HERZ Pinkafeld
Gemeinnützige HERZ-Stiftung als zukünftiger Konzern-Eigentümer
- Marketingleiterin Sanda Schaefer und HERZ-CEO Gerhard Glinzerer sind ein eingespieltes Team.
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Die HERZ-Stiftung soll als neuer Eigentümer die internationale HERZ-Gruppe in eine solide Zukunft führen. Das Hauptziel ist die nachhaltige Förderung zukünftiger Fachkräfte für den Konzern.
PINKAFELD. Das Traditionsunternehmen HERZ wurde 1896 in Wien gegründet und ist mittlerweile ein international erfolgreicher Konzern mit einem Jahresumsatz von rund 600 Millionen Euro, 50 Tochterunternehmen und über 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Seit 1989 führt Gerhard Glinzerer als Eigentümer und langjähriger Geschäftsführer die Geschicke der Unternehmensgruppe. Er hatte das kleine Unternehmen damals in finanziell schwierigen Zeiten übernommen und zu einem internationalen Konzern ausgebaut. HERZ betreibt auch zwei Standorte im Bezirk Oberwart - Pinkafeld und Kemeten - sowie im steirischen Bärnbach. Die HERZ Gruppe umspannt HERZ Armaturen, Energietechnik (Biomasse / Wärmepumpen) und Dämmstoffe.
- Der Standort in Pinkafeld beschäftigt rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
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Mehrere Vorteile in Pinkafeld
"Wesentlicher Motor, dass wir unseren Standort damals von Sebersdorf nach Pinkafeld verlagerten, war der Pinkafelder Bürgermeister Kurt Maczek. Er betonte die Autobahnnähe und die Synergien mit HTL Pinkafeld und damals Fachhochschule Pinkafeld, was Fachkräfte anbelangt. Es war eine gute Entscheidung", erinnert sich Glinzerer.
Später wurde auch ein insolventes Unternehmen in Kemeten übernommen und seit 2014 als HERZ Armaturen geführt. Am Standort in Pinkafeld ist der Bereich Energietechnik beheimatet. Dort entstand eine Produktionsstätte und Versuchsanstalt für Energietechnik mit aktuell rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Etwa 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Kemeten beschäftigt.
- MeinBezirk Oberwart-Geschäftsstellenleiterin Heike Tröstner (Mitte) mit HERZ-Marketingleiterin Sanda Schaefer und HERZ-CEO Gerhard Glinzerer
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Neue HERZ-Stiftung
Im Jahr 2025 begründete Glinzerer nunmehr die HERZ-Stiftung, die neue Eigentümerin des Konzerns ist. "Hauptaufgabe ist die Förderung junger Fachkräfte in der Gebäudetechnik. Dividenden, sofern es diese gibt, fließen in die Stiftung. Diese unterstützt wiederum Schulen wie die HTL Pinkafeld oder die Hochschule Burgenland in Pinkafeld, die Berufsschule Mattersburg oder auch derartige Schulen in Wien und Graz, wo Fachkräfte ausgebildet werden, um etwa Geräte und Maschinen anzuschaffen", berichtet Glinzerer.
"Die Stiftung schafft Stabilität und Sicherheit, die die Gesellschaften für ihre Aktivitäten brauchen. Die Aufgabe dieser ist im Wesentlichen, Chancen zu realisieren. Maßgeblich für die Entscheidung für eine gemeinnützige Stiftung war, dass die drei Teilbereiche als Einheit erhalten bleiben, um eine gegenseitige Unterstützung zu gewährleisten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich auf ihre Aufgaben konzentrieren", so Glinzerer.
Zukunft sichern
Ein weiterer Grund für den in Österreich eher unüblichen Schritt war auch, dass es keine Nachfolgeperson in der Familie gab, die den Konzern hätte fortführen wollen. "Ein Verkauf des Unternehmens oder Teile davon waren eine Option. Es gab auch internationale Interessenten - sogar aus China. Mir erschien diese Variante aber nicht adäquat. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten am Erfolg der letzten gut 30 Jahre mitgewirkt, diesen fühlte ich mich verpflichtet. Ich wollte das übliche Köpferollen nach Übernahmen vermeiden. So entstand die Idee einer gemeinnützigen Stiftung", schildert der Unternehmer, der gleichsam Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist. Diese ist zwar Eigentümer, aber nicht operativ tätig. "Somit wird es für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kundinnen und Kunden sowie Lieferantinnen und Lieferanten keine relevanten Änderungen geben", so Glinzerer.
- Sanda Schaefer mit Carla Schoditsch
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Bürokratische Hürden
Bei der Umsetzung selbst gab es bürokratische Hürden zu überwinden. "So ist das eben in Österreich. Es gab drei Behörden, die involviert waren. Es war dann doch ein mehrjähriger Prozess, bis die Stiftung dann umgesetzt wurde. Ich bin überzeugt, dass für diese Gruppengröße diese Lösung die bestmöglich darstellt", so Glinzerer, der auch weiter im Unternehmen tätig bleibt.
"Ich freue mich über jeden, der bereit ist, im Unternehmen eine Führungsrolle einzunehmen und nicht eine Vier-Tage-Woche beziehungsweise Home-Office wie ein Mantra vor sich trägt", lacht Glinzerer.
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