12.09.2016, 14:15 Uhr

Schutzbunker für den Notfall

Der Schutzraum von Heinz Eder ist nun eine Werkstatt.

Zivilschutzverbände raten für den Katastrophenfall Nahrungsvorräte anzulegen. Panikmache oder berechtigte Vorsorge? Ein Lokalaugenschein im Bezirk.

BEZIRK (mk). Die Ausbaupläne für das AKW Dukovany nahe der Grenze (siehe Story rechts) zeigen: Eine Katastrophe wie ein Reaktorunfall ist keine abstrakte Utopie. Doch wie gut ist unser Land auf den Ernstfall vorbereitet? Wie gut wird der Rat des Zivilschutzverbandes zum Schaffen eines Vorrates schon befolgt? Wir haben uns in den Kellern im Bezirk umgesehen und fanden neben Hobbyräumen auch Schutzräume, Nahrungsvorräte und Notstromaggregate.

Schutzraum war Pflicht
Im Keller von Heinz Eder aus Ernsdorf ist man im Notfall sicher. "Wir haben unser Haus 1990 gebaut und damals wurde vom Land vorgeschrieben, einen Schutzraum für vier Personen einzubauen. Da die Verordnung allerdings drei Monate später wieder aufgelassen wurde, nutzen wir den Raum jetzt als Werkstatt", so Eder. Die Idee hält er ohnehin für absurd. "Fast jeder von uns geht 40 Stunden arbeiten, was bringt da ein Schutzraum daheim, wenn ich im Falle einer Katastrophe nicht daheim bin? Nur eine flächendeckende und auch öffentliche Schutzraumverordnung hätte Sinn gemacht."

Schutzraum im Weinkeller
Die Gemeinde Fallbach hat in den 1990er-Jahren das Projekt "Schutzraum im Weinkeller" ins Leben gerufen. Eine Kellerröhre wurde mit Schutzwand und Filteranlage ausgestattet. "Insgesamt 50 Personen finden im Fall einer Katastrophe im Keller Schutz. Vorgesehen ist der Raum für Kinder, junge Leute und werdende Mütter", so Initiatior Karl Nagl. Ein Notstromaggregat versorgt den Raum mit Strom und Licht. Vorräte muss sich allerdings jeder selber mitnehmen. "Es ist der Aufenthalt für ein paar Tage gedacht, wenn die größte Strahlung vorbei ist, kann der Keller wieder verlassen werden", so Nagl.
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