Schrotkugeln
Grausamer Fund – Waldohreulen in St. Andrä brutal getötet
- Einer der Waldohreulen wurde in den Kopf geschossen, das Röntgenbild zeigt über 50 Schrotkugeln.
- Foto: Sandra Lohninger
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Ende November 2025 wurden im Gemeindegebiet von St. Andrä am Zicksee zwei tote Waldohreulen aufgefunden. Untersuchungen von BirdLife Österreich ergaben, dass die streng geschützten Greifvögel durch Schrot getötet wurden. Der Fall steht im Zusammenhang mit weiteren gemeldeten Verstößen gegen den Artenschutz im Bezirk Neusiedl am See.
ST. ANDRÄ AM ZICKSEE. Ende 2025 erreichte den Projektpartner WWF Österreich die Meldung über den Fund zweier toter Greifvögel im Gemeindegebiet St. Andrä am Zicksee. Als Ornithologinnen und Ornithologen von BirdLife Österreich den Fundort untersuchten, bot sich ihnen ein erschütterndes Bild: Am Rand eines Teiches lagen zwei verendete Waldohreulen. Beide Tiere wiesen deutliche Blutspuren im Gefieder auf. Eine anschließende Röntgenuntersuchung bestätigte den grausamen Verdacht eindeutig: Die streng geschützten Vögel wurden mit Schrot erschossen.
- BirdLife erstattete Anzeige wegen Tierquälerei gemäß § 222 des Strafgesetzbuches sowie wegen eines Verstoßes gegen das burgenländische Jagdgesetz.
- Foto: BirdLife Österreich
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„50 Schrotkugeln im Kopfbereich“
„Einer der Waldohreulen wurde offensichtlich in den Kopf geschossen, das Röntgenbild zeigt über 50 Schrotkugeln im Kopfbereich“, so Johannes Hohenegger, Experte für Greifvogelschutz bei BirdLife Österreich: „Die andere Eule hatte Schrotkörner in Flügel und Bein sowie mehrere Knochenbrüche.“
Zahlreiche weitere Fälle
Allein im Jahr 2025 wurden BirdLife Österreich im Bezirk Neusiedl am See neben den Waldohreulen zahlreiche weitere Fälle von illegaler Nachstellung bzw. Tötung gemeldet: zwei erschossene Mäusebussarde, mehrere Greifvogel-Fallen, zum Teil mit gefangenen Mäusebussarden bzw. in einem Fall mit einer Elster als Lebendköder. Weiters konnte der Einsatz verbotener Lockgeräte bei der Wachteljagd umfassend dokumentiert werden.
- Wie alle wildlebenden Vogelarten ist auch die Waldohreule im Burgenland geschützt.
- Foto: Peter Friecer/Symbolfoto
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Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren auch streng geschützte Arten wie Kaiseradler oder Kornweihe illegal getötet. Obwohl die Anzahl der bekannten Fälle bereits erschreckend ist, dürfte dies nur die Spitze des Eisbergs sein - es ist zu befürchten, dass die Dunkelziffer ein Vielfaches höher ist!" Johannes Hohenegger, BirdLife Österreich
Birdlife und WWF fordern Reform
BirdLife Österreich hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet und fordert einen längst überfälligen nationalen Aktionsplan gegen Wildtierkriminalität. Zudem verlangen die Organisationen wirksame Maßnahmen auf regionaler Ebene. Vor allem beim Fallenfang fehlen im Burgenland klare gesetzliche Vorgaben, und auch die bestehenden Kontrollen im Jagdwesen greifen laut BirdLife zu kurz.
Jede Information kann helfen
Wer verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit Wildtierkriminalität macht oder Hinweise auf illegale Tötung geschützter Arten hat, wird gebeten, sich zu melden. Jede Information kann dazu beitragen, die Täterinnen oder Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Hinweise zu Wildtierkriminalität können über der BirdCrime-Hotline unter +43 660 869 2327, per E-Mail an meldung@wildlifecrime.at, aber auch anonym über die Meldeplattform für Wildtierkriminalität gemeldet werden.
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