Abriss oder Umbau
Was wird aus dem ehemaligen Alt-Wiener Schnapsmuseum?
- Das Alt-Wiener Schnapsmuseum wurde 1990 gegründet. Das familiengeführte Privatmuseum musste 2019 seine Tore schließen. Seitdem steht das Grundstück nicht mehr im Besitz der Familie und das Gebäude leer.
- Foto: Matthias Pandrea/MeinBezirk
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Seit 2019 steht das ehemalige Alt-Wiener Schnapsmuseum still. Aufgrund einer Hinweistafel an der Eingangstür häufen sich bei Anrainerinnen und Anrainern nun die Fragen um die Zukunft des Standorts.
WIEN/MEIDLING. Wer dieser Tage durch die Wilhelmstraße schlendert, dem fällt unweigerlich das verwaiste Gebäude mit der Nummer 19 auf. Seit Jahren geschlossen, wirkt der frühere Standort des Alt-Wiener Schnapsmuseums stiller denn je. Am Eingangstor hängen amtliche Hinweistafeln – ein Anblick, der viele Anrainerinnen und Anrainer fragen lässt: Steht hier ein Abriss bevor?
Das Schnapsmuseum war über Jahrzehnte ein Fixpunkt in Meidling. Eröffnet 1990 von Gerald Fischer, führte das private Museum durch die Geschichte einer Wiener Spirituosen-Produktion, die bis 1875 zurückreicht. 2019 musste das Museum alters- und gesundheitsbedingt schließen, wie Fischer damals erklärte. Seitdem steht das Grundstück nicht mehr im Besitz der Familie – und es herrscht Stille um das Gebäude.
Vorerst kein Abriss
Was den Anrainern Sorge bereitet, ist, dass die Abbruchbewilligung auf dem straßenseitigen Gebäude an der Wilhelmstraße hängt. Die zuständige Baupolizei (MA 37) stellt jedoch klar, dass zumindest an der Adresse auf dieser Straßenseite keine Abbruchbewilligung vorliege.
„Das bestehende einstöckige Gebäude an der Wilhelmstraße wird um drei Stockwerke und ein Dachgeschoß für 26 Zimmereinheiten (Apartments mit 52 Betten) und Hausnebenräumen aufgestockt“, heißt es seitens der Behörde.
- Die Baubewilligung bezieht sich auf die Liegenschaft auf der Karl-Löwe-Gasse 36. Das Gebäude an der Wilhelmstraße 19 soll aufgestockt werden.
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Klar ist damit auch: Ein vollständiger Abriss des Altbaus steht nicht zur Debatte. Der einzige Bereich, der tatsächlich entfernt wird, befindet sich auf der Rückseite des Grundstücks in der Karl-Löwe-Gasse 36. „Der Abriss bezieht sich nur auf das rückwärtige Gebäude“, so die MA 37.
Baubeginn erst 2026
Auch der Schutzstatus des Altbaus wurde geprüft – ein Komplettabriss wäre laut Behörde nach aktueller Rechtslage „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht bewilligt worden“. Weiter würden regelmäßig Kontrollen stattfinden. Ein Mitarbeiter der Bauinspektion ist vor Ort gewesen und stellte bisher „keine Bautätigkeit“ fest.
Die Eigentümerin, die "KLG36 Immo GmbH", beruft sich schriftlich auf den Bewilligungsbescheid, der bereits 2022 ausgestellt wurde. Es werde innerhalb der gesetzlichen Vorgaben gehandelt und man beabsichtige, sich auch weiterhin an die bestehenden Gesetze zu halten. Der Baubeginn ist im Jahr 2026 vorgesehen, so die Eigentümerin.
Ein kompletter Abriss des ehemaligen Schnapsmuseums steht nicht bevor. Die historische Fassade zur Wilhelmstraße soll bestehen bleiben – der rückwärtige Trakt seitens der Karl-Löwe-Gasse soll einem Neubau weichen.
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