Klare Abstimmung
Vier "Leistungsstufen" statt drei 1. Klassen in der Fußball-Gruppe Süd

57 von 58 Vereinen der Gruppe Süd nahmen an der Sitzung in Strem teil. Am Ende gab es ein durchaus überraschendes Ergebnis in der Neustrukturierung. | Foto: MeinBezirk/Michael Strini
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Die Vereine der Gruppe Süd haben entschieden und werden ab der Saison 2027/28 in vier Leistungsstufen dem runden Leder nachlaufen. Zwei zusätzliche Anträge waren ebenfalls Diskussionspunkt. Am Ende fiel ein klares Votum gleich im ersten Wahlgang.

STREM. Nach wochenlangen Diskussionen über eine notwendige Strukturreform auch im Fußball des Südburgenlandes kam es am Mittwochabend zur entscheidenden Sitzung im Gasthof Legath in Strem. Von den 58 (aktiv gemeldeten) südburgenländischen Fußballvereinen nahmen 57 an der Sitzung und somit auch der Abstimmung teil. Johannes Wutzlhofer, Präsident des Burgenländischen Fußballverbandes (BFV), sowie auch Konrad Renner (BFV-Vizepräsident) ließen sich entschuldigen.

Nach der Begrüßung durch Gruppenobmann Florian Jud und einer Trauerminute für den im März verstorbenen langjährigen BFV-Funktionär Hans Schneider aus Litzelsdorf ging es gleich in medias res. Im Zentrum stand eine Neustrukturierung der Ligen und Klassen im Fußballunterhaus im Südburgenland. Zunächst wurde über zwei kurzfristig eingebrachte Anträge über mögliche Klassenreformen vom SV Kirchfidisch und UFC Siget abgestimmt, ob diese in weiterer Folge bei der Wahl zugelassen werden. Dazu war eine Zweidrittelmehrheit notwendig - 38 von 57 Stimmen.

Zu Beginn gab es von den Vereinsvertretern Applaus für die bereits feststehenden Meistern und Cupsieger Oberwart. | Foto: MeinBezirk/Michael Strini
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Kirchfidisch-Antrag abgelehnt

Zunächst wurde der Antrag vom SV Kirchfidisch vorgestellt. Dieser sah drei (regionale) Achter-Gruppen in der 1. Klasse Süd, sowie eine 14er Liga in der 2. Klasse vor - jeweils mit Hin- und Rückrunde. Im Frühjahr sollten dann Playoffs gespielt werden. Dabei ginge es auch um einige Cup-Plätze. Es gebe auch zwei Aufsteiger aus der 2. Klasse.

"Aktuell ist die Situation mit so wenigen Heimspielen wirtschaftlich uninteressant. Das System würde mehr Heimspiele bringen und wäre sportlich attraktiv, weil das Leistungsniveau mehr Gewicht hätte. Im Meisterplayoff würden im Frühjahr die stärksten gegeneinander spielen. In der 2. Klasse Süd gebe es mehr Durchmischung, was es auch attraktiver machen könnte", meinte Rainer Stubits, Sportlicher Leiter SV Kirchfidisch. Dieser Antrag fiel bei der Zulassung mit 30:27-Stimmen durch.

Am Ende stimmte die Mehrheit im ersten Wahlgang für den Antrag vom UFC Siget. | Foto: MeinBezirk/Michael Strini
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Sigeter Idee fand Zustimmung

Der zweite kurzfristige Antrag kam vom UFC Siget. Dieser sah eine komplette Umstrukturierung des bisherigen Systems vor: eine Oberliga (bisher II. Liga Süd) mit 16 Vereinen, eine Unterliga mit 14 Vereinen (bisher 1. Klasse Süd) und eine 1. Klasse sowie 2. Klasse mit je zwölf Vereinen vor. "Damit wären auch Spielgemeinschaften einfacher möglich und die Leistungsniveaus nicht so groß. Nach dem Grunddurchgang mit Hin- und Rückrunde könnten in den beiden Klassen Playoffs gespielt werden", fasst Alexander Takacs zusammen.

Bei dieser Version wäre der Faktor Regionalität, der im Vorfeld - auch beim Antrag vom UFC Oberschützen - eine wesentliche Rolle gespielt hatte, mehr oder weniger ausgeschaltet. "Für mich die beste Variante", meinte Sektionsleiter Stefan Resetar als Vertreter vom SC Schachendorf, bei dem aktuell noch ein neuer Obmann gesucht wird. Bei der Abstimmung, ob der Antrag zur Wahl steht, stimmten 39 Vereinsvertreter für Ja, 18 für Nein, damit wurde dieser bei der Hauptabstimmung als eine von drei Varianten aufgenommen.

Gleich mehrmals wurde bei der Sitzung abgestimmt und ausgezählt. | Foto: MeinBezirk/Michael Strini
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Vier Leistungsstufen ab der Saison 2027/28

Somit standen drei Varianten zur Wahl - Beibehaltung des bestenden Systems (A), drei 1. Klassen ab der Saison 2026/27 (B) und vier Leistungsstufen ab der Saison 2027/28 (C). Bereits im ersten Wahlgang gab es dann etwas überraschend gleich eine klare Entscheidung, da die Variante C vom UFC Siget die 50-Prozent-Hürde knackte. 33 Stimmen (rund 58 Prozent) gab es zugunsten der vier Leistungsstufen, 14 Vereine stimmten für die drei 1. Klassen, die der UFC Oberschützen eingebracht hatte, neun sprachen sich für die Beibehaltung des bisherigen Systems aus. Eine Stimme war ungültig.

Damit wird es ab der Saison 2027/28 vier Leistungsstufen im Südburgenland geben. Die kommende Saison, die am 8. August startet, wird noch im bisherigen System gespielt. Der Tenor der Vereine sprach sich allerdings für eine burgenlandweite Lösung statt einer "Gruppenlösung" aus. "Eine solche wäre auch mir am liebsten, aber da gibt es viel Gegenwehr", meinte Gruppenobmann Florian Jud. Vor allem die Gruppe Mitte soll sich gegen eine "Nord-Süd-Lösung" in der zweiten Liga wehren. "Eine Trennung bei Oberpullendorf wäre eine interessante Variante", meinten einige Vereinsvertreter.

Der SV Welgersdorf wird auch kommende Saison in der 1. Klasse Süd spielen, der SV Zuberbach geht freiwillig in die 2. Klasse Süd runter. | Foto: Angelina Kaiser
  • Der SV Welgersdorf wird auch kommende Saison in der 1. Klasse Süd spielen, der SV Zuberbach geht freiwillig in die 2. Klasse Süd runter.
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Zuberbach geht runter

Eine weitere Entscheidung für die kommende Meisterschaft ist bereits fix. Der SV Zuberbach - aktueller Fünfter in der 1. Klasse Süd - beantragte den Zwangsabstieg aus der 1. Klasse. Obmann Christian Portschy meinte dazu: "Wir wollten in die II. Liga und haben gleichzeitig aber auch gesagt, falls uns das nicht gelingt, werden wir den Schritt zurück in die 2. Klasse machen. Dort haben wir viele regionale Derbys wie gegen Schachendorf, Hannersdorf, Goberling oder Deutsch Schützen. Auch die finanzielle Sicherheit und der gesellschaftliche Charakter sind uns wichtig."

Damit tut sich auch eine neue Chance für die beiden Abstiegskandidaten Wiesfleck und Rudersdorf auf, denn nach Rückreihung von Zuberbach und Fixabsteiger Kemeten gibt es nur noch einen sportlichen Absteiger. Platz 14 würde für den Klassenerhalt reichen - Das "Zünglein" an der Waage könnte Schlusslicht Kemeten sein, da in den letzten beiden Runden Rudersdorf und Wiesfleck die Gegner des Absteigers sind. Die beiden 2. Klassen werden in der kommenden Saison als Zwölfer-Liga und Zehner-Liga gespielt werden. Dabei wird noch entschieden, wie die Verteilung der Vereine aussehen wird.

Florian Jud legt mit Saisonende überraschend den Gruppenobmann zurück. | Foto: MeinBezirk/Michael Strini
  • Florian Jud legt mit Saisonende überraschend den Gruppenobmann zurück.
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Pilotversuch ohne Reserve

Ferner wurde auch ein Pilotversuch vorgestellt, bei dem Spielgemeinschaften ohne Reserve antreten werden. Zuberbach wird eine Spielgemeinschaft mit Großpetersdorf eingehen und in der 2. Klasse ohne Reserve antreten. Auch die bereits bestehende Spielgemeinschaft zwischen Loipersdorf-Kitzladen und Buchschachen wird einen solchen Pilotversuch starten - Buchschachen spielt ohne Reserve.

Die größte Überraschung des Abends fiel am Schluss, als Gruppenobmann Florian Jud verkündete, dass er seine Funktion mit Ende der Saison zur Verfügung stellt. "Mein Zugang ist ein anderer als die aktuell gewählte Linie der Vereine."

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