Hohe Tauern
Arten-Inventur im Nationalpark enthüllt erstaunliche Funde
- Rund 60 ehrenamtliche Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Fachbereichen erfassten und dokumentierten gemeinsam Tiere, Pflanzen und Pilze im Debanttal, in der Nationalparkgemeinde Nußdorf-Debant.
- Foto: NPHT/Angelika Riegler
- hochgeladen von Johanna Bamberger
"Tag der Artenvielfalt" im Nationalpark Hohe Tauern; mehr als 80.000 Einzelbeobachtungen und rund 6.000 dokumentierte Arten in den vergangenen 20 Jahren.
NUSSDORF-DEBANT. Von 10. bis 12. Juli stand das Debanttal in Osttirol ganz im Zeichen der Biodiversität: Der Nationalpark Hohe Tauern lud zum 20. „Tag der Artenvielfalt“. Rund 60 ehrenamtliche Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Fachbereichen erfassten und dokumentierten gemeinsam Tiere, Pflanzen und Pilze.
Das Debanttal – mit 16 Kilometern das längste, in sich geschlossene Almtal Österreichs – bietet ideale Voraussetzungen für diese großangelegte Erhebung. Unterschiedliche Lebensräume wie Moore, Quellfluren, alpine Rasen, Lärchen-Zirbenwälder sowie Schutt- und Blockhalden schaffen ein außergewöhnlich vielfältiges Mosaik an Arten und ökologischen Nischen.
20 Jahre Datenerfassung
Seit der ersten Veranstaltung 2007 haben die „Tage der Artenvielfalt“ eindrucksvolle Ergebnisse geliefert: Mehr als 80.000 Einzelbeobachtungen und rund 6.000 dokumentierte Arten unterstreichen die Bedeutung dieses Formats für Forschung und Naturschutz. Bemerkenswert ist, dass etwa elf Prozent aller im Nationalpark bekannten Arten ausschließlich im Rahmen dieser Erhebungen nachgewiesen wurden.
Ein wesentliches Markenzeichen der „Tage der Artenvielfalt“ sind die immer wieder überraschenden und teilweise spektakulären Funde. Sie zeigen eindrucksvoll, dass selbst in den gut erforschten Alpen noch längst nicht alles bekannt ist.
Erste Hochrechnungen und Highlights 2026
Besondere Höhepunkte in diesem Jahr waren die Beobachtungen der Arktischen Smaragdlibelle (Somatochlora arctica), des Flachen-Alpenlaufkäfers (Carabus depressus) oder der seltenen Schweizer Bergwald-Erdeule (Xestia rhaetica).
Insgesamt wurden über 280 Gefäßpflanzenarten gezählt, darunter auch die europaweit streng geschützte, in Österreich vom Aussterben bedrohte Deutsche Tamariske (Myricaria germanica). Außerdem ist der potenzielle Erstnachweis eines sehr seltenen Rindenpilzes (Repetobasidium canadense) für Österreich hervorzuheben.
2.400 Beobachtungen erfasst
Aktuell sind im Rahmen des Tags der Artenvielfalt etwa 2.400 Beobachtungen von Expertinnen und Experten erfasst. Diese und viele weitere Funde werden nun validiert und in Laboranalysen weiter untersucht. Die Ergebnisse der Tage der Artenvielfalt sind ein wertvoller Beitrag zur „Buchhaltung der Natur“ und werden in die Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks Hohe Tauern einfließen. Die finalen Ergebnisse werden im Herbst 2026 erwartet.
Schutzgebiete wie der Nationalpark Hohe Tauern bieten zahlreichen seltenen Arten einen wichtigen Lebensraum. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
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