Besonderes Kennenlernen
85-Jährige reiste nach Kenia, um ihre Patenkinder zu treffen
- Im Juli reiste Edeltraud erstmals nach Kilifi und konnte die Kinder endlich in die Arme schließen.
- Foto: Harambee
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18 Jahre lang kannte Edeltraud Schmied ihre Patenkinder vor allem aus Briefen und Fotos. Im Juli reiste die 85-Jährige erstmals nach Kilifi in Afrika und konnte die Kinder endlich in die Arme schließen.
BEZIRK NEUSIEDL AM SEE. Mit 85 Jahren eine weite Reise nach Kenia anzutreten, ohne Englisch zu sprechen, erfordert viel Mut. Edeltraud Schmied ließ sich davon jedoch nicht abschrecken. Seit 18 Jahren ist sie Patin bei Harambee und hat im Laufe dieser Zeit mehrere Kinder begleitet. Die ältesten ihrer Patenkinder haben ihre Schulbildung bereits erfolgreich abgeschlossen. Im Juli wollte sie nun endlich selbst sehen, wie die Kinder leben und was durch ihre langjährige Unterstützung entstanden ist.
Gemeinsam mit Gabriela Vonwald, der Gründerin und Obfrau von Harambe, die für ihre inzwischen 20-jährigen Verdienste in Kenia den Ehrendoktor verliehen bekam (wir berichteten), und einer weiteren Patin reiste sie nach Kilifi. Beim Harambee-Patentreffen, das am 22. August im Bildungsinstitut Vonwald in Parndorf stattfand, erzählte Schmied von ihren Erlebnissen und den vielen persönlichen Begegnungen.
- Edeltraud Schmied mit Gründerin Gabriela Vonwald.
- Foto: Harambee
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Besuch der vielen Schulen
Besonders beeindruckt war sie von den verschiedenen Schulen, die von Harambee geführt und unterstützt werden. Sie konnte am Schulalltag teilnehmen und jene Orte besuchen, die sie bis dahin nur aus Berichten und von Fotos gekannt hatte. Plötzlich bekamen all die Informationen, Briefe und Bilder, die sie über viele Jahre begleitet hatten, ein Gesicht.
Bewegendes erstes Kennenlernen
Zu den bewegendsten Momenten der Reise gehörte das erste persönliche Treffen mit einem ihrer Patenmädchen. Die junge Frau studiert mittlerweile in Nairobi am anderen Ende des Landes. Als sie erfuhr, dass ihre Patin nach Kenia kommt, nahm sie eigens die weite Reise nach Kilifi auf sich. Nach vielen Jahren des Kontakts über Briefe konnten sich die beiden endlich persönlich in die Arme schließen.
- Unter den Spielsachen entdeckte Edeltraud ihren selbstgehäkelten Teddybären.
- Foto: Harambee
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Dass Edeltraud Schmied kein Englisch spricht, erwies sich dabei als weit weniger großes Hindernis als zunächst gedacht. "Mit Händen und Füßen konnte ich mich schon verständigen", berichtete sich lachend beim Patentreffen. Vor allem für die Kinder spielte die sprachliche Barriere ohnehin kaum eine Rolle: "Bussi schicken hat auch ohne Worte funktioniert."
Noch eine weitere Überraschung wartete in Kenia auf die Patin. Unter den Spieldachen entdeckte sie einen ihrer selbst gehäkelten Teddybären wieder. Der kleine Bär hatte die weite Reise bereits vor ihr angetreten und wird von den Kindern besonders geliebt.
20 Jahre Harambee
Die Geschichte von Edeltraud Schmied zeigt, wie aus einer Patenschaft bei Harambee über viele Jahre sehr persönliche Verbindung entstehen kann. Zugleich fällt ihre Reise in ein besonderes Jahr: Anfang September feiert Harambee sein 20-jähriges Bestehen. Was vor zwei Jahrzehnten mit einer Idee von Gabriela Vonwald begann, ist inzwischen zu einem umfassenden Hilfsprojekt für Kinder und Familien in Kenia herangewachsen.
- 18 Jahre lang kannte Edeltraud Schmied ihre Patenkinder vor allem aus Briefen und Fotos.
- Foto: Harambee
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Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf Bildung. Harambee führt eigene Schulen und unterstützt weitere Partnerschulen in der Region Kilifi. Patenschaften ermöglichen Kindern aus besonders armen Familien den Schulbesuch und sichern unter anderem Unterrichtsmaterialien, Mahlzeiten und medizinische Versorgung. Darüber hinaus engagiert sich das Projekt in der Gemeindearbeit, in der nachhaltigen Landwirtschaft und mit verschiedenen Maßnahmen durch Hilfe zur Selbsthilfe. Der Name "Harambee" stammt aus dem Suaheli und bedeutet "Lasst uns gemeinsam etwas bewegen".
Für Edeltraud Schmied ist dieser Gedanke während ihrer ganzen Reise unmittelbar erlebbar geworden. Trotz der weiten Anreise kann sie sich sogar vorstellen, ihre Patenkinder und das Projekt noch einmal zu besuchen. "Vielleicht klappt es nächstes Jahr nochmals, mich hat jedenfalls das Kenia-Fieber gepackt."
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