Zapfenstreich des Bundesheeres beim Denkmal des IR 83/106 in der ehemaligen Turbakaserne in Pinkafeld

Einweihung Denkmal am 1. Juli 1934
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  • Einweihung Denkmal am 1. Juli 1934
  • Foto: Commons.wikimedia.org/Foto Karner/CC-BY-SA 3.0
  • hochgeladen von Heinz Bundschuh
Wann: 30.06.2017 19:00:00 Wo: Kasernengelände, 7423 Pinkafeld auf Karte anzeigen

Am 30. Juni veranstaltet das Österreichische Bundesheer einen Zapfenstreich auf dem Gelände der ehemaligen Turbakaserne in Pinkafeld. Das Heer gedenkt mit dieser Veranstaltung den gefallenen Soldaten der beiden k.u.k Infanterieregimenter 83 „Freiherr von Schikofsky“ und 106. Auf dem ehemaligen Kasernengelände befindet sich nach wie vor ein Denkmal, das an diese beiden Regimenter erinnert, in denen vor und während des Ersten Weltkrieges viele Südburgenländer dienten.

Der Zapfenstreich beginnt um 21 Uhr, davor gibt es um 19 Uhr einen Festakt. Das Bundesheer veranstaltet diese Feier zusammen mit der Stadtgemeinde Pinkafeld anlässlich "80 Jahre Stadterhebung Pinkafeld"

Das Steinamangener „Hausregiment“ 83 („Freiherr von Schikofsky“)

Das Infanterieregiment 83 wurde im Jahre 1883 aufgestellt. Stationierungsort für das I. Bataillon des Regimentes war Steinamanger, daher wurde die Einheit auch als das Steinamangener Hausregiment bezeichnet. Die Stationierung weiterer Bataillone erfolgte in Komorn und Köszeg.

Im Ersten Weltkrieg diente das Regiment hauptsächlich an der Ostfront, wo es verlustreiche Kämpfe zu bestehen hatte. Am 6. Juli 1917 wehrte es östlich von Lemberg im Raum der Ortschaften Batkow-Zwyzyn zusammen mit dem Györer Infanterieregiment 19 unter hohen eigenen Verlusten russische Massenangriffe ab. Dieser Tag ist seither der Gedenktag jener Einheiten des Bundesheeres (aktuell Jägerbataillon 19), für welche das Infanterieregiment 83 den Traditionsverband darstellt bzw. darstellte.

Infanterieregiment 106 mit berühmtem Kommandeur

Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurde aus Abgaben des IR 83 sowie des Ödenburger Infanterieregiments 76 „Freiherr von Salis-Soglio“ das neue Infanterieregiment 106 aufgestellt. Auch in diesem Regiment dienten somit viele Südburgenländer. Die Einheit wurde 1918 zusammen mit dem IR 83 nach Italien verlegt und erhielt mit Anton Lehár einen schillernden Kommandeur.

Lehár war der Bruder des Komponisten Franz Lehár. Im Rahmen der zweiten Piaveschlacht überquerte sein Regiment den gleichnamigen hochwasserführenden Fluss als einzige Einheit seines Korps. Nach verlustreichen Kämpfen mussten die 106er wieder den Rückzug antreten. Anton Lehár erhielt für dieses Gefecht die Goldene Tapferkeitsmedaille verliehen. Für seinen Einsatz an der Ostfront erhielt er außerdem den Militär-Maria-Theresien-Orden. Er war somit der einzige Soldaten in der k.u.k Armee welcher beide Orden im Ersten Weltkrieg verliehen bekam. Nach dem Ende der Kampfhandlungen gelang es ihm sein komplettes Regiment in die Friedensstandorte zurückzuführen und es so vor der drohenden Kriegsgefangenschaft zu retten.

Als überzeugter Monarchist spielte er in den Jahren nach dem Krieg auch eine wichtige Rolle bei den beiden Restaurationsversuchen von Kaiser Karl I. Siehe dazu: http://regiowiki.at/wiki/Aufenthalt_von_Kaiser_Karl_in_Westungarn_im_M%C3%A4rz_1921

Denkmalweihe am 1. Juli 1934

An diesem Tag wurde das Denkmal, das an beide Regimenter erinnern sollte, feierlich eingeweiht. Der Pinkafelder Unternehmen "Foto Karner" erstellte bei dieser Gelegenheit eine Reihe von lokalhistorisch wertvollen Bildern. Mehr als 80 Jahre später konnte eine Pinkafelder Hobbyhistorikerrunde seine Töchter überzeugen, dass diese Bilder mit einer freien Lizenz für jedermann verfügbar sein sollten. Sie wurden daraufhin auf commons.wikimedia.org mit einer freien Lizenz eingestellt und sind bereits in einigen Wikipedia-Artikeln verlinkt. Hier die Fotos von der Denkmalseinweihung: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Kaserne_Pinkafeld_Denkmal_IR_83_und_106

Und hier die komplette Fotosammlung: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Files_by_Hans_Karner

Das Denkmal selbst stand zuerst im sogenannten Rehpark und wurde 1995 auf das Gelände der ehemaligen Turbakaserne verlegt. Mit dem Abzug des Jägerbataillons 19 nach Güssing sollte auch das 83er-Denkmal abgebaut und in der Güssinger Kaserne aufgestellt werden. Die Pinkafelder Stadtpolitik, allen voran Vizebürgermeister Friedrich Luisser, bemühte sich aber dieses historische Juwel für die Stadt zu erhalten. Es gelang das Verteidigungsministerium davon zu überzeugen, dass Pinkafeld der richtige Standort sei. Heute wird das Denkmal liebevoll von der Firma Pöll Immobilien gepflegt.

Bundesheeroberst Thalhammer hält Ansprache

Andreas Thalhammer, Oberst des Bundesheeres und zugleich auch Obmannstellvertreter des Museumsvereins Pinkafeld, wird im Rahmen des Festaktes ausführlich über die beiden Regimenter und die bewegte Geschichte des Denkmals referieren. Außerdem wird er auch auf das Schicksal einzelner Pinkafelder Gefallener eingehen.

Ein absoluter Pflichttermin für jeden historisch Interessierten.

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