Mönchhof unter weißer Schneedecke
So schön ist das Dorfmuseum im Winter
- Beim Rundgang mit Manuela Pasterk im winterlichen Dorfmuseum Mönchhof
- Foto: Andrea Glatzer
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Wenn das Dorfmuseum seinen Winterschlaf hält, haben dann die Mäuse Kirtag? Diese Frage beantwortet Manuela Pasterk bei einem Spaziergang durch das winterliche, derzeit geschlossene Museumsdorf, das friedlich unter einer dünnen Schneedecke ruht.
MÖNCHHOF. Der Schneefall hat in den ersten Jännertagen die Dächer und Wege im Museumsdorf angezuckert und in eine Bruegelsche Winterlandschaft verwandelt. Die eingangs gestellte Frage an Manuela Pasterk, die Tochter der Museumsgründer Beppo und Christine Haubenwallner, beantwortet sich in Gestalt von Hauskatze Luna wie von selbst. Auf sanften Pfoten stapft sie durch den Schnee und als sie wieder rauskam, hat sie weiße Stiefel an. Bei unserem Rundgang kommen wir auch bei den Museums-Hühnern vorbei. Die Tiere sind ja so gscheit, denn bei dieser Kälte bleiben sie gerne in ihrem warmen Stall, vom Eierlegen ganz zu schweigen. "Wir schauen mehrmals täglich nach den Healn und versorgen sie mit Futter und Wasser, weil es bei Minusgraden gefriert", erzählt Manuela.
- Im warmen Büro macht Mäusefängerin Luna gerne Überstunden...
- Foto: Andrea Glatzer
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Winterliche Szenarien
Durch den unberührten weißen Schnee treten die dunklen Konturen der alten Gebäude noch deutlicher hervor. Der Sammelleidenschaft und dem Weitblick von Beppo Haubenwallner ist es zu verdanken, dass die stummen Zeugen des dörflichen Lebens und der bäuerlichen Arbeit bis in unsere Zeit herüber gerettet wurde. Im Museumsdorf fallen auch im Winter allerlei Arbeiten an. Reparaturen, Tischlerarbeiten, Stellagen und Regale werden zusammengestellt, Schaukästen gereinigt, die Gläser und Bilder in der Krypa und in der Kirche geputzt, Neuzugänge katalogisiert. "Während das Dorfmuseum schläft, sind ein-, zweimal die Woche helfende Hände am Werken". Ganz oben im Dorf zwischen Stodl und Bauhof liegt eine Freifläche, die förmlich nach einem neuen Herzensprojekt von Beppo Haubenwallner ruft, aber erst im Frühjahr, bei Museumseröffnung im April, spruchreif wird.
Historischer Eiskeller
Am Rückweg über die Handwerkszeile kommen wir an einer offenen Kellertüre vorbei. Ob es Absicht sei, dass die Türe offen steht frage ich neugierig. Die Stiegen führen direkt hinunter in den Eiskeller, dem einzigen Raum, der noch kälter ist als die frostigen Aussentemperaturen. Wegen der Luftzirkulation ist die Türe geöffnet. Bevor es Kühlschränke und Kühltruhen gab, dienten Eiskeller den Gastwirten, Fleischhauern und Bierbrauern zur Kühlung der Getränke und Lebensmittel. Früher wurden aus den Lacken, Teichen und Seen große Eisblöcke geschnitten und mit Pferdefuhrwerken in die Eiskeller transportiert. Diese schweren Arbeiten waren ausschließlich kräftigen Männern vorbehalten. Taglöhner, Knechte und fallweise auch Schuldner, die dem Wirten die Zeche schuldig blieben, verdienten sich so ihr hartes Brot. Ein Kubikmeter Eis wog immerhin an die 900 Kilogramm!
Vorbei an vielen Eiszapfen und Fotomotiven beenden wir diesen außerordentlichen winterlichen Rundgang und wünsche Manuela Pasterk und ihren Eltern Gesundheit und Glück im neuen Jahr.
Die nächsten Veranstaltungen
Traditionell gibt es am Rosenmontag, 16. Februar, das "Gemeinsame Wirtshaussingen im Dorfmuseum" und Musik mit der "Museums-Banda" unter der Leitung von Jürgen Stampfel. Und zu "Josefi" am 19. März wird bei einer Messe dem Heiligen Josef gedacht und der neue Messwein gesegnet.
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