WorldSkills 2026
Elias Stephan kämpft in Shanghai für historische Burgenland-Medaille
Bei den 48. Berufsweltmeisterschaften in Shanghai wartet auf den 21-jährigen Möbeltischler Elias Stephan im September die bislang größte Herausforderung seiner Laufbahn. Der Bad Sauerbrunner wird Österreich bei den Berufsweltmeisterschaften in Shanghai vertreten – und könnte dabei auch burgenländische Handwerksgeschichte schreiben: Bislang gelang noch keinem Teilnehmer aus dem Bundesland ein Medaillengewinn bei den WorldSkills.
EISENSTADT / BAD SAUERBRUNN. Elias Stephan tritt von 22. bis 27. September bei den 48. WorldSkills in Shanghai an und zählt damit zum 48köpfigen rotweißroten Team. Die Aufnahme in das österreichische Team läuft über die AustrianSkills, die jedes zweite Jahr stattfinden. Bereits die Qualifikation ist für das Burgenland ein echtes Comeback: Die letzte WM- oder EM-Teilnahme liegt bereits vier Jahre zurück. Damals sorgte das Burgenland allerdings für Furore – Ronny Brunäcker holte sensationell den Vizeeuropameistertitel nach Donnerskirchen.
- Der Burgenländer Ronny Brunäcker holte bei EuroSkills 2021 in Graz sensationell den Vizeeuropameistertitel nach Donnerskirchen
- Foto: Sandra Koeune / MeinBezirk
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Vor seiner Abreise wurde Stephan von der Wirtschaftskammer offiziell verabschiedet. Für den jungen Facharbeiter ist die Teilnahme weit mehr als ein internationaler Wettbewerb. „Es war unglaublich, als ich erfahren habe, dass ich nach Shanghai fahre. Zunächst konnte ich es kaum glauben“, berichtet er MeinBezirk.
Präzision im Arbeitsalltag
Der Möbeltischler aus Bad Sauerbrunn arbeitet bei List General Contractor in Bad Erlach an hochwertigen Möbelstücken für Luxusyachten – Einzelanfertigungen, bei denen höchste Präzision, Materialkenntnis und saubere Abläufe gefragt sind: „Ich arbeite täglich an Bauteilen, bei denen es auf jedes Detail ankommt. Genau diesen Anspruch nehme ich auch mit zu den WorldSkills. Für mich ist das die Chance, mein Können auf internationalem Niveau zu zeigen und mich mit den Besten meines Berufs zu messen. Gleichzeitig ist es eine große persönliche Herausforderung – weil dort unter Druck entschieden wird, wie präzise und konstant man wirklich arbeitet“, so Stephan.
Vorbereitung unter Wettbewerbsbedingungen
Seit rund zwei Monaten trainiert er gezielt für den Bewerb. Dabei gehe es weniger um spektakuläre Einzeltechniken als um Konstanz, Zeitmanagement und fehlerfreies Arbeiten unter Druck. „Wir haben zunächst mit kleineren Projekten begonnen, die etwa zwei Tage dauern. Schon bald werde ich zur Vorbereitung an Projekten arbeiten, die vier Tage dauern, so wie im Wettbewerb auch. Ich habe gelernt, sehr flexibel zu arbeiten“, beschreibt Stephan einen Vorteil seiner täglichen Praxis, in der jedes Projekt individuell für den Kunden umgesetzt wird.
Klares Ziel vor Augen
Der Wettbewerb selbst erstreckt sich über vier Tage. Mehr als 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer treten in seiner Kategorie an. Noch halte sich die Nervosität in Grenzen, sagt der 21-Jährige. „Die wird wohl kommen, wenn wir in Shanghai sind.“ Entscheidend sei für ihn, konzentriert zu bleiben und möglichst konstant zu arbeiten. „Ich werde mein bestes geben. Ich schaue immer, dass ich meine Ruhe habe, nicht zu viele Leute um mich herum und versuche über die vier Tage hinweg zu überzeugen", berichtet Stephan selbstbewusst. „Ich will von dem Wettbewerb so viel mitnehmen, wie nur geht. Erfahrung sammeln, Kontakte austauschen. Alles aufsaugen." Seine Ziele formuliert der 21-Jährige bewusst realistisch: „Natürlich will man gewinnen. Aber die Konkurrenz ist extrem stark. Ich möchte in die Top 10 kommen, alles weitere ist eine draufgabe“, so Stephan.
Lob von der Wirtschaftskammer
Im Rahmen einer Verabschiedung gratulierten Präsident Andreas Wirth und WK-Direktor Harald Schermann dem jungen Möbeltischler zu seiner Qualifikation für die Berufsweltmeisterschaften 2026 und überreichten ihm mit einem Augenzwinkern symbolträchtig einen Koffer – „damit er beim Heimflug genug Platz für eine Medaille hat!“ Elias Stephan zeige eindrucksvoll, was mit Engagement, Präzision und fachlicher Konsequenz möglich sei, ist Wirth überzeugt.
- Vor seiner Teilnahme wurde der 21-Jährige von Wirtschaftskammerpräsident Andreas Wirth und WK-Direktor Harald Schermann offiziell verabschiedet.
- Foto: Sandra Koeune / MeinBezirk
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„Wie ich immer betone: Mit einer Lehre kann man alles erreichen. Wir wünschen ihm für den Bewerb alles Gute und drücken fest die Daumen!“, so Wirth. Die Teilnahme an den WorldSkills sei ein starkes Zeichen für die Qualität der dualen Ausbildung und für die Leistungsfähigkeit des Handwerks im Burgenland. Schermann unterstrich die Vorbildwirkung des jungen Facharbeiters: „Internationale Wettbewerbe wie die WorldSkills machen sichtbar, welches Knowhow in unseren Betrieben steckt. Elias Stephan steht stellvertretend für viele talentierte Nachwuchsfachkräfte im Burgenland.“
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