10.11.2016, 07:54 Uhr

Theodor Kramer Preis an Stefan Horvath

Anna Mayer-Benedek (Theodor Kramer Gesellschaft), Stefan Horvath, Barbara Mayer (Literaturhaus Mattersburg), Horst Horvath (edition lex liszt 12) (Foto: edition lex liszt 12)

Der 16. Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und Exil wird 2016 an Stefan Horvath und Gerhard Scheit verliehen.

OBERWART. Zum 16. Mal wird der Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und Exil verliehen. 2016 geht an Stefan Horvath und Gerhard Scheit.

Stefan Horvath

Am 5. Februar 1995, einen Tag, nachdem sein Sohn Peter Sárközi und drei andere junge Roma beim Terroranschlag von Oberwart ermordet worden waren, begann Stefan Horvath zu schreiben.
Er schrieb, weil er nicht mehr schlafen konnte, weil er sein ganzes Leben lang, wie er selbst sagte, still geblieben war, so wie auch schon sein Vater, der die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald, Gusen und Mauthausen überlebt hatte und seine Mutter, Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück.

Gegen Still- und Totschweigen
Seit 1995, seit seinem 46. Lebensjahr, schreibt Stefan Horvath, er schreibt über das Überleben der Roma in Oberwart während des Porajmos, über das Leben nach 1945, nach 1995. Er erzählt und sein Erzählen ist ein Ankämpfen gegen das eigene Stillschweigen und gegen das Totschweigen durch die Gesellschaft. Seit 2003 sind die Bücher „Ich war nicht in Auschwitz“, „Katzenstreu“, „Atsinganos. Die Oberwarter Roma und ihre Siedlungen“ erschienen, viele Gedichte und der Einakter „Begegnung zwischen einem Engel und einem Zigeuner“ entstanden.
Es sind starke literarische Arbeiten über den alltäglichen Antiziganismus in Österreich, welche das Schweigen brechen, den Diskriminierungen, der erdrückenden Ungerechtigkeit, dem Hass ein Ende setzen wollen. Stefan Horvath schreibt ohne Verbitterung, ohne Illusion, jedoch mit viel Hoffnung und meisterhaftem erzählerischem Können.
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