Handy-Experiment der EMS Oberwart
Schüler verzichteten eine Woche auf ihr Smartphone
- Laura Seper, Madlen Weber und Jamie Holzer machten beim Handy-Experiment erfolgreich mit.
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Acht Schülerinnen und Schüler der 4s der Europäischen Mittelschule (EMS) Oberwart machten bei einem Experiment mit und verzichteten eine Woche lang auf ihr Smartphone.
OBERWART. Inspiriert von einer TV-Dokumentation machten Schülerinnen und Schüler der 4S der Europäischen Mittelschule (EMS) Oberwart Ende November die Probe aufs Exempel und verzichteten eine Woche auf ihr Smartphone. Die Idee stammte von ihrem Lehrer Matthias Ringhofer.
Erlaubt war lediglich ein altes Tastenhandy. "Ich war zunächst überhaupt nicht überzeugt, dann wurde aber bei mir die Neugier geweckt und es war wirklich spannend", meinte Schülerin Laura Seper. "Alleine hätte ich das nie gemacht, aber mit Freunden geht es schon, habe ich mir gedacht", so Klassenkollegin Madlen Weber. Von den 18 Schülern in der Klasse haben rund acht mitgemacht. "Einige haben sich dann doch nicht getraut. Alle, die sich der Herausforderung gestellt haben, haben es dann durchgezogen", ergänzt Jamie Holzer.
Altes Tastenhandy
"Ich habe ein altes Tastenhandy bekommen, mit dem ich nur telefonieren konnte", schildert Jamie. Auch Laura und Madlen erhielten ein Tastenhandy. "Ich war froh darüber, so konnte ich zumindest telefonieren", meinte Madlen.
Alle drei Schüler bestätigten, dass das Experiment etwas mit ihnen machte und sie mehr für sich entdeckten, als ständig nur am Smartphone zu hängen. "Ich war beim Lernen und der Hausübung viel konzentrierter", so Madlen.
- Eine Woche ohne "Snapchat" und andere Social Media-Netzwerke am Handy hieß es für Madlen, Laura und Jamie.
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Mehr Freizeit
"Ich habe das Wochenende bei der Freundin verbracht. Die Zeit ist ohne Handy viel schneller vergangen. Wir haben viel getratscht und es gab auch mehr Gespräche mit Oma und Opa. Ich hatte ohne Handy einfach mehr Zeit für Familie, Freunde und Sport. Ich konnte die Freizeit intensiver genießen", strich Laura hervor. Auch Madlen entdeckte neue Interessen.
"Es hat auch gut getan, nicht ständig sofort schauen zu müssen, wenn eine Nachricht gekommen ist. Die Zeit ohne Handy war entspannter", sagte Jamie. Vermisst haben sie es dennoch - vor allem wegen der "Snapchat-Flammen". "Mein Bruder hat für mich gesnappt, damit ich diese nicht verliere", so Madlen. "Bei mir war es eine Freundin. Es wäre halt schade gewesen, wenn ich diese verliere, weil ich schon viele habe", ergänzte Laura.
Zufriedenheit
"Am Ende war ich schon happy, es wieder zurückzuhaben, gleichzeitig bin ich aber stolz, mitgemacht zu haben. Ich würde das wieder tun", so Madlen. "Es war auch lustig, die verschiedenen alten Handys zu sehen", schmunzelte Jamie. "Wir haben sogar kleine Telefonbücher gebastelt - Zettel mit Namen und Telefonnummern", berichtet Laura.
Was alle drei für die Zukunft einplanen, "das Handy muss nicht immer dabei sein, es geht zweitweilig auch ohne." Als Belohnung winkt jetzt jedenfalls eine gemeinsame Übernachtung in der Schule.
- Die Schülerinnen und Schüler der 4S Klasse. Einige nahmen am Experiment teil, andere wollten auf ihr Smartphone nicht verzichten.
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Falscher Zeitpunkt
Warum einige dann doch nicht mitmachten, beantworteten Lisa Seper und Luisa Lorenz. "Der Zeitpunkt war schlecht. Im Sommer wäre es besser gewesen. Wenn ich gewollt hätte, hätte ich es aber sicher geschafft durchzuhalten", so Luisa.
"Ich hatte zu dem Zeitpunkt gerade ein Turnier. Mit Handy war da die Kommunikation viel einfacher und ich brauche es auch, um zwischen den Spielen etwas herunterzukommen", meinte Lisa.
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