15.03.2017, 09:00 Uhr

Die Bienen sammeln den Saft der Bäume

Bezirksobmann der Lungauer Imker, Leonhard Gruber: "Lecanien und Lachniden schauen aus wie kleine Knospen und befinden sich an den Quirlen oder auch bevorzugt an der Astunterseite."

Und schlussendlich freut sich der Mensch über den köstlichen Waldhonig.

Warum heißt der Waldhonig Waldhonig?
LEONHARD GRUBER:
"Weil er aus dem Wald kommt, bei uns hauptsächlich von der Fichte."

Ach so, dann geht die Fichte einfach aus dem Wald heraus, oder wie?
GRUBER:
(lacht). "Die Biene sammelt den Honig natürlich und bringt ihn zum Stock heim und damit zum Imker. Waldhonig ist ein Honigtauhonig. Die Bezeichnung Waldhonig ist eigentlich der Umgangssprache entsprungen. Richtigerweise müsste es Honigtauhonig heißen."

Was ist Honigtau?
GRUBER:
"Das ist ein Ausscheidungsprodukt des Baums, das mit Hilfe von sogenannten Lecanien und Lachniden produziert wird."

Was sind Lecanien und Lachniden?
GRUBER:
"Lecanien und Lachniden sind Tiere, die zur Familie der Rinden- oder Schildläuse angehören. Wenn man genau schaut, dann sieht man diese auch; sie schauen aus wie kleine Knospen und befinden sich an den Quirlen (die vordersten ganz feinen Astgabelungen) oder auch bevorzugt an der Astunterseite."

Erklären Sie bitte den genauen Vorgang?
GRUBER:
"Die Lecanien und Lachniden stechen bei ihrer Nahrungsaufnahme die Siebröhren der Bäume an um den Pflanzensaft zu saugen. Bei günstiger Witterung – also bei schwülen, feuchten und warmen Verhältnissen – produziert der Baum mehr Phoelmsaft, so die genau Bezeichnung, als üblich. Dabei entsteht ein Überdruck, bei dem der Saft an die Oberfläche gelangt. Und genau dort wird dieser Saft von der Honigbiene eingesammelt und heißt ab diesem Zeitpunkt Honigtau."

Und wie geht es dann weiter?
GRUBER:
"Die Honigbienen tragen den Honigtau in den Stock, wo sie ihn zu Honig verarbeiten: sprich, die Tiere entziehen dem Honigtau Wasser und geben Bienen eigene Fermente und Enzyme dazu. Ist der Honig dann reif, kann ihn der Imker ernten und auf den Markt bringen, oder selber genießen.“

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