Donauuni Krems: Neues Projekt verrät wie die "Musik in die Klöster kam"

Das Forschungsteam beim Projektstart in der Stiftsbibliothek Melk: Martin Haltrich, Max Theisen , Johannes Prominczel, Ulrike Wagner, Eva Stöckler, Stefanie Preisl, Bernhard Rameder, Anja Grebe und Dr. Elisabeth Hilscher.
  • Das Forschungsteam beim Projektstart in der Stiftsbibliothek Melk: Martin Haltrich, Max Theisen , Johannes Prominczel, Ulrike Wagner, Eva Stöckler, Stefanie Preisl, Bernhard Rameder, Anja Grebe und Dr. Elisabeth Hilscher.
  • Foto: Walter Skokanitsch
  • hochgeladen von Daniel Butter

NÖ. Weit über zehntausend Musikkonvolute, darunter viele handschriftliche Unikate, beherbergen die Archive der Klöster Melk, Göttweig und Klosterneuburg. Dieser unschätzbare Fundus besteht nicht nur aus geistlichen Werken, sondern es findet sich auch eine breite Palette an weltlicher Musik. Die musikalische Bandbreite reicht von großen Namen wie Mozart, Haydn und Bruckner bis hin zu Stücken regionaler und volkstümlicher Provenienz. Im Rahmen eines Forschungsprojektes der Donau-Universität Krems in Kooperation mit den erwähnten Stiften und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften werden erstmals diese Schätze systematisch erfasst und untersucht.

Musik als spielt große Rolle

Musik spielt im Klosteralltag eine wichtige Rolle. Dies gilt nicht nur für den liturgischen Gebrauch, also für die Gestaltung der unterschiedlichen Gottesdienstformen (Messen, Vespern usw.), sondern auch für ihre weltliche Funktion im Rahmen von Festen und Tafelmusiken. Klöster fungierten zudem als musikalische Bildungsstätten, die Einfluss auf den Musikgeschmack und das musikalische Leben der Bevölkerung ausübten. Umgekehrt sammelten und bewahrten die Klöster auch Musikstücke, die in ihrem Umfeld gerade in Mode waren. Darum dienen die Musikarchive der niederösterreichischen Stifte in besonderer Weise als kulturelle Gedächtnisspeicher, die das musikalische Erbe des Landes bewahren und abbilden.

Im Rahmen des Projektes „Kloster_Musik_Sammlungen“ – gefördert durch Mittel des FTI-Programms (Forschungs-, Technologie-, Innovationsstrategie) des Landes Niederösterreich – werden nun erstmalig die Musikarchive der Klöster Melk, Göttweig und Klosterneuburg systematisch aufgearbeitet. Neben der Erschließung und Digitalisierung der Bestände in einer webbasierten Datenbank soll auch eine historisch-kritische Pilotedition veröffentlicht werden, die es ermöglichen wird, ausgewählte Musikstücke einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und zur Aufführung zu bringen. Parallel dazu werden umfassende Forschungsaktivitäten unternommen, die u. a. die Sammlungsgeschichte der einzelnen Archive in den Fokus nehmen.

Musikalisches Netzwerk

Mit ihrer innovativen Fragestellung werden die ForscherInnen die Klöster nicht isoliert betrachten, sondern vielmehr den vitalen Austausch zwischen den einzelnen Standorten rekonstruieren. Die Stifte gaben die in ihren Archiven gesammelten Noten in Form von Abschriften weiter und so entstand ein weitreichendes Netzwerk des musikalischen Austausches. Wie intensiv diese Wechselbeziehungen waren und wie weit der Einfluss der niederösterreichischen Klöster reichte, wird in ersten Ansätzen im Rahmen des Forschungsprojektes beantwortet werden.

„Wir möchte mit diesem Projekt einen Beitrag leisten, um die internationale Bedeutung Niederösterreichs als Musikland im Allgemeinen und die Rolle der Klöster im Speziellen herauszuarbeiten“, so Projektleiterin Univ.-Prof. Dr. Anja Grebe, Leiterin des Departments für Kunst und Kulturwissenschaften an der Donau-Universität Krems und Universitätsprofessorin für Kulturgeschichte und Museale Sammlungswissenschaften.

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