Kinder- und Jugendbeauftragte im Interview
Mehr Support für den Nachwuchs am Neubau

Die Betreuungsplätze im siebten Bezirk sollen aufgestockt werden.
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Von Corona- bis Job- und Klimakrise: So will die neue Kinder- und Jugendbeauftragte Kati Schneeberger im siebten Bezirk jetzt anpacken. 

NEUBAU. Ob Hilfe im Home Schooling oder eine Aufstockung der Betreuungsplätze: Neubaus neue Kinder- und Jugendbeauftragte Kati Schneeberger (Grüne) hat viel vor.

Die Corona-Krise beutelt vor allem Kinder und Jugendliche schwer. Wo muss am dringendsten diesbezüglich angepackt werden?
KATI SCHNEEBERGER:
Wir Erwachsene müssen unsere Verantwortung wahrnehmen und uns alle gemeinsam darum bemühen, diese Pandemie so rasch wie möglich zu überwinden. Die Maßnahmen sind für uns Erwachsene lästig, aber für viele Kinder eine noch größere Belastung. Auch wenn es uns selber manchmal sehr schwerfällt, aber wir müssen den Kindern & Jugendlichen eine Stütze und Vorbild sein. Vor allem in diesen außergewöhnlichen Zeiten suchen sie Orientierung und schauen sich unseren Umgang mit dieser Krise ab. Kinder und Jugendliche haben ein besonderes Bedürfnis nach sozialen Kontakten. Diese sollte man soweit es unter Einhaltung notwendiger Hygienemaßnahmen geht auch weiterhin ermöglichen. Digitale Kommunikation kann persönliche Begegnungen nicht ersetzen, aber zumindest etwas Abhilfe schaffen. Sobald es die Lage zulässt, gehören Kinder wieder auf die Spielplätze und in die Parks. Davon haben wir im Bezirk einige sehr schöne. Ich möchte da besonders auf den Weghuberpark aufmerksam machen, der 2020 mit neuen Inklusions-Spielgeräten ausgestattet wurde.

Wie will man am Neubau helfen?
Ein wichtiger Punkt ist die Ausstattung sowohl in den Schulen, als auch für die Kinder. Hier muss der Fokus auf allem bei jenen liegen, die sich die notwendige Ausstattung nicht leisten können. In den nächsten Wochen werden Bezirksvorsteher Markus Reiter und ich auf die Schulen und Familien zugehen, um ein Maßnahmenpaket gemeinsam mit der Stadt zu schnüren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die außerschulische Jugendarbeit, vor allem in den Parks und in den öffentlichen Räumen des Bezirkes.

Was sind die wichtigsten Projekte 2021 für Neubaus Kinder und Jugendliche?
Neben der Coronakrise befinden wir uns auch mitten in der Klimakrise, wo vor allem die Generation der heutigen Kinder und Jugendlichen die massiven Auswirkungen spüren werden. Das heißt wir werden pro aktiv mit diesen Krisen umgehen und auf Ebene des Bezirks ein Bündel an Maßnahmen ergreifen. Zum einen haben wir das Projekt „Kühle Schulen“ bereits im Budget berücksichtigt. Hier wird es konkret um Fassadenbegrünungen und Überhitzungsschutz gehen. Jeder vierte Euro des Neubauer Bezirksbudgets wird für Kinder- und Jugendaktivitäten verwendet. Weiters ist auch der Punkt Digitalisierung der Schulen wichtig. Darüber hinaus geht es auch weiterhin um den direkten Austausch mit den Kindern und Jugendlichen. Dazu gehört das Beteiligungsprojekt „Ich mach mit am Neubau“, das einzigartige Programm des Neubauer Kindersommers, aber auch die aufsuchende Betreuung in den Parks des Bezirks.

Was liegt Ihnen dabei besonders am Herzen?
Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen an der Bezirksentwicklung weiterarbeiten und trotz der vielen Herausforderungen positiv in die Zukunft blicken und Lösungen erarbeiten.

Kati Schneeberger (43) unterrichtet Mathematik, Geschichte und Politische Bildung in der Mittelschule Singrienergasse.
  • Kati Schneeberger (43) unterrichtet Mathematik, Geschichte und Politische Bildung in der Mittelschule Singrienergasse.
  • Foto: Stöcher
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Stichwort Betreuungsplätze: Wird hier künftig im Bezirk aufgestockt? Wird es neue Kindergärten geben?
Als Alleinerzieherin weiß ich natürlich aus eigener Erfahrung, wie wichtig das Thema Kinderbetreuung ist. Wir wissen, dass wir im Bezirk einen geringen Anteil an städtischen Betreuungsplätzen haben. Deshalb hat Bezirksvorsteher Reiter bei der Stadt am Areal des ehemaligen Sophienspitals sieben neue Kindergartengruppen für Neubauer Familien verhandeln können. Diese werden 2024 eröffnet werden.

Sie sind seit 2019 Präsidentin des Vereins „Vienna goes Europe“. Wird es diesbezüglich ein Europa-Projekt geben?
Das Thema Europa haben Markus Reiter und mich erst zusammengebracht. Wir haben 2019 zusammen das Europafest im Josef Strauß Park veranstaltet. Neubau ist in meinen Augen schon jetzt der europäischste Bezirk in Wien. Derzeit laufen im Verein gemeinsam mit dem Bezirksvorsteher und vielen anderen Organisationen Vorbereitungen für den Europatag am 9. Mai. Wir hoffen alle, dass es die Corona-Situation zulässt und das Programm tatsächlich schon wieder mehr real als virtuell stattfinden kann. Mit "Vienna goes Europa" sind wir schon bisher hauptsächlich auf der Mariahilfer Straße präsent. Corona-bedingt waren wir 2020 verstärkt online mit Aktionen in den Sozialen Medien und über unsere Website www.viego.eu aktiv. Weiters möchten wir auch einen Schwerpunkt dem Thema Menschenrechte und den Nachhaltigkeitszielen der UNO widmen und hier verstärkt Kooperationen eingehen.

Neubau steht 2021 unter dem Motto der Menschenrechte. Was ist diesbezüglich für Kinder und Jugendliche geplant?
Mir ist es ein besonderes Anliegen die Partizipationsmöglichkeiten der Neubauer Kinder und Jugendlichen bis zum Herbst auf neue Beine zu stellen und auszubauen. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der UNO umfassen aber auch hochwertige Bildung, Gesundheit und Wohlergehen, Maßnahmen zum Klimaschutz und vieles mehr. Daher wollen wir 2021 die Digitalisierung von Neubaus Schulen vorantreiben und uns dem Thema Gesunde Ernährung in den Schulen und Kindergärten widmen. Klimaschutzmaßnahmen wie die Umgestaltung weiterer Straßen kommen allen zugute und erfüllen die Wünsche der Kinder und Jugendlichen nach mehr Bäumen und weniger Autos im Bezirk.

Was ist Ihr persönliches Ziel für 2021?
Nach mehreren Jahren als Lehrerin an einer PTS kenne ich die besonderen Schwierigkeiten, vor denen Jugendliche stehen, die derzeit eine Lehrstelle suchen. Daher laufen gerade Vorbereitungen für ein Projekt, dass die Schulen und die Unternehmen im 7. Bezirk enger vernetzt. Mein persönliches Ziel ist es, einen Beitrag zu leisten, dass mehr Jugendliche den Sprung ins Berufsleben schaffen.

Zur Person Kati Schneeberger:

Kati Schneeberger (43) unterrichtet Mathematik, Geschichte und Politische Bildung in der Mittelschule Singrienergasse. Die gebürtige Deutsche ist Alleinerzieherin einer 15-jährigen Tochter, die die HTL besucht.

Die Betreuungsplätze im siebten Bezirk sollen aufgestockt werden.
Kati Schneeberger (43) unterrichtet Mathematik, Geschichte und Politische Bildung in der Mittelschule Singrienergasse.

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