Arbeitsunfall
Mit eisernem Willen ins Leben gerollt

Jürgen Scheiner und Pauli
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Der AUVA-"Back to life"-Award ging an Jürgen Scheiner, der nach einem schweren Arbeitsunfall, zurück ins Leben gefunden hat und damit anderen Mut macht.

GNADENDORF (rc). 2008 bricht der gelernte Tischler durch eine Kellerdecke. Der klassische Arbeitsunfall am Bau. Das Ergebnis war eine komplette Querschnittlähmung.
"Ich habe mich sehr über diese Auszeichnung gefreut, sie gibt mir, neben dem was ich bis jetzt geschafft habe auch noch die Bestätigung, dass der Weg den ich nach meinem Unfall eingeschlagen habe, richtig war.
Während der Reha war ich mit sehr vielen Schicksalen und Problemen anderer Unfallopfer, konfrontiert. Mir selbst war klar, dass ich zwar immer auf einen Rollstuhl angewiesen sein würde, aber sonst  der gleiche geblieben bin und vor allem, gesund war", betont der Gnadendorfer.
Herr Scheiner spricht ganz offen über die Gedanken, die ihn während der Reha beschäftigten. Er nutzte dort jede freie Minute, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie er am Besten und Schnellsten, sein Leben wieder in die eigenen Hände nehmen könnte. Und zwar ohne jemandem zur Last zu fallen zu müssen.

Komfort nach Unfall

Es galt nun, die Pläne für sein neues Leben in die Tat um zusetzten. Da es bei den Eltern von Jürgen mit dem Rollstuhl ein bissl eng war und er auch längst selbständig wohnen wollte, ergab sich die Möglichkeit, am Grundstück der Eltern zu bauen.
Jürgen Scheiner errichtete sein persönliches, Barriere freies, nach eigenen Entwürfen und Ideen, welche er auch aus der Reha mitbrachte, Komforthaus.
Vor sechs Jahren zog der zehn Wochen alte Pauli bei Jürgen ein. Ein Schweizer Schäferhund, den Jürgen Scheiner auf seine speziellen Bedürfnisse abgerichtet hat. Pauli kennt das Haus, öffnet Türen, ist immer um sein Herrchen herum und weicht kaum von seiner Seite.

Immer aktiv

Wer meint, dass Jürgen in seiner Freizeit bloß Vogelhäuschen baut, der irrt, der leidenschaftliche Tischler baute viele seiner Möbel im Haus selbst. Seine Tischlerwerkstatt hat Profistandard, ist mit Absauganlagen ausgestattet und die Geräte sind auf die Arbeitshöhe Scheiners ausgerichtet.
Auch die Feuerwehr nimmt viel Raum im Leben von Jürgen ein. Der Unterabschnittskommandant für sechs Katastralgemeinden und damit für fünf Freiwillige Feuerwehrstationen verantwortlich, überwacht er Einsätze und Übungen und schult den Nachwuchs ein. Nebenbei ist er in den Bezirken Mistelbach und Gänserndorf als Disponent beim Notruf tätig.
Also keine Spur von Langeweile im Leben des Gnadendorfers.
"Ich bin ausgelastet" gibt Scheiner augenzwinkernd zu verstehen. "Aber manchmal mahnt mich dann auch mein Körper zur Ruhe. Das ist der Moment, wo ich mich auf meine Wohnzimmerbank zurück ziehe und mich meiner DVD-Sammlung widme."

Autor:

Regina Courtier aus Niederösterreich

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