Historische Gemeindebauten
Warum die Politik in Margareten dringende Hitzemaßnahmen fordert
- Die Margaretner Bezirksvorstehung kritisiert fehlende Hitzemaßnahmen von Wiener Wohnen. Die Behörde entgegnet, man befinde sich bereits in einer Sanierungsoffensive.
- Foto: Stadt Wien/Martin Votava
- hochgeladen von Nathanael Peterlini
Die Margaretner Bezirksvorstehung fordert von Wiener Wohnen eine Sanierungsoffensive in den historischen Gemeindebauten des Bezirks. Wiener Wohnen betont, man setze zahlreiche Maßnahmen.
WIEN/MARGARETEN. Rekordhohe Hitzewellen haben Wien im Griff. Draußen hat es teils 40 Grad Celsius, eine Abkühlung in den eigenen vier Wänden finden Wienerinnen und Wiener selten. "Gerade in Margareten mit seinen mehr als 60 Gemeindebauten spitzt sich die Situation von Sommer zu Sommer zu", kommuniziert die Margaretner Bezirksvorstehung.
Besonders entlang des Gürtels, wo die Wohnungen Richtung Süden ausgerichtet sind, hätten Bewohnerinnen und Bewohner bereits am Vormittag Temperaturen über 30 Grad gemeldet. Im Amtshaus fordert man eine Sanierungsoffensive von Wiener Wohnen.
"Menschen nicht alleine lassen"
Viele der Gemeindebauten in Margareten wurden laut der Bezirksvorstehung im frühen 20. Jahrhundert errichtet und stehen unter Denkmalschutz. Das erschwert kurzfristige Maßnahmen wie das Einbauen einer Klimaanlage. Die historischen Gebäude wurden "seit Jahrzehnten nicht umfassend saniert oder auf die Hitzekatastrophe vorbereitet", heißt es aus der Bezirksvorstehung.
- Links: Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Petra Tierscherl (Grüne).
- Foto: Marie Schrentewein
- hochgeladen von Nathanael Peterlini
"Das ist längst nicht mehr nur eine Frage des Komforts, sondern der Gesundheit und der sozialen Gerechtigkeit. Die Menschen dürfen mit den Folgen der Klimakrise nicht alleine gelassen werden", betont Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Petra Tierscherl (Grüne).
Lebensqualität sinkt
Gemeinsam mit dem Bezirksbeauftragten für Gemeindebau, Roman Tretthahn, fordert sie einen langfristigen und verbindlichen Sanierungsplan für die historischen Wohnanlagen – von einer thermischen Sanierung über Fassadenbegrünung bis zum Anschluss an das Fernkälte-Netz.
"Gerade ältere Menschen, Familien mit kleinen Kindern oder Leute mit chronischen Krankheiten leiden massiv unter der Hitze. Ihre Lebensqualität sinkt von Sommer zu Sommer", so Tierscherl. Es benötige ein entschlossenes Handeln der zuständigen Stadträtin.
"Offensive gibt es bereits"
"Wiener Wohnen führt keine Temperaturmessungen in einzelnen Wohnungen durch", erklärt ein Sprecher gegenüber MeinBezirk. Deshalb könne man keine dokumentierten Fallzahlen bestätigen. Angesichts der hohen Hitze gebe es in vielen Wohnungen hohe Temperaturen – nicht ausschließlich in Gemeindebauten.
- Wiener Wohnen verweist auf mehrere Projekte, wie jenes in der Spengergasse. Der Neubau soll 2028 fertiggestellt werden.
- Foto: Stadt Wien/Martin Votava
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Der Sprecher betont, Wiener Wohnen stecke bereits in einer "umfassenden Sanierungs- und Klimaanpassungsoffensive". Laufend werden thermische Sanierungen durchgeführt, Fenster und Türen ausgetauscht, Fassaden begrünt und Jalousien und Co. angebracht. Der Einbau von Klimaanlagen wurden in diesem Jahr erleichtert, der Einbau von Sonnenschutzvorrichtungen wird mit bis zu 1.500 Euro gefördert.
Die Maßnahmen würden grundsätzlich bei allen zu sanierenden Gemeindebauten geprüft werden, was umgesetzt wird, hängt von den baulichen Gegebenheiten und der technischen Machbarkeit ab.
Mehrere Großprojekte im 5. Bezirk
Wie viele Gemeindebauten in Margareten sind sanierungsbedürftig? Die Behörde nennt gegenüber MeinBezirk keine genaue Zahl. Man überprüfe alle Gebäude laufend und setze anhand der Zustände Sanierungen um. Der Sprecher erinnert an mehrere "größere" Sanierungsprojekte in Margareten – etwa zwei bereits fertiggestellte in der Hauslabgasse.
Derzeit laufen die Sanierungen der Rechten Wienzeile 71 mit voraussichtlicher Fertigstellung 2026 sowie jene der Blechturmgasse 23-27 mit Fertigstellung 2028. Auch Neubauprojekte werden von Wiener Wohnen geführt. Die Schönbrunner Straße 76 wurde 2025 fertiggestellt. In der Spengergasse 45 wird derzeit noch gewerkelt, mit einer Fertigstellung rechnet man 2028.
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