Trockenheit in Deutschkreutz
Gemeindevorstand Kölly will das Wasserproblem lösen
- Das Wasser aus der Kläranlage fließt bisher in den Goldbach. Das soll sich nun ändern.
- Foto: Manfred Kölly
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LBL-Gemeindevorstand Manfred Kölly will angesichts zunehmender Trockenheit ein großes Auffangbecken errichten. Das geklärte Wasser der Kläranlage soll für Landwirtschaft, Jagd und Bevölkerung nutzbar werden. Gleichzeitig übt Kölly Kritik am politischen Stillstand in der Gemeinde.
DEUTSCHKREUTZ. Die zunehmende Trockenheit stellt auch Deutschkreutz vor neue Herausforderungen. Für Manfred Kölly (LBL) liegt dabei ein wesentlicher Ansatz darin, vorhandene Wasserressourcen besser zu nutzen. Sein Vorschlag: Das geklärte Wasser aus der Kläranlage soll künftig nicht einfach über den Goldbach in Richtung Ungarn abfließen, sondern zunächst in einem großen Auffangbecken gesammelt werden.
Nach Köllys Angaben handelt es sich um beträchtliche Mengen. Je nach anfallender Wassermenge würden täglich rund 2.400 bis 4.000 Kubikmeter geklärtes Wasser zur Verfügung stehen. Über das Jahr gerechnet sieht Kölly darin eine wichtige Ressource, die angesichts längerer Trockenperioden nicht ungenutzt bleiben sollte.
Wasser für Landwirtschaft und Bevölkerung
Das geplante Auffangbecken soll nach Köllys Vorstellungen möglichst vielseitig genutzt werden. Wasser könnte beispielsweise von den Jägern für die Versorgung der Wildtiere verwendet werden. Auch die Weinbauern könnten davon profitieren und ihre Weingärten bewässern.
Darüber hinaus soll auch die Bevölkerung die Möglichkeit bekommen, Wasser für Garten und Grünflächen zu entnehmen. Kölly denkt dabei unter anderem an die Befüllung von Wasser- oder Jauchefässern, mit denen das Wasser anschließend zu den jeweiligen Flächen transportiert werden könnte.
„Das Wichtigste ist, dass das Becken befüllt wird“, so Köllys Grundgedanke. Alles Wasser, das darüber hinaus anfällt, könne weiterhin in den Goldbach abgeleitet werden.
Zusammenarbeit mit dem Land
Für die Umsetzung sieht Kölly eine Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Land Burgenland vor. Zunächst müsse geprüft werden, welche Unterstützung das Land leisten könne und welche Dimension das Auffangbecken letztlich haben könnte.
Auch der Wasserbau müsse in die Überlegungen einbezogen werden. Kölly will dazu weitere Gespräche führen und das Projekt möglichst rasch von der Idee in die konkrete Planung bringen. Er sieht darin vor allem eine Vorsorge für kommende Hitze- und Trockenperioden.
Kritik am politischen Stillstand
Neben dem Wasserprojekt spricht Kölly auch weitere Themen der Gemeinde an. Er kritisiert, dass es aus seiner Sicht derzeit zu wenig Bewegung bei wichtigen Vorhaben gebe. Auch bei den Gemeindefinanzen sieht er offene Fragen. Nach seinen Angaben sei ein Abschluss für 2025 noch nicht erfolgt, und auch beim Rechnungsabschluss 2026 sei bislang noch nichts geschehen.
Kritik äußert Kölly außerdem an der derzeitigen Situation rund um die Vinothek. Hier sei die weitere Entwicklung nach wie vor ungeklärt.
- LBL-Gemeindevorstand Manfred Kölly fordert ein großes Auffangbecken, um geklärtes Wasser künftig für Landwirtschaft, Jagd und die Bevölkerung nutzbar zu machen.
- Foto: Herdegen
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Sorgen um Wirtschaft und Tourismus
Auch die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschkreutz bereitet Kölly Sorgen. Nach seinen Angaben schließen erneut zwei Betriebe – ein Fliesenleger und ein Modegeschäft. Besonders kritisch sieht er zudem die Entwicklung im Tourismus. Für das laufende Jahr spricht Kölly von einem Rückgang von 43 Prozent in Deutschkreutz und bezeichnet diese Entwicklung als „Katastrophe“.
Gleichzeitig fordert er Investitionen in den Standort. Beim Schwimmbad sieht Kölly beispielsweise Potenzial für eine Weiterentwicklung. Er spricht sich unter anderem für zusätzliche Angebote wie Rutschen und weitere Investitionen aus.
Kölly will Umsetzung vorantreiben
Beim geplanten Auffangbecken will Kölly jedenfalls nicht bei der Idee stehen bleiben. Nach seinen Angaben habe es bereits mehrere Gespräche gegeben. Nun gehe es darum, die nächsten Schritte einzuleiten, Fördermöglichkeiten auszuloten und gemeinsam mit Land, Gemeinde und Wasserbau eine konkrete Lösung zu entwickeln.
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