Bergrettung Lungau
Verschüttet im Schnee (mit VIDEO)

Die Bergretter sondieren den Lawinenkegel so lange, bis der letzte Verschüttete gefunden wird. Hinter den Sondierern warten bereits die Schaufler – sie wollen Leben retten.
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  • Die Bergretter sondieren den Lawinenkegel so lange, bis der letzte Verschüttete gefunden wird. Hinter den Sondierern warten bereits die Schaufler – sie wollen Leben retten.
  • hochgeladen von Peter J. Wieland

VIDEO – Bergretter geben nicht auf. Gesucht wird, bis der letzte Mensch geborgen ist.

MAUTERNDORF. Es ist dunkel, es ist kalt und die Luft wird von Minute zu Minute stickiger. Wer unter eine Schneelawine gerät, und all das noch wahrnimmt, hat Glück im Unglück – denn er ist noch am Leben! Die Chance, lebendig aus einer Lawine befreit zu werden, ist eine Zeitfrage: je schneller, desto besser. Erfolgt die Bergung in den ersten fünfzehn Minuten durch Kameradenrettung, kommt man vielleicht noch einmal mit dem Schrecken davon. Dauert es länger, dann wird es kritisch. Wer Glück hat, dem bleibt eine Atemhöhle und er kann länger überleben – eine halbe Stunde, Stunde, vielleicht noch etwas länger; mit einem guten Schutzengel bis die Bergrettung kommt.

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85 BergretterInnen und zwei Suchhunde gibt es im Lungau. Für die Frauen und Männer zählt im Ernstfall jede Minute. Einmal im Winter treffen sich die Bergretter zur Bezirksübung. Die Ortsstellen Tamsweg, Mauterndorf, Zederhaus und Muhr organisieren das im Wechsel. Diesmal – am vergangenen Sonntag – richten die Übung die Kameraden aus Mauterndorf, die bereits Tags davor den Ort des Szenarios nahe der Restalm im Großeck-Gebiet vorbereitet haben – aus. Im Fokus stehen die effiziente LVS-Suche, die effektive Ausgrabungstechnik bei großen Verschüttungstiefen und die koordinierte Sondierung des Lawinenkegels.

So lange, bis alle geborgen sind!

Sechs Verschüttete und zwei Unversehrte, die den Notruf "140" wählen. Die Bergretter, unter ihnen ist auch Landesleiter Balthasar Laireiter (Bergrettung Muhr) brechen auf. Bekannt sind ihnen lediglich die Koordinaten sowie die Angaben der Überlebenden. Kurze Zeit später treffen die ersten Stoßtrupps am Unglücksort ein. Sofort starten sie mit der Suche. Auch zwei Hundeführer sind vor Ort. Die Kameraden mit der Spürnase finden das erste Opfer sofort. Glück gehabt, am Leben! Weitere Bergretter treffen ein. Noch sind nicht alle Lawinenopfer gefunden. Dann noch einer, drei, vier. Zwei fehlen noch – Lawinennotfallausrüstung (LVS-Gerät, Sonde, Schaufel) haben sie keine dabei. Sie liegen tief unter dem Schnee, bereits zwei Stunden sind vergangen. Die Überlebenschancen sinken. Doch die Bergretter geben nicht auf. Gesucht wird, bis der letzte Mensch geborgen ist. Nach rund zweieinhalb Stunden sind alle gefunden – für zwei Verschüttete war es leider bereits zu spät. Zum Glück ist es nur eine Übung.

Viel Lob, wenig Tadel

Am Ende evaluieren die Bergretter den Übungseinsatz. Übungseinsatzleiter-Tal Hannes Kocher (Bezirksleiter), Übungseinsatzleiter-Berg Joachim König (Bergrettung Muhr) und Ausbildungsleiter Markus Wieland (Bergrettung Mauterndorf) verteilen Worte des Lobes und geben Verbesserungsanweisungen, "Feintuning".
Der Tag endet mit einem gemeinsamen Essen in der Schi-Alm. Die Stimmung unter den Bergrettern ist gut, doch sie wissen: irgendwann wählt wieder jemand ihren Notruf "140"; dann gehen sie wieder ehrenamtlich hinaus ins alpine Gelände und retten Menschenleben.

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