02.07.2017, 19:15 Uhr

Volksschul - Theater zu "800 Jahre Markt Mauterndorf"!

Aus Anlass “800 Jahre Markterhebung Mauterndorf” Haben Lehrerinnen und Schulkinder der Volksschule, ein Schauspiel erarbeitet. Am Freitag, 30. Juni, wurden kurze Episoden zu bedeutsamen Ereignissen in der Geschichte Mauterndorfs aufgeführt. Letzte Station war der Bahnhof, wo 1894 die Murtalbahn den Betrieb aufgenommen hat.

Ursprünglichen Planungen zufolge, hätte die Bahn sogar im Murtal bleiben und in St. Michael enden sollen. Aber die dortigen Bürger standen dem neumodischen Zeug skeptisch gegenüber. Besonders die Wirte! Damals gab es noch fast keine Großbrauereien. Jeder Wirt braute sein eigenes Bier. Und sie fürchteten das mit der Bahn leicht das Konkurrenzbier aus Murau kommt!
Nun, wie die Geschichte zeigt – Die Wirtshausbrauerei hat sich auch so aufgehört, das Murauer Bier ist auch ohne Eisenbahn nach St. Michael gekommen und es hat trotzdem kein Wirtshaussterben gegeben!
Der Mauterndorfer Bürgermeister Isidor Gugg hatte da viel mehr Weitblick. Er erkannte das in der Murtalbahn mehr steckt als nur Murauer Bier. Er konnte die Widerstände in seiner Gemeinde durch geschickte Argumentation überwinden und den Planungsverantwortlichen seinen Ort als Endstation anbieten. Der Rest ist Geschichte! Später, nach der Jahrhundertwende wurde doch eine Verlängerung nach St. Michael geplant, doch mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges ist das Projekt gestorben.

So haben die Volksschulkinder nachgestellt, wie es wohl abgelaufen sein mag, als der Eröffnungszug mit den Ehrengästen in Mauterndorf angekommen ist. Mit Eisenbahningenieur Carl Wurmb, dem Landeshauptmann und anderen. Mit Imbiss und Umtrunk – ich glaub aber nicht das Sekt in den Gläsern war! Und auch die damaligen Mauterndorfer Honoratioren. Wie etwa dem Kaufmann Ernst Mayer – dem Geschlecht der Darstellerin nach war´s eher eine Ernestine Mayer.....! Oder auch Robert Schnugg! Der war zwar bei der Eröffnung nicht anwesend, war aber später eine originelle Mauterndorfer Persönlichkeit. Der erste und einzige Dienstmann der Gemeinde! Quasi Mädchen für alles. Ständig war er mit einem Leiterwagerl unterwegs und auch häufig zum Bahnhof, um dies und das – und das Gepäck der ersten Sommerfrischler zu transportieren, Er hatte eine leichte geistige Behinderung, vermutlich Autist, hatte jedoch ein fulminantes Personengedächtnis! War diesbezüglich ein wandelndes Lexikon! Diese Fähigkeit wurde auch in dem Schauspiel dargestellt, indem er alle Personen auf einem Hochzeitsfoto benennen konnte.

Gegen Ende des Schauspieles rief plötzlich das Pendant des damaligen Bürgermeisters Isidor Gugg. “Und da seh ich ja auch grad einen meiner Nachfolger! Dem erteile ich jetzt mal das Wort!” ........und übergab Bgm. Wolfgang Eder das Mikrophon, der sich namens der Gemeinde für diese tolle Idee bei Kindern und Lehrerinnen bedankte, und den Kindern eine Spezialausgabe der Ortschronik überreichte.
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