIFENBERGER:
"Ein Beispiel, wo ein Sicherheitsbeauftragter von sich aus aktiv werden könnte, wäre etwa die Veranstaltung eines Sicherheitsstammtisches. Bei uns in Mauterndorf haben wird das auch bereits gemacht. Corona hat solche Dinge aber freilich eingebremst. Ein weiteres Beispiel, wo wir von uns aus Initiative ergreifen, ist das Suchen des Gesprächs mit den Bürgermeistern der Gemeinden unseres Rajon. In Mauterndorf stand beispielsweise der Fußball in der Vergangenheit im Fokus. Es gab die Bitte sich um das Wildparken vor allem bei Meisterschaftsspielen zu kümmern. Gemeinsam mit allen Beteiligten wurde eine Lösung gefunden. Das Leichteste wäre freilich das Strafen, aber nachhaltig Probleme lösen ist oft besser, aber auch etwas komplizierter. Fingerspitzengefühl, darauf kommt es an."

Erzählen Sie doch bitte ein wenig aus ihrer Arbeitspraxis: Mit welchen Anliegen kommen die Bürgerinnen und Bürger zu Ihnen?
PFEIFENBERGER:
"Es geht um diverse Alltagsfragen, von der Schulwegsicherheit bis hin zu Fragen des Jugendschutzes: Fortgehen ab welchem Alter, Alkohol unter Jugendlichen et cetera. Eltern kommen zu uns mit Suchtgift-Fragen: Etwa wie gefährlich ist die Situation im Bezirk. Wir reden auch aktiv mit Jugendlichen, die sich an bekannten Raucherplätzen oder öffentlichen Orten, wo Alkohol konsumiert wird, aufhalten. Wir suchen das Gespräch mit ihnen, bitten die Örtlichkeiten sauber zu verlassen; erklären den Teenagern, wo es zu Beschwerden kommen kann und verraten ihnen, wie sie das vermeiden können. Eines ist ja klar: Die Jugend sucht sich ihren Platz, und das passt auch so. Weitere Beispiel aus der Praxis: Die Leute sagen auch oft: Schaut euch mal an, da wird so schnell gefahren! Oder es gibt Beschwerden bei Events, wenn alles verparkt ist. Nach Möglichkeit suchen wir schon im Vorfeld zu Veranstaltern das Gespräch und klären auf, damit es später keine gröberen Schwierigkeiten gibt. Prävention ist eines unserer wichtigsten Werkzeuge.
Abschließendes Beispiel, weil es öfter vorkommt: Ältere Menschen melden uns des Nächtens Licht, wo sonst eigentlich keines brennt. Wir schauen dann nach und können die älteren Mitmenschen dann meistens auch beruhigen."

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