Die Liebe am Rotwein
Arnold Schwarzenegger und eine burgenländische Winzerin
- Die hochdekorierte Winzerin Silvia Heinrich bei der Handlese ihrer Rotweintrauben.
- Foto: Privat
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Arnold Schwarzenegger, der chinesische Staatspräsident und heimische Prominenz haben ihn schon getrunken – den Rotwein der hochdekorierten Winzerin Silvia Heinrich aus Deutschkreutz. Aktuell ist die Weinbäuerin mit der Handlese ihrer Trauben im Einsatz.
DEUTSCHKREUTZ. „Bei mir ist alles so naturnahe wie möglich. Unsere Traubenlese wird per Hand gemacht, dafür nehme ich in der Erntezeit rund 20 Helfer auf. Punkto Spritzmittel kommen keine Insektizide oder Herbizide zum Einsatz. Und der Gärungsprozess funktioniert ohne Beimischung von Hilfsmitteln“, beschreibt die engagierte Winzerin ihren derzeitigen Produktionsweg.
- Bis zu 20 Personen sind mit der Traubenernte beschäftigt.
- Foto: Laura Jagoschuetz
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Umstieg auf Bio
Um zu ergänzen: „Mit rund der Hälfte meiner 38 Hektar Weingärten sind wir heuer bereits auf Bio-Erzeugung umgestiegen. Die Zertifizierung dauert allerdings drei Jahre, erst dann dürfen wir das Siegel offiziell verwenden!“ Warum sie auf diese Schiene umgestiegen ist, erklärt Silvia Heinrich damit, „dass die Nachfrage nach Bio-Wein steigt. Sowohl im In- wie im Ausland. Da wir auch weltweit exportieren, wollen wir in unserem Betrieb expandieren und bei diesem Trend dabei sein!“
Wirtschaftlich ist diese Entwicklung allerdings herausfordernd, denn „die Eigenkosten durch die Bio-Produktion steigen. Ich beschäftige derzeit fix bis zu 15 Mitarbeiter, das reicht im Bio-Segment aber nicht!“, schildert die innovative Burgenländerin. „In der Zukunft brauche ich noch mehr gute und zuverlässige Arbeitskräfte, vom Traktorfahrer über Mitarbeiter im Weinkeller und der Produktion bis hin zum Verkauf. Interessierte Personen sollen sich bitte melden!“ (02613 – 89615, office@weingut-heinrich.at)
- Das modernde Weingut von Silvia Heinrich in Deutschkreutz.
- Foto: Gernot Heigl
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2024er hat Top-Qualität
Die zigfach ausgezeichnete Rotwein-Winzerin rechnet heuer mit „rund 200.000 Kilo total gesunder Trauben. Ein Endergebnis habe ich noch nicht, da unsere Lese ja ohne Maschinen stattfindet und deshalb noch im Gange ist! Ziemlich sicher gibt es zwar eine geringere Ausbeute als in den Vorjahren, dafür aber ist die Qualität außergewöhnlich gut. Das ist schon alleine an den Zuckergraden zu erkennen!“ Denn üblicherweise beträgt der Wert zu Erntebeginn 18/19 Grad, diesmal startete die Lese bei 20.
Bei der Aussichtsprognose für den „2024er-Jahrgang“ kommt Silvia Heinrich regelrecht ins Schwärmen: „Auf diesen Tropfen darf man sich schon jetzt freuen!“ 70 Prozent ihres Rotwein-Sortiments macht der Blaufränkische aus, der Rest teilt sich auf Cabernet Sauvignon, Merlot, Zweigelt, Pinot noir und Syrah auf.
- Ein breit gefächertes Sortiment an Rotweinen gibt es im eigenen Verkaufsraum der Winzerin.
- Foto: Gernot Heigl
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Eichenfässer
„Unser Basis-Wein ist nach einer Stahltankreifung in zirka einem Jahr, also im Herbst 2025, erhältlich. Bei den Premium-Weinen, die in Barrique-Fässern (Anm. d. Red.: Eichenfässer) lagern, kann es bis zu fünf Jahre dauern, ehe sie am Markt verfügbar sind!“, so die Burgenländerin, die sich bereits einen weit über die heimischen Grenzen hinaus bekannten Namen gemacht hat.
Darauf angesprochen, wie es ihr als Winzerin in der Domäne der Weinbauern geht, meint Silvia Heinrich lächelnd: „Ich sehe das sportlich! Klar gibt es eine Ellbogenmentalität. Die ist aber nicht bösartig, sondern sogar motivierend, um noch besser, noch innovativer zu werden!“ Und weiter: „Wir schätzen uns gegenseitig und keiner ist dem anderen etwas neidig. Im Gegenteil. Wir profitieren ja auch alle davon, dass gerade in unserer Gegend so viele tolle Weine produziert werden. Denn das macht unsere Region bekannt und bringt Kunden!“
- Bis zu fünf Jahre lagern die Premium-Weine in den Barrique-Fässern.
- Foto: Privat
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Fachkräfte
Für die Zukunft wünscht sich die Unternehmerin mehr Fachkräfte, die sich in den Weinbauschulen ausbilden lassen. „Das ist ein Appell an alle Schülerinnen und Schüler. Denn jeder große Betrieb sucht händeringend nach sachkundigem Personal. Somit sind die Aussichten auf einen tollen Job absolut top!“
Mythos warmer Rotwein
Abschließend räumt Silvia Heinrich noch mit einem Mythos auf: „Rotwein muss nicht, wie es immer wieder heißt, warm getrunken werden. Der volle Geschmack entfaltet sich nämlich ganz besonders bei leichter Kühlung, also einer Temperatur von maximal 16 Grad. Dann macht der 'Rote' auch im Sommer Spaß und passt sogar vorzüglich zu Fisch- und Nudelgerichten!“
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