Offener Brief der ARGE Naturgestein
Kritik an Greenpeace und Angebot zur Asbest-Aufklärung
- Die ARGE Naturgestein gab im Steinbruch Pilgersdorf ein Pressekonferenz, um ihre Standpunkte zu dokumentieren. Jetzt wandte sich die ARGE mit einem offenen Brief an Gemeinden, Land und Partner.
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Die ARGE Naturgestein wandte sich an Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, des Landes und Partnerbetrieben in einem offenen Brief. Neben offener Kritik an der Umweltschutzorganisation Greenpeace und den Methoden gab es auch das Angebot an Aufklärungsgesprächen, um Fakten statt Verunsicherung zu liefern.
BEZIRK OBERWART/BEZIRK OBERPULLENDORF. "Nach vielen Wochen in denen wir mit Zuversicht hofften, dass die Debatte aufgrund von erwiesenen Fakten zu einem vernünftigen Abschluss kommt, sehen wir uns nun in dieser Hoffnung getäuscht. Um dennoch zur realistischen Aufklärung beizutragen, wenden wir uns direkt an die Verantwortlichen", so Frank Eichhorn (Vertriebs- und Betriebsleiter Pilgersdorf), Christian Zettl (Badersdorf), Frank Iszovics (Bernstein), Markus Kuh (Rumpersdorf) und Experte Martin Kirschbaum. Die ARGE Naturgestein vertritt die vier seit dem Jahreswechsel gesperrten Steinbrüche Badersdorf, Bernstein, Pilgersdorf und Rumpersdorf.
"Seitens der Nichtregierungsorganisation (NGO) Greenpeace wurde eine Kampagne lanciert, bei der es keineswegs um Fakten geht. Vielmehr werden Angst und Verunsicherung verbreitet. Um die Argumente dieser NGO zu untermauern, wurde vollkommen unwissenschaftlich vorgegangen. Unter anderem wurden Messwerte veröffentlicht, die bei sachgerechtem Vorgehen schlicht unmöglich sind. Weil derartige Vorkommen auf der ganzen Welt in der Natur niemals mit der erwähnten Konzentration vorkommen. Auf Basis dieser dilettantisch vorgenommenen „Messungen“ wurden viele Menschen und ebenso Verantwortungsträger verunsichert. Überschießende Reaktionen waren die Folge. Weil alleine das Wort „Asbest“ bei vielen Menschen Angst und Schrecken auslöst", so die Vertreter der ARGE Naturgestein in dem offenen Brief.
- Der Steinbruch in Badersdorf ist seit Monaten geschlossen.
- Foto: MeinBezirk/Michael Strini
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Keine Angst notwendig
Im Rahmen eines Vor-Ort-Termins im Steinbruch Pilgersdorf stellte der international anerkannte Experte Martin Kirschbaum von der TH-Aachen klar: „Kein Mensch im Burgenland muss sich vor den Steinen aus den betroffenen Steinbrüchen fürchten. Egal, ob als Schüttung auf einem Parkplatz, als Oberfläche eines Weges oder als Unterbau von Straßen.“
„Von unseren Produkten, egal ob große Wurfsteine, Schotter aller Körnungen bis hin zu Splitt, geht für Mensch und Umwelt keine Gefahr aus.“
Frank Eichhorn, Vertriebs- und Betriebsleiter Steinbruch Pilgersdorf
Dass die Sperre der vier primär betroffenen Steinbrüche potenziell mehr als drei Millionen Lkw-Kilometer für Materialtransporte aus weit entfernten, anderen Steinbrüchen – mit allen negativen Umweltfolgen – auslöst, wird dabei locker in Kauf genommen. Man darf sich fragen, ob hier die knallharte Agenda einer NGO umgesetzt wird, und ob den Profis von Greenpeace die wahren Interessen der Menschen im Burgenland spürbar gleichgültig sind?
"Anstatt tatsächliche Mengen im Naturgestein wissenschaftlich sauber zu untersuchen und eine klare Methodik anzuwenden, wurden einzelne Steine augenscheinlich bewusst herausgesucht und diese mit vollkommen falschen Analysemethoden - nämlich jenen für Baurestmassen wie man in Gebäuden, die vor Jahrzehnten unter Verwendung von Asbest-Baustoffen errichtet wurden - untersucht", kritisieren die Vertreter der ARGE Naturgestein.
- Steinbruchbetreiber sehen keine belegte Gefährdung durch die bisherigen Daten.
- Foto: Rosenberger Victoria
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Neuland für Behörden
"Leider haben auch die Behörden im Burgenland mit dieser Thematik Neuland betreten und auch hier müssen wir und internationale Experten bedauerlicherweise feststellen, wurde bisweilen der Weg der Wissenschaft verlassen beziehungsweise nicht konsequent eingehalten. Wir mussten aktuell auch feststellen, dass Aktivisten und Trittbretfahrer quer durchs Land ziehen, um Unternehmen, Gemeinden oder Privatpersonen weiterhin aktiv zu verunsichern", so Eichhorn.
"Dies passiert, indem Eigentümer von Parkplätzen, Wegen oder anderen Anlagen, bei denen Naturgestein verwendet wurde, aktiv angesprochen werden und suggeriert wird, es handle sich um „belastetes Material“. Auch dahinter steckt ein Geschäftsmodell, das auf Verunsicherung aufbaut. Wir haben den Eindruck, windige Labors und vermeintliche Experten haben ein neues Geschäftsmodell entdeckt, das auf Angst und Verunsicherung aufbaut", meint Kirschbaum.
- Auf dieser Schotterstraße in Großpetersdorf wurden erhöhte Asbestwerte gemessen. Maßnahmen wurden bereits getroffen.
- Foto: MeinBezirk/Michael Strini
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Kritisch hinterfragen
Die Vertreter der ARGE raten "geschilderte Szenarien kritisch zu hinterfragen". "Lassen Sie sich auch nicht zu Untersuchungen jenseits der rechtskonformen Methodik drängen. Derartige unwissenschaftliche „Untersuchungen“ haben keine Aussagekraft, aber eben das Potenzial, vollkommen falsche Werte zu ergeben, die nur zu einer weiteren Verunsicherung führen", so Kirschbaum.
"Kontaktieren Sie uns. Wir kommen zu Ihnen und können die Thematik vor Ort faktisch prüfen sowie wissenschaftlich erläutern. Gerne stehen wir und unsere Experten auch Ihrer Bevölkerung direkt Rede und Antwort, um Sachlichkeit wiederherzustellen. Bedenken Sie bitte, dass die in Rede stehenden regionalen Gesteine bereits seit der Besiedelung des Burgenlands vor 10.000 Jahren zum Bauen auf jegliche Art und Weise verwendet wurden. Fragen Sie sich, warum genau dieses Material jetzt plötzlich derart im Feuer einzelner Gruppierungen steht?", so Christian Zettl, Frank Iszovics und Markus Kuh.
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