Die Tularämie - anzeigepflichtige Krankheit in Österreich
Blutabnahme und Untersuchung von Jagdhunden im Jagdbezirk Mistelbach

Franziska Rabl mit Jagdhündin Dorly
  • Franziska Rabl mit Jagdhündin Dorly
  • Foto: Franziska Rabl
  • hochgeladen von Josef KOHZINA

Fallbach/Bezirk Mistelbach:     Vor etwas mehr als einem Jahr konnte in einem Jagdrevier des Hegeringes Fallbach ein verendeter Feldhase aufgefunden werden.

Der dortige Hegeringleiter Reinhard Lehner und dessen Stellvertreter Anton Dorn gelten als sehr jagderfahren und wissbegierig.
Beiden liegen das Weidwerk und das Wohl der freilebenden Tiere sehr am Herzen. Sie gehen gewissen Tatsachen auf den Grund und wollen auf offene Fragen immer eine zufriedenstellende Antwort. Das Auffinden verendeter Tiere nehmen sie nicht so einfach hin. Sie wollen unbedingt die Ursache eruieren um notfalls erforderliche Unternehmungen zu starten oder vielleicht auch dagegen zu lenken.

Tularämie bestätigt
Beim verendet aufgefundenen Feldhasen wurde vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, bei der Veterinärmedizinischen Universität in Wien Ottakring, als Todesursache die Infektionskrankheit Tularämie bestätigt.

Tularämie ist eine häufig tödlich verlaufende ansteckende Erkrankung bei frei lebenden Nagetieren und Hasenartigen, die durch Bakterien ausgelöst wird.
Die Erkrankung ist eine Zoonose und kann auch auf den Menschen übertragen werden. Sie gilt laut Bundesministerium für Soziales und Gesundheit mit Stand 01/2020 als anzeigepflichtige Krankheit in Österreich.

Kann der Jagdhund die Tularämie übertragen
Mit dem Wissen über die Todesursache des Feldhasen stellte sich für den Hegeringleiter und dessen Stellvertreter sogleich die nächste Frage: Kann die Hasenkrankheit im Jagdbetreib vom Jagdhund aufgenommen und an den Hundeführer übertragen werden?

Mit Frau Dr. med.vet. Annika Posautz, von der Veterinärmedizinischen UNI Wien, konnte die richtige Partnerin gefunden werden. Von ihr und ihrem Team wird derzeit an einer diesbezüglichen Studie gearbeitet und geforscht.

Über zwanzig Jagdhunde wurden untersucht
Etwas über zwanzig aktiven Jagdhunden aus den Hegeringen Fallbach und auch Laa/Thaya wurden vor dem Beginn der diesjährigen Niederwildsaison Blutproben entnommen. Nach der Jagdsaison sollen die Hunde abermals untersucht und Blut genommen werden.
Mit den Untersuchungen und den Blutabnahmen sollen die etwaige Verbreitung unter den arbeitenden Jagdhunden sowie die Reaktionen der Immunsysteme der Jagdhunde auf derartige Krankheitserreger untersucht und weiter erforscht werden. Sollte sich herausstellen, dass sich ein Jagdhund tatsächlich mit der besagten Krankheit angesteckt hat, erfolgt nach zirka drei Monaten eine weitere Untersuchung samt Blutabnahme, um den Krankheitsverlauf näher beschreiben zu können.

In Europa kein Fall bekannt
In Europa ist noch kein einziger Fall bekannt, wo die Krankheit von einem Hund auf den Menschen übertragen wurde. Durch das Ärzteteam wurde bereits 2017 an einer derartigen Studie gearbeitet. Damals haben Hunde, welche positiv auf Tularämie getestet wurden, keinerlei Krankheitsanzeichen, so Dr. Posautz.

Der Jagdbezirk Mistelbach
Jagdhunde züchten und großziehen, ganzjährig halten und verpflegen, ständig trainieren und üben, sich um das Wohl der Partner mit der kalten Schnauze kümmern, an diversen Studien mitarbeiten und vieles mehr sind auch wichtige Segmente der ganzjährigen Jagdausübung, nicht nur im Jagdbezirk Mistelbach.

Nach der Niederwildsaison und nach der zweiten Untersuchung der Jagdhunde wird es selbstverständlich eine adäquate Berichterstattungen geben! 

Waidmannsheil

Am Foto: Franziska Rabl mit der ebenfalls untersuchten Jagdhündin Dorly

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